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Schon wieder Kater vom Dach gerettet

Neulich saß ich abends so geegen neun Uhr auf dem Sofa und guckte fern. Nach einer Weile fragte ich mich, wo Rosso steckt, denn der war vor ungefähr einer Stunde auf der Terrasse verschwunden und seitdem nicht mehr aufgetaucht.

Dazu muss man wissen, dass Rosso nach der dramatischen Rettungsaktion durch die Feuerwehr, die gründlich schief gegangen, aber trotzdem glücklich ausgegangen war, nicht mehr aufs Dach ging. Leider nur eineinhalb Jahre, denn im Juli kam er plötzlich auf die Idee, doch wieder aufs Dach zu klettern und zum First hochzusteigen.

Also, Rosso war auf der Terrasse, es war dunkel. Ich ging raus, um nach ihm zu schauen – kein Rosso da.

Ich holte die Taschenlampe und leuchtete aufs Dach – kein Rosso zu entdecken.

Ich rein in die Wohnung und alle Rosso-Lieblingsplätze abgesucht: unterm Sofa, unterm Bett, im Schlafzimmerschrank. Kein Rosso da! Ich habe in alle Regallücken geschaut – nichts! Ich habe natürlich mit Trockenfutterdöschen geklappert – keine Reaktion!

WO WAR DER KATER?

Mit der Taschenlampe bin ich runter in den Hof, zur anderen Hausseite gelaufen … und da hörte ich es schon: ein leises Miauen.

Ich leuchtete mit der Taschenlampe aufs Dach – da sah ich ihn. Er hockte in der Dachrinnne und miaute jämmerlich.

“Lauf das Dach rauf, Rosso!” rief ich.

Er bewegte sich keinen Millimeter.

“Rosso, los, lauf das Dach rauf!”, rief ich verzweifelt.

Er bewegte sich keinen Millimeter.

Im Gegensatz zu vor zwei Jahren, wo er am Schneefanggitter hockte, konnte er sich dieses Mal nicht darin verheddert haben. Also, warum bewegte sich mein Kater keinen Millimeter?

Keine Ahnung!

Ich rannte in die Wohnung, um einen Besenstiel zu holen. Mit dem klopfte ich an die Dachrinne, um Rosso Angst machen und ihn dazu zu bewegen, das Dach hochzulaufen und auf der anderen Seite wieder runter – um auf unsere Terrasse zu gelangen.

Rosso bewegte sich nun tatsächlich ein paar Zentimeter – rutschte aber sofort wieder zurück. Währenddessen schrie er unaufhörlich, und im Nachbargarten kläffte ein Hund.

Was für eine Situation! Kläffender Hund im Nachbargarten, schreiender Kater in der Dachrinne. Was sollte ich tun? Wieder die Feuerwehr anrufen? Wahrscheinlich würde Rosso wieder vor Angst vom Dach springen.

So eine Scheiße!

“Was ist denn hier los?”

Christine, meine übernächste Nachbarin, Besitzerin von Martl, stand neben mir. Sie hatte Katzenschreie gehört und erst gedacht, es sei ihr Martl. Doch es war nicht Martl, und nun standen wir unterhalb der Dachrinne und starrten nach oben, zu Rosso. Martl hingegen lag lässig auf dem Hof und war wohl gespannt, was da weiter passieren würde.

“Ich geh jetzt heim, hol meinen Mann vom Sofa und wir bringen eine Leite”, sagte Christine.

Prima Idee!

Mittlerweile versuchte ich noch mehrmals, mit dem Besenstiel Rosso dazu zu veranlassen, die Dachrinne zu verlassen und das Dach hochzutippeln. Er versuchte es auch, rutschte aber jedes Mal wieder zurück.

Warum, verdammt nochmal, rutschte er zurück? Die Dachziegel sind dieselben wie auf dem gesamten Dach. Warum tippelt er problemlos auf der anderen Dachseite von der Terrassenbrüstung zum Dachfirst – das sind über 5 Meter – und warum rutscht er hier ständig zurück? Die Antwort auf diese Frage kenne ich bis heute nicht …

Wenige Minuten später kommt Christine mit ihrem Mann den Hof entlang gelaufen. In den Händen eine Leiter!

Christines Mann analysiert die Sachlage, stellt die Leiter erst an die eine Seite der Dachrinne. Derweil schreit Rosso nach wie vor wie am Spieß. Sein Stimmchen überschlägt sich, und ich hoffe, er springt nicht wieder vom Dach – wie vor zwei Jahren.

