Moritz und die grüne Hölle

Die Wunde sah heute ausgezeichnet aus: zugewachsen, bis auf eine kleine Stelle. Ich hab den Tierarzt angerufen und gefragt, ob sie wieder aufplatzen könne, wenn Moritz draußen rumrennt. Der Fachmann meinte, die Gefahr sei sehr gering und meinte auch, ich solle ihn rauslassen. Aber … die Katzenmutti macht sich natürlich trotzdem Sorgen, weil der Strawanzer eben ein Strawanzer ist und die Aussicht besteht, dass ich ihn tagelang nicht zu Gesicht bekomme.

Trotzdem habe ich vorhin den Rollladen zum Balkon oben gelassen. Der war nämlich die ganze Zeit unten, weil Lieschen vor einigen Jahren bei einem Stubenarrest von dort aus aufs Dach gesprungen ist. Man glaubt es kaum, aber es war trotzdem so. Sie ist senkrecht nach oben gesprungen! Denn plötzlich war sie verschwunden, und ich habe sie im Garten wiedergefunden. Kaum hatte ich sie nach oben transportiert, tippelte sie flugs zum Balkon, sprang aufs Gelände und wollte gerade zum Sprung ansetzen – den ich dann verhindert habe.

Balkon

Aus diesem Grund war die vergangenen Tage der Rollladen zum Balkon unten. Denn was Lieschen kann, kann Moritz erst recht – er ist ein ganz hervorragender Springer!

So, das zur Sachlage.

Weil die Wunde ja fast zu ist, und ein Ausbüchsen nicht so tragisch wäre, habe ich also vorhin den Rollladen oben gelassen, und war kurz Einkaufen. Moritz war zu dem Zeitpunkt oben in der Galerie. Als ich wieder kam, war er nicht mehr in der Galerie. Er war überhaupt nirgendwo zu sehen. Aha, dachte ich, der Racker hat es doch tatsächlich gemacht wie Lieschen. Rauf aufs Geländer, raufs aufs Dach – und weg. Na ja, den Anblick seines erstaunten Gesichtes bei der aktiven Freilassung hat er mir nicht gegönnt. Das war die eine Sache. Die andere Sache war die, dass ich mir Gedanken machte, was mit der Wunde passiert ist, als er senkrecht nach oben sprang und sich mit den Vorderpfoten am Dach aufgehängt hat. Die Wunde ist ja am Schultergelenk der rechten Vorderpfote! So ein Sprung + Aufhängen belastet die Stelle! Hoffentlich ist sie nicht geplatzt! Gedanken dieser Art beschäftigten mich und ich ging in den Garten – mit der sehr geringen Hoffnung, meinen Schwarzbär vor die Augen zu kriegen. Ich bekam ihn nicht vor die Augen!

Vorhin bin ich mit Gießkanne in die “grüne Hölle” gegangen und habe meine Pflanzen gegossen. Und plötzlich eine Bewegung – Moritz! Er war nicht ausgebüchst, sondern hatte es sich unter der Pflanzentreppe bequem gemacht. Frischluft ist bei diesen Temperaturen wohl besser als die Betthöhle …

Balkon-2

Unter der Treppe liegt er nun immer noch. Wenn ich nach ihm schaue, schaut er misstrauisch zurück.

Balkon-3

Im Großen und Ganzen ist er aber ziemlich gelassen …muede

Lili geht es gut. Sie liegt im Schatten des Sonnenschirms auf der Terrasse und hat nach wie vor guten Appetit. Ich freue mich so sehr, dass wir beide uns noch haben. Jeden Abend kuscheln wir auf dem Sofa … mit laufendem Schnurrmotor!

Lili

2 Kommentare

  1. Lili und ihr Schnurrmotor – wie schön 🙂
    Moritz hätten wir in der grünen Hölle ohne den Pfeil nicht erkannt 🙂
    Schnurrer Engel und Teufel

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