Weihnachtlicher Stubenarrest

Seifenbad

Wie oft Moritz sich schon eine Kralle rausgerissen hat – ich weiß es nicht mehr. Dreimal auf alle Fälle. Wie er das schafft, ist mir ein Rätsel …

Vor ein paar Wochen war es wieder mal so weit. Er hockte auf dem Sideboard und ich sah schon von weitem, dass die linke Hinterpfote blutig war. Ich Moritz geschnappt und nachgeschaut. Ergebnis: die linke äußere Kralle war rausgerissen und die Zehe entzündet. Also Tierarzt.

Dort wurde er versorgt, die Pfote wurde in einem Seifenbad gebadet, und er bekam eine Antibiotikum-Spritze. Die musste ich nach zwei Tagen dann daheim wiederholen. War übrigens nicht lustig … denn das Antibiotikum brennt, wenn man es spritzt.

Ich beobachtete die Zehe und sie sah immer besser aus. Doch nach einer Woche plötzlich war sie wieder geschwollen und rot. Sie war also wieder entzündet. Ich rief die Tierärztin an, die war nicht daheim. Da es früher Abend war und ich unbedingt die Pfote behandeln lassen wollte, suchte ich den Tierarzt drei Dörfer weiter auf. Der verabreichte Moritz eine entzündungshemmende Spritze und wusch die Entzündung mit Salzlösung aus. Ich sollte die Zehe ein paar Tage beobachten und mit Antibiotikum erstmal abwarten.

Die ersten Tage schien die Zehe zu heilen, die Entzündung ließ nach, ich war beruhigt. Doch gestern sah ich, dass die Zehe wieder rot war, ich sprühte entzündungshemmende Tinktur drauf. Dann marschierte Moritz von dannen und ließ sich bis heute früh nicht sehen.

Ich warf einen Blick auf die Zehe – sie sah nicht gut aus! Ich rief die Tierärztin an. Ihr Fazit: Das Antibiotikum hatte wohl nicht alle Bakterien abgetötet und die haben sich wieder ans Werk gemacht.

Bei meinem letzten Besuch beim Tierarzt hatte ich mir vorsorglich Antibiotikum mitgeben lassen. Das muss ich ihm nun zweimal am Tag geben (in Tablettenform). Da der Herr Schwarzbär vorzugsweise über 20 Stunden wegbleibt, hat er nun über Weihnachten Stubenarrest, denn das Antibiotikum muss mindestens 6 Tage, besser 10 Tage verabreicht werden. Zwei Tabletten am Tag.

Das werden lustige Weihnachten! Denn wenn Moritz was nicht leiden kann, dann Stubenarrest. Aber da er der Strawanzer vor dem Herrn ist, und die Entzündung nun konsequent behandelt werden muss, ist die nächsten 10 Tage nichts mit Strawanzen. Denn er muss die Tablette pünktlich alle 12 Stunden schlucken. Und wen er über 20 Stunden weg ist und ich ihm demzufolge die Tablette nicht pünktlich geben kann, ist die Wirksamkeit des Antibiotikums in Frage gestellt, und das darf jetzt nicht ein zweites Mal passieren. Ich stecke die Tablette übrigens in Leberwurst – die mag der Herr Schwarzbär und die Tablette scheint nicht schlecht zu riechen … 

Vorhin habe ich Moritz‘ Pfote noch in Seifenlauge gebadet. Gott sei Dank ist das ebenfalls kein größeres Problem. Ich halte Moritz fest, drücke die Pfote in die Lauge, und dann warten wir gemeinsam, bis 10 Minuten um sind.

Gut ist, dass Winter und die Terrassentür geschlossen ist. Denn sonst müsste ich ihn ins Bad sperren. Habe keine Türen innerhalb der Wohnung, und Moritz’ Freiheitsdrang ist groß!