Christines Mann stellt nun die Leiter an die Westseite des Daches, direkt neben die Dachrinne und die Stelle, wo Rosso hockt.

Die Leiter steht, ich klettere rauf.

Oben angelangt, packe ich Rosso am Schlafittchen und klettere die Leiter wieder runter. Vor lauter Angst hat Rosso seine Krallen in meinen Hals und in meinen Arm gebohrt. Das Blut läuft mir runter. Aber das ist mir egal. Es ist mir gelungen, meinen Kater vom Dach zu retten. Mit Christines Hilfe! Ich bin ihr und ihrem Mann so dankbar.

Eine halbe Stunde später tippelt Herr Rosso gut gelaunt durch die Wohnung – als sei nichts geschehen.

Eine weitere Stunde später liegen wir gemeinsam im Bett. Ich unter der Decke, Rosso auf der Decke. Meinen rechten Arm, der nicht mehr blutet, habe ich um ihn gelegt.

Rosso schnurrt.

Wir schlafen ein.

Seit diesem Abenteuer hat er das Dach nicht mehr betreten. Und ich hoffe und bete, dass das auch so bleibt …

PS: Warum Rosso auf dieser Dachseite wie ein Wiesel die Ziegel hochrennt und auf der anderen Seite abrutscht, wird mir ein Rätsel bleiben. Es sind schließlich die gleichen Ziegel …

Liebe

kater

Bei diesem Anblick geht mir täglich das Herz auf. Mehrfach. Ach, es ist einfach wunderbar, ein Tier zu lieben. Dazu noch so ein hübsches. Ich stecke meine Nase so gern in sein rotes Fell – er riecht so gut.

ICH LIEBE IHN!

Stöckchen fangen

katzenpfote

Rosso lebt seit 3 Jahren ohne kätzische Artgenossen, nach draußen geht er ja – Gott sei Dank! – auch nicht, und so bin ich sein einziges Bezugswesen.

Ich liebe ihn von ganzem und sehr großem Herzen, und ich vermute, diese Liebe beruht auf Gegenseitigkeit. Zumindest merke ich täglich mehrfach, dass er meine Nähe sucht, mit mir Fangen und Verstecken spielt, ich die Spielmaus durch die Gegend werfe, und er sie fängt und aufs Sofa schleppt.

Dort wartet er dann darauf, dass ich sie wieder in hohem Bogen durch die Luft werfe, und das Spielchen geht von vorn los.

Wir haben aber noch ein Spielchen: Von meinem Bett (eine Spezialanfertigung mit überstehenden Brettern an allen Seiten) hängt meist eine Decke herunter, und unter der versteckt er sich. Mit der Hoffnung, dass ich ihn “suche” und an die Decke klopfe.

Das mache ich meist mit einem Stöckchen. Und er fängt die “Beute” dann.

Eine sehr lustige Angelegenheit, bei der ich immer wieder über die Reaktionsschnelligkeit von Katzen staune. Kaum berührt das Stöckchen die Decke oder raschelt davor auf dem Teppich herum … schon kommt Rossos Pfötchen unter der Decke vor.

Auf diese Weise bespaßen wir uns gegenseitig …

Susi

graue-katze

Wir waren überglücklich, als wir die kleine Ferienwohnung auf dem Gestüt endlich mieten konnten. Etwas heruntergekommen, wie es sich gehört für ein paar Jahrhunderte altes Bauernhaus, inmitten von Tennen, Ställen, einer Reithalle und Koppeln auf 17 hügeligen Hektar. Darauf ein Dutzend Galloway-Kühe, die immer so grimmig dreinschauen, als würden sie gleich zur Attacke blasen, und rund 40 Pferde. Und Katzen, die sich ihre Reviere aufgeteilt hatten.

Unsere Wohnung gehörte zu Monas Revier, einer eleganten Silbergrauen, die wir gleich am ersten Tag kennengelernt hatten. Sie war freundlich, aber wir hatten wenig Kontakt. Ab und zu sahen wir sie im Gras oder auf dem Weg vor dem Garten gelangweilt und nonchalant flanieren, wie es Katzen so wunderbar können, dann riefen wir sie. Sie schaute kurz auf, oder auch nicht, und ging ihres Weges.

