Patient ausgebrochen

Heute Nacht um eins tut es in der Küche einen lauten Knall und danach verschwindet Moritz in der Dunkelheit. Er hat die Katzenklappe aus der Verankerung gerissen. Sie ist nur in die Holzwand gesteckt und nicht verschraubt. (Fehler!) Ich lag danach im Bett und musste mir erstmal eine Beruhigungstablette verpassen, damit überhaupt daran zu denken war, auch nur eine Minute schlafen zu können.

Vorher sah ich Moritz vor meinem geistigen Auge irgendwo verzweifelt an seinem Verband zerren, weil der sich irgendwo in einem Zaun oder sonst einem spitzen Gegenstand verheddert hat. Falls es ihm irgendwie gelingen würde, den sehr gut sitzenden Verband doch zu entfernen, stellte ich mir vor, wie Keime seine Wunde entzünden und er irgendo in einem geschützten Eckchen sein Leben aushauben würde. Nicht weit weg von mir, aber meinen Augen entschwunden und ich würde ihm nicht helfen können.

Mit solchen Gedanken schlief ich irgendwann ein.

Meine Hoffnung, dass er heute Nacht irgendwann freiwillig oder bestenfalls mit einer Maus nach Hause kommen würde, hat sich leider nicht erfüllt.

Heute früh bin ich in den Garten gegangen, um nach ihm zu sehen. Daran, dass er auftauchen würde, habe ich nicht geglaubt.

Doch da war: er hockte im Nachbargarten und schaute mir durch den Maschendrahtzaun interessiert und in Habachtstellung entgegen. Über den Zaun zu steigen und ihn fangen zu wollen – ein aussichtsloses Verfangen. Moritz ist flink wie ein Wiesel.

Mittlerweile waren diesseits des Zauns Lili und Lieschen eingetroffen und ich hoffte, er würde näher kommen. Kam er zwar, sprang dann aber mit großen Sprüngen von dannen, in einen anderen Nachbargarten. Dort konnte ich den Zaun leicht überwinden und ging langsam auf ihn zu. Er sofort wieder weg!

So ging da Spiel ungefähr eine Stunde. Er kam immer in meine Nähe, aber sobald ich nach ihm greifen wollte, zack! – war er wieder weg.

Nun rennt er unten rum, und die Wahrscheinlichkeit, dass ich in zwei Stunden mit ihm zur THP fahren kann, um Verband zu wechseln und Antibiotoka zu verabreichen, ist sehr gering. Keine Ahnung, was ich in so einer Situation tun soll.

Hab gerade mit der THP telefoniert – die meinte, er soll halt wenn möglich, das AB bekommen, und der Verband müsse auch demnächst runter. Aber das geht halt nur, wenn der Ausbrecher heimkomm oder sich fangen lässt. Und weder das eine noch das andere ist wahrscheinlich. Ach, ich glaube, ich werde meine Katzen abschaffen. Machen immer nur Ärger und Stress …

8 Kommentare

  1. NEIIIIIIIIIIIIIN, nicht die Kätzchen abschaffen. Entspann dich!
    Moritz wird schon wieder kommen und alles wird gut. Früher bekamen die Tiere nie Antibiotikum und es hat auch geklappt.
    Er hat ja die erste Ladung drin und die wirkt. Lass dir eine Tablette oder mehrere geben, die kannst du ihm dann selbst unterjubeln.
    Ich halte sie immer mit mehreren Brekkies für eine Zeit in der Hand, damit sie nach Brekkies riechen … Klapp super!
    Drücke die Daumen!

    • Dazu muss der Ausreißer aber erst mal geneigt sein, nach Hause zu kommen. Von 3 Metern Entfernung kann ich ihm die Tablette nichts ins Mäulchen werfen … Außerdem muss das AB heute verabreicht werden.

  2. Ich kann mir gut vorstellen, wie geschockt du heute Nacht warst, als Moritz abgehauen ist. Auch ich habe oft Stress und Ärger mit meinen Katzen. Man muss ein ganz schön dickes Fell haben, um auch solche unerfreulichen Ereignisse zu verkraften.
    Ich bin gespannt, wie das nun mit Moritz ausgehen wird. Ob er denn wieder den Weg nach Hause finden wird???

    Liebe Grüße von

    Elke

    • Meine Nachbarin hat ihn heute am späten Nachmittag eingefangen. Ich habe ihr erzählt, dass der Rabauke abgehauen ist, und so gegen 16.00 Uhr kam an angedackelt. Sie saß im Garten und tippelte auf sie. Ihr vertraut er ja …!
      Sie hat ihn also geschnappt, und eben war ich mit ihm bei der THP. Verband ist ab, OP-Wunde sieht sehr gut aus.

      300 Euronen hat mich der “Spaß” insgesamt gekostet …

  3. Christiane

    und wie geht es Euch beiden heute??? Bin gestern nicht zum lesen gekommen. Aber Du wirst doch nicht Deine Katzen abschaffen….
    Toll das Deine Nachbarin so mitgewirkt hat. Ganz liebe Grüße zu Dir und dem Rabauken
    von Christiane

  4. Natürlich schaffe ich meine Lieblinge nicht ab, liebe Christiane. Ein Leben ohne Katzen ist mir mich nicht vorstellbar. Aber manchmal ist es schon zum Haare raufen …

  5. Nix da mit Katzen abschaffen – das bringst du gar nicht übers Herz!!! Der Hausarrest war doch zu viel für den Schwarzbären 🙁 Hoffentlich kommt er bald wieder – da wird er sich den Verband bestimmt abgemacht haben *vermut*
    Schnurrer Engel und Teufel

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