10 Kommentare

  1. Oh,oh … das hört sich wirklich nach anstrengenden Weihnachtstagen an ;-( Da hoffe ich nur für Dich, dass Tür- & Fenster-Laibungn in der Zeit nicht zu sehr leiden müssen, und Moritz seinen Frust nicht irgendwann an Rosso auslässt!
    Dann wünsche ich mal gute Besserung für Deinen Schwarzbär und Dir starke Nerven …
    LG Silke

    • Nein, Moritz ist ein ganz lieber Kater und lässt seinen Frust weder an Rosso noch an mir aus. Er trägt den Stubenarrest mit Fassung.

      Liebe Grüße
      Renate

      • Schön, dass die Behandlung anschlägt, und der Hausarrest erträglich ist!

        Allegra hatte sich damals eine Kralle abgerissen, als Cäsar mal wieder auf Hausbesuch war. Wie sie das geschafft hatte, konnten wir auch nicht nachvollziehen. Aber es muss wohl ein heftiger Kampf stattgefunden haben …
        Moritz als Strawanzer hat da wohl leider immer ‘gute Karten’ in solche Situationen verwickelt zu werden.
        Dann wünsche ich Euch ganz gemütliche Weihnachtstage – vielleicht lieber mit etwas Regen, damit es ihm nicht allzu schwer fällt 😉
        Liebe Vorweihnachtsgrüße von Silke und den 3 grauen Plüschtieren

  2. engelundteufel

    Ach herrje, da habt ihr ja Beide zu Weihnachen einen richtigen
    “Hauptgewinn”. Wahrscheinlich ist Moritz einfach zu ungestüm und
    sieht die Gefahren nicht, dass er ständig mit seinen Pfoten zu tun hat.
    Erstaunlich ist ja, dass er seine Pfote so ruhig baden lässt.
    Ich drücke euch die Daumen, dass die Pfote bald gut verheilt ist!
    Er kann froh sein, dass du so fürsorglich bist und dich so gut um ihn
    kümmerst. Als Straßenkater hätte er bestimmt keine guten Karten!

    Liebe Grüße
    von Elke

    • Genau das habe ich mir gestern auch gedacht, liebe Elke. Als Straßenkater wäre er vermutlich bereits tot, denn wenn alle die Zehenentzündungen, die er nun schon hatte, nicht behandelt worden wären – ob er das überlebt hätte? Ich bezweifle es. Denn wenn ich mich erinnere, wie die Zehe vor drei Tagen aussah … dunkelrot.
      Doch das Antibiotikum hat sofort angeschlagen, gestern Abend schon sah die Zehe deutlich besser aus, und die Farbe ist allmählich wieder rosa.
      Liebe Grüße
      Renate

  3. Das freut mich für euch, dass das Antibiotikum so gut gewirkt hat
    und es nun wieder aufwärts geht.
    Schön, dass er mit seinem Stubenarrest so gut umgehen kann!

    Liebe Grüße von
    Elke

  4. Christiane

    auch von uns werden fest die Däumchen und Pfötchen gedrückt, das es schnell heilt. Das er keinen Appetit hat kann man sich gut vorstellen, denn auch unsereins hat bei Kranksein absolut keinen Hunger.
    Viele Knuddler an den Stromer und auch an Rosso und Dir liebe Grüße von einer immer noch verschnupften Christiane, die ihren Schatz heute mal in die Stadt geschickt hat, er hätte noch so einiges zu Erledigen ;-))

  5. Hoffentlich hat sich Moritz zwischenzeitlich komplett erholt! Schönen Gruß von einem Leidensgenossen, der sich zwar keine Kralle rausgerissen, aber dafür eine Prügelei geliefert hat. Daraufhin war Minnie fast zwei Tage verschwunden, bis wir ihn aus der Nachbarsscheune geholt haben. Das wären tolle Weihnachten geworden … Die Verletzungen kann ich nicht ganz einordnen, es könnte tatsächlich ein Marder gewesen sein. Minnie hat einfach sehr viel geschlafen und mit Arnika und einem Schmerzmittel sieht das alles inzwischen ganz gut aus. Heute ist er mal durch den Garten getollt, das werte ich als gutes Zeichen …
    Weiter gute Besserung für Moritz und Dir und Euch einen guten Rutsch, Renate!
    Viele Grüße von Doris

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