Eines Tages war sie verschwunden. Warum? Einige sagten, „Der Fuchs!“ sei gesichtet worden, der für die unerklärlichen Dinge auf dem Lande ja immer wieder herhalten muss. Andere brachten weitere Erklärungen hervor, aber genau wusste es am Ende niemand.

Wie dem auch sei, Mona war weg, und ihr Revier war frei.

Ein paar Tage später sahen wir eine schüchterne Nasenspitze und ein paar neugierige Ohren am großen Tor der Tenne, die direkt an unseren Garten anschließt, und wir erkannten Susi, die eigentlich hinter den Boxen in der Reithalle wohnte. Sie war zum ersten Mal den langen Weg gekommen: Die Neuigkeiten eines freien Reviers haben sich wohl auch bis dorthin herumgesprochen.

Susi hat ein hübsche schwarz-braune Tigerzeichnung, kleine weiße Söckchen, eine weiße Schnute und ein weißes Lätzchen und ist ausgesprochen verschmust. Wir kannten sie schon ziemlich lange. Sie hatte uns in der Reithalle gleich in den ersten Tagen sehr überschwänglich begrüßt, meist mit nachhaltigem Schnurren. Wir hatten uns eingeredet, dass sie uns beide ganz besonders in ihr Herz geschlossen hat, wurden aber bitter enttäuscht, als wir feststellten, dass sie völlig unbekümmert zu wildfremden Besuchern der Reithalle schlenderte und auch von ihnen Streicheleinheiten einforderte. Und Besucher gab es wirklich viele auf dem Gestüt.

In Monas früherem Revier war Susi weit vorsichtiger: Wer weiß schon, welche Gefahren hier, in der fremden Umgebung, nicht weit vom Waldesrand, noch lauern konnten. Wir riefen sie, im festen Glauben, sie würde sich uns anschließen, aber sie ignorierte uns, stets auf der Hut. Sie kam nicht einmal in den Garten, sondern blieb auf dem Weg davor, immer bereit, Zuflucht in der sicheren Tenne zu suchen.

So ging es einige Tage, bis wir uns irgendwann mit langsamen Schritten und, wie wir meinten, einlullenden Rufen in ihre Richtung bewegten. Und siehe da, es funktionierte: Sie lief nicht weg und ließ sich sogar streicheln – gnädig zwar, fast widerwillig und schnurrlos, aber für uns war es ein großer Triumph!

Und dann ging alles sehr schnell. Fortan war sie täglich in der Nähe, sie schien jetzt genauso unbekümmert zu sein wie in der Reithalle, schlenderte unschuldig, aber irgendwie erwartungsvoll vor dem Garten umher und kam zielstrebig zu uns, wenn wir sie vor der Treppe aus riefen – mit ihrem eleganten, fast schwerelosen Trabschritt. Dann genoss sie unsere Streicheleinheiten und fing auch schnell an zu schnurren. Das war für uns die größte Belohnung. Später, wenn wir uns besser kennen sollten und sie wusste, dass sie uns grenzenlos vertrauen konnte, ließ sie sich jedesmal, wenn sie im Garten war, mit einem Plumps zur Seite fallen, streckte sich auf dem Rücken liegend genüsslich in die Länge, und ihr Blick sagte uns, eher fordernd als bittend: „Bauch streicheln!“. Uns bliebt nichts anderes übrig, als sie zu streicheln, und sie genoss es. Das hat sich bis heute nicht geändert.

Susi hatte bis dahin keine direkte Bezugsperson. Sie war halt eine der Katzen auf dem Gestüt, die man mit Trockenfutter versorgte, ansonsten aber ignorierte. Man ging davon aus, dass sie ihren Job, nämlich Mäuse fangen, gut machte, und damit war die Sache für die Gestütsbewohner erledigt. Wir hatten uns eingeredet, dass Susi mit dieser Situation zwar zurecht kam – was sollte sich auch anders machen –, insgeheim aber doch Anschluss suchte: nach 15 Sommern mit sengender Hitze, 15 Wintern mit bitterer Kälte und vielleicht auch 15 Jahren Einsamkeit könnte eine Menschenfamilie ja doch einige Vorteile haben. Uns wahrscheinlich beschloss sie so, uns zu adoptieren.

