Wie viele Mäuse ich schon gerettet habe, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass es sehr viele waren. Vor ein genau einer Woche war es mal wieder soweit. Mitten in der Nacht die typischen Beutegeräusche von Moritz. Er muss nämlich immer laut verkünden, dass er was gefangen hat …

Also, ich aufgestanden und die Treppe ins Wohnzimmer runter getappt. Moritz hockte vor dem Sofa, Rosso daneben. Zwischen den beiden tippelte eine Maus hin und her. Bevor sie in Richtung Sideboard tippelte und dann dahinter verschwand, habe ich beherzt nach ihr gegriffen und sie auch tatsächlich fangen können. Normalerweise fange ich Mäuse erst, indem ich ein kleines Frotteetüchlein über sie geworfen habe … aber dazu war keine Zeit.

Der Maus gefiel das gar nicht. Na ja, sie konnte nicht ahnen, dass ich sie retten wollte.

Auf alle Fälle hat die Maus mich gebissen. Und das gleich zweimal. Einmal in den Zeigefinger und einmal in die Hand. Der Biss in die Hand hat gleich geblutet, und zwar ziemlich stark. Das Blut tropfte auf die Treppe im Hausflur – auf meinem Weg in den Garten, wo ich die Maus dann frei ließ.

Das Blut habe ich abgetupft und bin dann wieder ins Bett gegangen.

Am nächsten Morgen waren Hand und Finger etwas geschwollen, ich bin aber nicht zum Arzt gegangen.

Das war vielleicht ein Fehler, denn am Samstag bin ich aufgewacht, und mein Zeigefinger tat sehr weh und war sehr angeschwollen. Der vier Tage alte Biss (!) hat sich plötzlich entzündet, denn die Stelle war nicht nur rot, sondern zeigte auch zwei gelbe Stellen. Eiter! Dran rum gedrückt. Nichts. Ich eine Stecknadel geholt und reingestochen und gedrückt. Viel kam nicht raus, aber die Stelle war nun offen.

Danach ein Seifenlaugebad gemacht und anschließend den Finger mit Calendulatinktur beträufelt. Damit die Oberfläche der Entzündung nicht eintrocknet, habe ich noch Calendula-Salbe drauf getupft und ein Pflaster drauf geklebt.

Am Abend war der Finger noch genauso dick wie am Vormittag. Ich also den Finger wieder in Seifenlauge gebadet, und dann kam ich auf eine prima Idee. Vor einiger Zeit hat mir ein Arzt nämlich eine “Wundersalbe” verschrieben. “Pyolysin-Salbe” mit speziellen Wirkstoffen gegen Entzündungen. Angeblich wirken da Bakterien gegen Bakterien (meine laienhafte Wiedergabe).

Also die Salbe auf die Entzündung, dann ein Pflaster drauf.

Am nächsten Morgen tat der Finger nicht mehr weh und war auch ein bisschen abgeschwollen.Heute – drei Tage später – ist fast alles wieder gut. Nur die Bissstellen sind noch rot.

In Zukunft werde ich Mäuse nur noch mit Frotteetuch fangen. Denn nicht alle Mäuse sind so zutraulich wie diese hier.

maus gerettet

Nachsatz: Bekam eben einen Tipp in einer Katzengruppe, wo ich dieses Erlebnis auch veröffentlicht habe. Nun habe ich mir eine Lebendfalle bestellt. Da muss ich auch nicht mehr Regale rücken. Das musste ich vergangene Woche nämlich auch – natürlich wieder mitten in der Nacht. Ich werde davon berichten …

Noch ein Nachsatz: In derselben Gruppe wurde ich noch darauf hingewiesen, dass ich mich gut beobachten solle – Mäusebisse können Hantaviren übertragen! Wusste ich nicht … Die Inkubationszeit dauert 2–4 Wochen!

Die Sache mit der Maus

7 Gedanken zu „Die Sache mit der Maus

  • 9. Mai 2018 um 00:24
    Permalink

    Die Hantaviren sind wirklich gefährlich und können lebensbedrohend sein. Sogar wenn man eine Maus in einer Lebendfalle fängt, soll man Einmalhandschuhe und einen Mundschutz tragen, wenn man die Maus weg bringt. Die Falle danach desinfizieren. Und man darf Staub auf Böden usw. nicht einatmen, wenn man sie reinigt (das aber nur nass).
    Pass gut auf dich auf!!!!!
    Liebe Grüße
    Lakritze & Co

    Antworten
    • 9. Mai 2018 um 00:25
      Permalink

      Ja, das habe ich eben auch gelesen. Da hab ich ja bisher Glück gehabt – bei all meinen Mäuserettungsaktionen. Denn ich wurde letzte Woche nicht das erste Mal gebissen …
      Liebe Grüße zurück – Renate

      Antworten
  • 9. Mai 2018 um 17:41
    Permalink

    Da hatte ich heute früh mehr Glück. Ich habe die Maus von Miri im Nacken gepackt, in eine Tupperdose gesteckt, Deckel drauf und dann ging es auf eine Wiese.
    Renate, beobachte die gut, nicht dass noch was nachkommt.
    Grüesslis, Margrit

    Antworten
    • 9. Mai 2018 um 19:27
      Permalink

      Mach ich, liebe Margrit!
      Lieber Gruß zurück – Renate

      Antworten
  • 15. Mai 2018 um 22:43
    Permalink

    Liebe Renate,

    du bist ja eine heldenhafte Mäuseretterin. Leider hatte die Maus sogar kein Verständnis
    dafür, dass du sie retten wolltest!!! Du schreibst ja, dass du schon sehr viele Mäuse
    gerettet hast und dabei auch gebissen wurdest. Und die Bisse immer gut überstanden
    hast! Ich hoffe, dass es auch dieses Mal der Fall ist!
    Ich hoffe, dass mit deinem Finger jetzt alles wieder in Ordnung ist.

    Liebe Grüße von
    Elke

    Antworten
  • 24. Mai 2018 um 12:33
    Permalink

    Och nö, nicht auch noch Hantaviren – ich hoffe, es geht Dir jetzt auch noch gut!

    Im Mäusefangen muss ich mich jetzt wohl auch wieder üben, denn sei Anfang Mai sind unsere Mädchen Teilzeit-Freigänger und inzwischen schon recht erfolgreich im Mausefang. Allerdings kamen die letzten Mäuse nun schon tot – jedoch ohne Beuteruf – im Haus an und wurden sogar verspeist. Das werden wirklich spannende Zeiten! Aber ob und wann es auf unserem Blog weitergeht, wird die Zeit zeigen. Wegen der Datenschutzverordnung habe ich die Blogs zunächst mal auf privat umgestellt …

    Liebe Grüße von Silke und den 4 grauen Plüschtieren

    Antworten
    • 24. Mai 2018 um 12:42
      Permalink

      Keine Hantaviren! Die Bissstellen sind zwar noch ein wenig rosa, aber gut geheilt.
      Lieber Gruß – Renate

      Antworten

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