Moritz schmollt

Seit drei Tagen hatte ich gestern Moritz nicht gesehen. Also marschierte ich pfeifend durch den Garten – die Hoffnung, dass er reagiert, war allerdings gering.

Doch ab und zu geschehen kleine Wunder, und ich hörte ihn miauen. Das Geräusch kam aus dem Nachbargarten, wo er sich gern und demzufolge oft aufhält. Ich pfiff weiter, er miaute zurück, ließ sich aber nicht blicken. Ich pfiff und pfiff … und nach einigen Minuten bequemte Herr Schwarzbär sich, mir seinen Anblick zu gönnen. Jenseits vom Zaun versteht sich. Dort hockte er und schaute mich vorwurfsvoll an.

Dann sprang er über den Zaun. Aber nicht in unseren Garten, sondern in den anderen Nachbargarten. Dort hockte er sich wieder hin, miaute kläglich und schaute mich erneut vorwurfsvoll an. Dann legte er sich unter einen Strauch und ich holte den Fotoapparat.

Dann kam der Herr Schwarzbär allmählich auf mich zu. Immer noch mit sehr vorwurfsvollem Blick, und ich rechnete nicht damit, dass er in unseren Garten kommt, er machte es aber trotzdem. Gemächlich tippelte er auf mich zu. Natürlich ließ er sich nicht fangen, sondern legte sich auf der Rampe zu unserem Hof erstmal nieder.

Ich redete beruhigend auf ihn ein und streichelte ihn behutsam. Das ließ er sich gefallen – normalerweise rennt er nämlich weg, wenn er meine Hand auf sich zukommen sieht …

Ich schnappte ihn und trug ihn nach oben, schließlich hatte er seit drei Tagen nichts gefuttert, zumindest nicht bei mir. Nein, stimmt nicht, ich habe ihm vorgestern Nacht Futter auf die Terrassenbrüstung gestellt, und der Napf war am nächsten Morgen leer. Hätte allerdings auch Lieschen sein können …

Kaum war Moritz in der Wohnung, kam auch schon Rosso angetippelt.

Da der kleine Rotbär wirklich kess ist und auch Moritz das Futter stibitzt, habe ich den Napf für ihn auf die Terrassenbrüstung gestellt. Und wie man sehen kann, muss ich wirklich aufpassen, dass der kleine rote Racker nicht auf die Brüstung gelangt, denn jeden Tag kann er besser hochspringen … Und plötzlich tauchte auch Lieschen auf.

Die beiden großen haben dann auf der Brüstung in Ruhe futtern können und sind nach der Mahlzeit sofort wieder in Richtung Garten verschwunden …

4 Kommentare

  1. Das ist ja gar nicht gut, dass Moritz und Lieschen sich gar nicht mehr
    wohlfühlen bei dir, seit dem der süße Rosso bei euch ist.
    Hoffentlich gewöhnen sie sich mit der Zeit an ihn, damit sie auch
    wieder nach Hause kommen.
    Irgendwie können sie sich wohl noch nicht an den Gedanken gewöhnen,
    dass jetzt ein neuer Kater bei dir lebt.
    Moritz geht ja ziemlich unbedarft mit ihnen um, so dass sie sich von ihm sehr
    gestört fühlen.
    Ich hoffe doch, dass sie sich mit der Zeit an die neue Situation gewöhnen
    werden.

    Liebe Grüße von
    Elke

  2. Sie werden sich schon an Rosso gewöhnen. Immerhin kommen sie freiwillig heim … Und der Stress wird immer ein bisschen weniger.

  3. Tanja P

    Schön, hast die Großen auch mal wieder mit der Kamera erwischt. Gut Ding will Weile haben gell… Veränderung im Revier braucht in Ruhe verdauen. Aber solange sie immer mal wieder nach dem Rechten sehen im Rossolino-Reich, wird das schon werden. Viele liebe Grüße!

  4. Na dann hoffe ich mal, dass bald alles in Butter und Rosso integriert ist. Wäre echt schade, wenn jemand anderes dafür freiwillig auszieht.

    Hab ein schönes Wochenende 🙂

    LG Frauke

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