Ein paar Tage nach den ersten zaghaften Kontakten kann sie die Treppe hoch, zögerte noch, in die Wohnung zu kommen, aber dann trabte sie täglich zielstrebig in die Küche Richtung Fressnapf. Ziemlich schnell auserkorte sie sich mehrere Lieblingsplätze in der großen Wohnküche: einen auf dem Teppich, zwei auf dem Sofa, und als das Wetter im Oktober kühler wurde, verweilte sie dort immer öfter bis zum Abend. Eines Tages blieb sie länger als sonst auf der linken Sofaseite liegen und beschloss, wir wissen nicht, ob aus Bequemlichkeit oder Kalkül, dort auch zu übernachten. Mit dieser Premiere war die Beziehung zur Menschenfamilie aus ihrer Sicht jedenfalls entschieden. Wir hatten nichts dagegen und waren überglücklich: Wir hatten eine Katze!

Als Kind liebte ich meine Katzen über alles, und auch, als ich in die Großstadt umzog, waren Katzen ein paar Jahre lang meine steten Begleiter. Dann irgendwann, nachdem meine letzte Katze verschwunden war – das ist eine lange Geschichte für einen anderen Tag –, widmete ich mich den Erwachsenen-Aufgaben und meiner Karriere: viele Reisen, lange Abwesenheiten, wachsendes Business. Viel Ablenkung, und Katzen hatten in meinem Leben fortan keinen Platz mehr.

Susi hat schlagartig alles verändert. Sie ist das liebste Lebewesen, das ich kenne, neugierig, unabhängig, immer freundlich, anhänglich, einfühlsam, dankbar. Eine symbiotische Beziehung zu einer Katze, geht das überhaupt?

Ich frage mich, wie ich drei Jahrzehnte meines selbstbestimmten Erwachsenenlebens ohne Katze verbringen konnte. Rückblickend empfinde ich, dass es ein großes Versäumnis war, aber es ist müßig, über vergangene Tage zu grübeln. Der Stadt habe ich fast vollständig den Rücken gekehrt, so oft es geht, verbringe ich jetzt die Tage auf dem Gestüt und genieße mein Leben in vollen Zügen mit Susi.

Alain Blaes

Rosso besetzt das Fotostudio

roter-kater

Gestern habe ich einen Rhabarberkuchen gebacken und wollte ihn auf der Terrasse fotografieren.

Kaum hatte ich das Foto-Equipment hingestellt, traute ich meinen Augen kaum: der Rotbär hatte es sich darauf gemütlich gemacht.

roter-kater
roter-kater

Den Kuchen konnte ich dann aber doch noch fotografieren.

Der Kuchen hat übrigens ausgezeichnet geschmeckt …

Rosso im Jahr 2022

roter kater

Das ist das erste Foto meines roten Rackers im neuen Jahr. Einer seiner Lieblingswinterplätze: auf meinem Schreibtisch bei schräg stehender Sonne. Da kriegt Herr Rosso ein schön warmes Bäuchlein.

Vor drei Wochen hat er wieder einen schlimmen Hustenanfall gehabt. Kurzentschlossen bin ich dass am nächsten Tag zu Tierarzt gefahren – zu einem von fünfen. Bei dem waren wir vor eineinhalb Jahren, und bei dem schließt sich – momentan – der Kreis. Denn ich war auch bei der Tierheilpraktikerin, was mich mal wieder 200 Euro gekostet, aber leider nichts gebracht hat.

Also Tierarzt (sh. oben). Der untersuchte ihn und meinte, ein Fremdkörper sei vermutlich nicht der Grund für den Husten. Der Hals sei aber empfindlich (ja, das ist er seit eineinhalb Jahren), und es sei gut, wenn der sich nun mal beruhigen würde.

Er empfahl mir deshalb, Cortison zu inhalieren. Kleine Dosen.

Von Cortison hat der andere Tierarzt auch schon mal gesprochen, denn er meinte, wenn der Husten schlimmer würde, bliebe wohl nichts anderes übrig … als hin und wieder mal eine kleine Dosis zu geben.

Nun inhaliert Rosso seit 22. Dezember 0,2 ml Cortison – in 2 ml Inhalationslösung mit Natriumchlorid.
In den den ersten drei Tagen dreimal täglich, dann jeden zweiten Tag, dann jeden dritten Tag – solange, mit die insgesamt 5 ml Cortison aufgebraucht sind. Cortison inhalieren soll so gut wie keine Nebenwirkungen haben und an Ort und Stelle – also im Hals – wirken. Hoffen wir das mal!

