Unter keinem guten Stern

Bruna Berger, Brasilien

Die Stöpsel war eine Verrückte. Sie entstand aus einem Ausrutscher meiner Katze Frau Hendlmaier mit Nachbarskater Otto. Als die Babys dann auf der Welt waren, sahen drei aus wie die Frau Hendlmaier und drei wie Otto.
Alle wurden liebevoll umsorgt. Doch eines Tages war ein Baby plötzlich verschwunden. Wir hatten die Kleinen in den Garten gelassen, um die Frühlingssonne zu genießen, und dann war eine weg. Alles Suchen und Zettel aufhängen  war vergebens. Nach drei Tagen aber bekam ich eine Nachricht, dass da so eine Katze gefunden und vermittelt wurde an irgendjemanden. Herausgestellt hat sich letztendlich, dass Kinder die kleine Katze aus dem Garten einfach mitgenommen und heimgetragen hatten. Und die Mutter hatte nicht weiter nachgefragt, sondern die kleine Mieze einfach weiter vermittelt. Und so hab ich die kleine Stöpsel dann endlich nach zwei Wochen, zehn Kilometer weit entfernt, wieder gefunden.

Stöpsel lebte von Anfang an unter einem unglücklichen Stern. Als ich sie endlich wieder zu Hause hatte, sie war damals ungefähr fünf Wochen alt, wurde sie so anhänglich, dass sie immer bei mir und meinem Freund sein wollte. Wie alle Katzenbabys kletterte sie an Hosenbeinen hoch und wollte immer mit ins Bett. Eines Nachts kletterte sie auch wieder ins Bett und legte sich zur Nachtruhe an den Rücken meines Freundes. Und dann geschah es. Er drehte sich im Schlaf um und schon war‘s passiert…

Irgendwie hat er es selbst gemerkt und weckte mich total aufgelöst. Und da lag sie, die kleine Stöpsel und atmete nicht mehr. Ich war so in Panik, dass ich ihr sofort Luft in die Nase geblasen habe. Mund–zu-Mund–Beatmung. Und nach einigen Minuten hat sie tatsächlich wieder angefangen zu atmen. Ich kann nicht beschreiben, was das für ein Gefühl war. Die ganze Nacht habe ich sie herumgetragen und gewärmt, bis ich morgens endlich den Tierarzt erreicht habe. Es stellte sich heraus, dass ich sie gerade noch im richtigen Augenblick erwischt hatte. Aber uns war damit klar, diese Katze geben wir nicht mehr her. 

Und so blieb die Stöpsel bei uns. Sie war immer kleiner als ihre Geschwister, aber sehr fröhlich und eine wirklich ganz Verrückte. Außerdem war sie eine hervorragende Jägerin. Sie hat einfach alles gefangen, was sich irgendwie bewegt hat. Das Katzennetz am Balkon hat sie überhaupt nicht interessiert. Jede Nacht hat sie neue Löcher rein gerissen oder gebissen und ich hab jeden morgen Löcher geflickt, aber trotzdem war sie einfach jede Nacht unterwegs. Alles hat sie heimgebracht. Vorzugsweise lebendig. Viele, viele Siebenschläfer mussten ihr Leben lassen. Einmal hab ich drei Tage lang ein Mäuslein gefüttert (nicht lachen!), das sich unter meinen Sessel flüchten konnte. Mehrere Mäuschen haben mich in die Finger gebissen, als ich sie gerettet habe. Ihr Leben mussten sie trotzdem lassen, denn Stöpsel hat sie dann doch irgendwann erwischt.

Und dann kam der Tag, an dem sie nicht mehr heimgekommen ist. Überall in der Nachbarschaft hab ich sie gesucht, in jeder Tiefgarage und sonst wo. Und an allen möglichen Stellen hab ich Zettel aufgehängt. Am zweiten Tag bekam ich den Anruf, dass eine Straße weiter eine überfahrene Katze läge. Es war Stöpsel. Der Weg zu den Siebenschläfern hat sie umgebracht. Eine einsame Straße, am Tag nur zwei Autos, aber eines davon hat sie erwischt. Wie gesagt, ihr Leben stand unter keinem glücklichen Stern.

Uschi Weiller


Die Geschichte ist in “Das kunterbunte Katzenbuch Nr. 2” veröffentlicht.
Hier kann man es bestellen.

Heiß!

Ich sitze fast den ganzen Tag in der Wohnung, mit sehr wenig bis gar nichts an, denn es ist soooo heiß. Mir tun meine Leisetreter leid, die ihren vermaledeiten Pelzmantel nicht ausziehen können.

Moritz und Lieschen liegen fast die ganze Zeit irgendwo an einem schattigen Plätzchen in den Nachbargärten. Mein kleiner Rotling dagegen sucht sich nun kühle Plätze:

Sommerfrische – Nr. 1

Meine Nachbarin hat ein Foto gemailt: Herr Schwarzbär am Pool.

moritz-am-pool

Foto: Edith Kleine-Albers

Ich habe meine Nachbarin gefragt, ob im “Pool” auch Goldfische schwimmen. Nein, keine Goldfische! Dann frage ich mich, wo Moritz den Goldfisch geangelt hat, dessen Kopf ich neulich unterm Sofa gefunden habe …

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