Seit Beginn der Behandlung hat Rosss nun nicht mehr gehustet, und ich schicke ein Stoßgebet gen Himmel, dass sein Hals sich endlich beruhigt hat und er nun nicht mehr husten muss. Denn das sieht jedes Mal furchtbar aus und hört sich auch genauso an …

Rosso und sein Husten

katzenkorb

Seit über einem Jahr hustet Rosso. Anfangs dachte die Tierärztin, die Ursache seien Lungenwürmer. Also machte Rosso eine Wurmkur. Es wurde aber nicht besser.

Dann wurde seine Lunge geröngt, um zu schauen, ob er vielleicht felines Asthma hat. Hatte er nicht, hustete aber trotzdem weiter.

Dann wurde im Dezember ein Stückchen eines Grashalmes in seinem Rachen entdeckt und entfernt. Der Husten wurde weniger, ging aber nicht weg.

Ich habe ihn nochmals untersuchen lassen (insgesamt habe ich in den vergangenen 14 Monaten über 3.000 Euro Tierarztbesuche und Untersuchungen bezahlt), es wurde nochmals eine Endoskopie gemacht – ohne Ergebnis.

Da ich eine aufmerksame Beobachterin bin, habe ich dann festgestellt, wenn Rosso sich in meinen Strickkorb setzt, dessen Inhalt aus ziemlich alter und staubiger Wolle besteht, hustet er spontan. Diagnose der Tierärzte (ich habe zwei – eine Haustierärztin, ohne Röntgenapparat und ohne Endoskopiegerät, und ein kleine Tierklinik, deren Chef ein sehr erfahrener Tierarzt ist, den ich schon sehr lang kenne): Hausstauballergie und/oder Milbenallergie. Es gibt keinen Haushalt ohne Milben … da kann man noch so reinlich sein.

Im Laufe der Monate habe ich das mit dem Wollkorb verifiziert. Kaum sitzt Rosso in den Korb (den ich mittlerweile versteckt habe), hustet er. Es ist also eindeutig, dass sein Husten allergisch ist.

Tun kann man dagegen kaum etwas. Auf Cortison verzichte ich, zumal Rosso auch nicht oft hustet.

Was wir mittlerweile machen: Wir inhalieren – mit Salbeitee. Ich setze Rosso in sein Körbchen, wo er auch brav hocken bleibt, dann fülle Tee in das Inhalatorgefäß (habe mir extra für Rosso ein Inhalationsgerät gekauft) und halte Rosso das Mundstück vors Näschen.

Auf diese Weise inhaliert Rosso täglich 15 Minuten.

Seit die Heizung an und die Luft trockener ist, inhalieren wir mittlerweile zweimal täglich.

Außerdem führe ich eine Excell-Liste, in der ich genau aufschreibe, wann und unter welchen Umständen mein kleiner Rotbär hustet.

Bleibt nun zu hoffen, dass der Husten nicht stärker wird und sich zu felinem Asthma ausweitet!

Frederik und Oskar

Frederik Suter bekam mit 17 Jahren die Diagnose “Neurofibromatose Typ 2”. Das ist eine seltene, genetisch bedingte Erkrankung, die Tumore im gesamten Nervensystem verursacht. Jeder Mensch mit dieser Erkrankung sieht sich mit verschiedensten Problemen konfrontiert.

Frederik muss mit vielen Einschränkungen leben, unter anderem hört er nichts mehr, und vor einigen Wochen ist sein geliebter Kater Oskar von einem Auto überfahren worden.

Hier Frederiks Gedanken, mit denen er sich von Oskar verabschiedet.

Die doppelte Dosis

Juli 21

Lieber Oskar,

kannst du dich an den 5. Juli 2021 erinnern? Du warst mal wieder unterwegs, es war fast schon 11 Uhr abends. Ich hab mich schon ins Bett gelegt, mir meine Boxershorts und T-Shirt angezogen. Plötzlich leuchtet mein Handydisplay auf, ‘private Nummer’ ruft an. Ich lehne ab. Was war das denn? Wenig später nochmal. Ich geh dran, sage ‘ich bin taub’, lege auf. Denke das war dumm. Nochmal Anruf, diesmal sage ich ‘ich bin taub, bitte bei WhatsApp schreiben’. Dann klingelt es wohl an der Tür und wenig später kommt meine Mitbewohnerin ins Zimmer, schaut ernst und sagt was von Oskar, eine Geste, die ich nicht verstanden hab, und ‘Polizei’. ‘Bitte nochmal, ich glaube, ich habe dich falsch verstanden’ sage ich. ‘Oskar überfahren, Polizei da’.

Sofort war ich am Bettrand gesessen, zog mir eine Hose an und stapfte vom Zimmer zum Wohnzimmer, sagte den zwei Polizisten: ‘Moment, ich setze mich an den Küchentisch’. Schritte der Unendlichkeit mit einem unglaublichen Schmerz in der Brust. Was? Wie? Wo? Warum? Warum mein lieber Oskar? Ich konnte es nicht glauben, irgendwie hatte ich auch Hoffnung etwas anderes ist passiert.

Als ich saß, nahm ich mein Handy zur Transkription. Einer der Polizisten sagte: ‘Es tut uns leid ihnen mitteilen zu müssen dass ihre Katze überfahren wurde’ ich versuchte Fassung zu bewahren, war erstmal schockiert und schwieg. Irgendwann: ‘Wo?’ Mainaustraße. ‘Wir haben ihn dabei, wollen sie ihn behalten oder sollen wir ihn mitnehmen und entsorgen?’ ich musste überlegen. War etwas irritiert. ‘Entsorgen? Mein Oskar?’ ich sagte: ‘Ich würde ihn gerne erst nochmal sehen’ und hatte noch die klitzekleine Hoffnung, dass er es nicht war. ‘Gut, der Körper ist ja noch ganz, nur etwas Blut kommt aus dem Maul’. ‘Mir egal’ dachte ich, ‘zeigt mir Oskar!’ Ein Polizist holte einen blauen Sack, ‘wohin?’ Ich sagte ‘Terrasse’, dort wurde er langsam aufgemacht und mit der Taschenlampe beleuchtet. Er zog einen Handschuh an und hob ihn hoch. Ich erkannte Oskar sofort beim Liegen schon. Die Gewissheit setze sich fest, der Schock saß tief. ‘Sieht aus als ob er schläft’ murmelte ich und lächelte ein bisschen. Ich strich ihm nochmal über den Körper, ganz kurz. Ganz warm war er noch. Das Herz pocht nicht mehr?’, wollte ich mit dem letzten Funken Hoffnung wissen. Kopfschütteln. Ich fragte: ‘Kann ich den Kontakt vom Fahrer haben?’ der Polizist fing an: ‘Dem kann man aber keinen Vorwurf machen…’ Ich unterbrach: ich möchte mich bei ihm bedanken, dass er die Polizei gerufen hat…’ der Fahrer wurde angerufen ob ich Kontakt haben darf. Kurzes Telefonat ‘Ja. Genau. Neee. Okay … Ja, ok, tschüss!” Die Nummer stand auf dem Zettel. ‘Heute nicht mehr, aber morgen nach der Arbeit können Sie gerne anrufen’, ‘OK, damit ist unser Job erledigt’. Ich bedankte mich und versuchte einzuschlafen. Nach ein paar Stunden klappte es.

Ich werde nie vergessen, wie du:

– erst Angst, immer mehr Mut hattest, z.b. beim Klingeln der Tür, erst liefst du weg, dann immer hin

– Beim Wunsch nach dringender Aufmerksamkeit seitlich leicht in die Kniekehle gebissen hast

– verrückt nach Federn warst (daher hast du deinen Gebärdennamen ‘Hai’, denn dann warst du so im Zerstörermodus wie ein Hai, der Blut gerochen hat)

– anfingst auf deinen Namen zu hören und kamst (wenn du Lust hattest)

– Mit deinem Hängebauch gewackelt hast bei leichtem Galopp

– Dich in Kartons gesetzt geliebt, oder sie in kleine Stücke zerknabbert hast

– Küchenrollen erledigt hast

– mit deiner Nase meine Faust angestupst hast wenn du betteltest

– Dich unter Decken versteckt hast

– Taschen, Jacken etc. von Gästen sofort beschlagnahmt und darauf gesetzt hast

– komplett stur dich nicht vom Bett oder Sitzplatz hast verdrängen lassen

– bei Leckerlis die Krallen ausgefahren hast

– Dich im Bett neben mir anschmiegt hast und hingeplumpst ist und dich einfach mal komplett nichts gestört hat mit vollem Vertrauen

– manchmal sogar Küsschen gab oder auf mir lagst, Kopf an Kopf

– Wie du es hasstest, hochgehoben zu werden, aber allmählich immer länger im Schoß auf dem Stuhl sitzen bliebst

– Verrückt geworden bist beim Federstab in der Sofaritze oder unter dem Kissen

– Stolz die Federangel weg getragen hast, wenn du sie mal wieder unter vollem Körpereinsatz weggezogen hast, bis der Stab brach oder die Schnur riss (meistens unters Sofa)

– mit einem ‘Miau’ signalisiert hast, dass du es nicht mehr aushältst, Leckerlis oder essen zu bekommen, rauszugehen

– Dein vibrierendes Schnurren im absoluten chill-modus

– morgens Begrüßung, sobald ich Tür aufmache ins Bett gehüpft bist 

– Deine Begrüßung, wenn ich Mal weg war und nachhause kam, manchmal mit vorwurfsvollem ‘Miau’

– Deine Tritte beim Kraulen des Bauches mit den Hinterbeinen aus dem Nichts, plötzlich beginnend und endend

– Oder den Klamottenschrank den du liebtest auszuräumen

– …


Der Schmerz war groß. Aber auch das Wissen war da, dass die Trauer Zeit braucht. Um nicht in die depressive Abwärtsspirale zu gelangen, habe ich meine Dosis Antidepressiva verdoppelt.

Habe auch beschlossen, deinem Bruder Odin die doppelte Dosis Liebe zu geben.
kater

Danke für deine Liebe, die du mir gegeben hast!

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Damit Oskars Bruder Odin nicht so allein sein muss, hat Frederik nun Lucy adoptiert.

lucy

Rosso – mein schöner Untermieter

Lang ist’s her, dass ich hier was gepostet habe. Vorab: Uns geht es gut. Rosso hustet zwar immer wieder mal, aber er frisst mit großem Appetit, sein Fell glänzt und ist schön weich, die letzte Blutuntersuchung hat nichts Negatives ergeben, also gehe ich davon aus, dass der Grund für dein ab und zu auftretendes Husten tatsächlich eine Allergie ist: Hausstaub und Milben.

So eine Allergie kann spontan auftreten, bei Stress zum Beispiel. Und wie ja bekannt ist, musste Rosso im vergangenen Juli (2021) viel Stress ertragen, weil hier das Dach neu gedeckt wurde – mit einer Dämmung. Das Ganze hat fünf Wochen gedauert, in denen Rosso die Werktage von morgens bis abends in der Badewanne verbracht hat. Und genau damals fing das mit dem Husten an.

Dass kurz vor Weihnachten dann ein Stückchen eines Grashalmes in seinem Rachen entdeckt und entfernt wurde, war vermutlich eine zusätzliche Belastung.

Rosso ist ja ein wirklich ganz besonderes ängstliches Kätzchen – sobald die Türklingel ertönt, spurtet er nach oben und versteckt sich unterm Bett. Noch nie im Leben habe ich so eine ängstliche Katze erlebt wie Rosso. Dabei ist er mir gegenüber frech wie Oskar, und er spielt mit mir Verstecken und liebt Schattenspiele. Aber der Stress damals hat vermutich die Allergie zu Tage gebracht, und nun bleibt sie wohl für immer.

Ich liebe meinen roten und verschmusten Kater von ganzem Herzen und freue mich jeden Tag mehrfach über diesen Glückskater, denn er zaubert mir ständig ein Lächeln aufs Gesicht und bringt mich oft zu lautem Lachen. Rosso – mein pelziges Geschenkpaket.

PS: Das Foto von ihm habe ich vorgestern aufgenommen. Da lag er zwischen den Blumentöpfen auf der Terrassenbrüstung. Als ich ihn angesprochen habe, ist er (natürlich) sofort aufgestanden und hat mir dieses schöne Motiv geschenkt.

Hier noch zur Erinnerung: an seinem ersten Tag bei mir. Ein winziges Fellbündel, das genau in meine zwei Hände passte.

Rosso im Selbstbedienungsladen

Vor einiger Zeit habe ich einen Fehler gemacht. Ich habe Rossos Knabberdöschen ins Regal neben meinem Arbeitsplatz gestellt und ihm ab und zu ein paar Körnchen daraus auf den Schreibtisch gestreut.

Das hat der Racker sich sehr schnell gemerkt und steht seitdem öfter (sehr oft) vor dem Regal und schaut begehrlich nach oben.

Reagiere ich nicht sofort, stellt er sich neben mich und schaut mich erst mit großen Augen an. Reagiere ich immer noch nicht reagiere, legt er sein Pfötchen sanft auf meine Schulter oder stupst es mir (wieder äußerst sanft) ins Gesicht.

Reagiere ich immer noch nicht, stellt er sich auf die Hinterpfoten, macht sich lang und … siehe Fotos:

Schlafplatz

Weil ich meine Schranktür nicht abschließen kann (alter Schrank!), findet Rosso, dass er da ab und zu sein Mittagsschläfchen abhalten sollte. Dass er dazu den Schrankinhalt an andere Stelle befördern muss (nach draußen – auf den Fußboden), versteht sich ja von selbst …

Selbstbedienung

Weil ja bekannt ist, dass ich dazu neige, Katzen dem Hungertod auszusetzen, greift Rosso zum letzten Mittel und bedient sich selbst, und das geht so:
1. Auf die Anrichte in der Küche springen.
2. Sich auf die Hinterbeine stellen und gaaaaanz lang machen.
3. Nach den Knabberstängchen krabschen.
Raschel, raschel, raschel.
4. Knabberstäbchen mit den Krallen ein bisschen aus dem Regal fummeln.
5. Sich noch ein kleiiiiines bisschen länger machen.
6. Knabberstäbchenhülle mit den Zähnchen packen.
7. Knabberstäbchen auf den Fußboden schleudern.
8. Zähnchen in die Knabberstäbchen-Hülle bohren.
9. Sich beeilen, bevor Renate kommt und die Knabberstäbchen entwendet. Denn sie mag nicht, dass hartes Plastik in Rossos Magen landen könnte …

Konkurrenzalarm!

Rosso sitzt auf der Terrassenbrüstung und gibt merkwürdige Geräusche von sich. Dabei starrt er aufgeregt in den Garten. Ein Vogel? Ich stehe auf und gehe der Sache auf den Grund. Es ist kein Vogel, es ist Sammy, der Nachbarkater. Er sitzt ein Weilchen da, schaut hier hin, schaut dort hin und macht sich dann wieder auf den Heimweg.

Rosso schaut seinem Konkurrenten hinterher und beruhigt sich dan wieder, als Sammy seinem Blickfeld entschwindet.

DANO – neue Katzenfuttersorte

Rosso hat eine neue Tierfuttersorte geschickt bekommen. Neugierig wie der kleine Rotbär ist, hat er sie natürlich gleich ausprobiert. Und das Ergebnis sieht man hier: Sie hat ihm geschmeckt.

Hier die Pressemeldung: Eine ausgewogene und nährstoffreiche Ernährung ist wichtig, um die Gesundheit der geliebten Samtpfote dauerhaft zu unterstützen. Mit den neuen, biologischen Filets in Soße von DANO gelingt dies besonders einfach. Geeignet für ausgewachsene Katzen und Kater aller Rassen und Altersgruppen, sorgen die vollwertigen Mahlzeiten in den Sorten Huhn, Rind oder Truthahn gleichzeitig für Abwechslung im Napf. Die praktischen Portionsbeutel à 85 g erleichtern derweil nicht nur die Futtergabe, sondern beinhalten bereits alle Nährstoffe, die die Katze pro Mahlzeit benötigt.

Bei der Rezeptur des neuen Nassfutters setzt DANO auf beste Zutaten aus kontrolliert biologischem Anbau sowie eine schonende Zubereitung. Hohe Ansprüche an Nachhaltigkeit sowie Achtung der Natur sind wichtiger Bestandteil der Unternehmensphilosophie. Entsprechend enthalten auch die neuen biologischen Filets in Soße weder Konservierungsstoffe noch zugefügten Zucker oder sonstige minderwertige Zutaten. Was die Filets besonders macht, ist außerdem die bissfeste Konsistenz echten naturbelassenen Fleisches, die sich deutlich von handelsüblichen Patés abhebt.

Die neuen Nassfutter-Sorten Filets in Soße mit Huhn, Rind oder Truthahn sind ab dem 25. März 2021 im Portionsbeutel mit 85 Gramm zu einem Preis von 1,20 Euro online sowie stationär bei Drogerie-Discounter dm verfügbar.