Da liegt einer in MEINEM Karton!

Rosso wundert sich. Da hat doch jemand SEINEN Karton in Beschlag genommen! Wie gut, dass im Flur ein nagelneuer Ersatzkarton steht …

kater-im-karton

Seit zwei Tagen ist es kühl am Ammersee. Und es regnet. Da zieht Moritz es vor, sein Schläfchen in der Wohnung zu halten. Und zwar in Rossos Karton.

schwarzer-kater-im-karton

Wie man deutlich sehen kann, hat Rosso, der kleine Trockenbauer, sich sehr viel Mühe gemacht, den langweilig geraden Wänden eine neue Form zu geben …

schwarzer-kater-im-karton

Die scheint Moritz auch zu gefallen, denn er liegt jetzt nur noch dort drin. Wenn er daheim ist …
Außerdem ist es dort auch sehr weich: Kissen + Kaninchenfell.

P.S.: Wie man sehen kann, hat Rosso gleich begonnen, den neuen Karton zu bearbeiten …

rosso-im-neuen-karton

Rosso als Bürodiener

Dass Katzen freie Kost und Logie haben – ohne die geringste Gegenleistung –, ist ein Unding. Deshalb hat Rosso nun einen Job als Büroangestellter angetreten und ist schon fleißig bei der Arbeit. Wie man sehen kann, ist er hervorragend für anspruchsvolle Aufgaben geeignet. Hier entfernt er gerade eine Verpackung …

Mein roter Motivator

Seit ziemlich genau 35 Jahren verdiene ich meine Brötchen als kreative Freiberuflerin. Und nach wie vor macht mir meine Arbeit GROSSE Freude. Denn ich habe die Freiheit, meine Zeit und meinen Arbeitsplatz so einzurichten, wie es mir gefällt.

So habe ich bei meinem Schreibtisch darauf geachtet, dass er sehr geräumig ist. Denn ich brauche aus verschiedenen Gründen viel Platz. Unter anderem brauche ich Platz für meinen roten Motivator. Jedes Mal, wenn ich an ihm vorbei gehe, wird mir ganz warm ums Herz. Wie er so daliegt – so vertrauensvoll hingegossen.

 

kater-auf-dem-schreibtisch

Damit er es schön weich hat, habe ich natürlich eine Decke für ihn hingelegt. Und genau auf der liegt er – jeden Tag. Solange, wie ich arbeite.

Katzenbeute der besonderen Art

Meine Katzen bringen unterschiedliche Beute heim, in erster Linie natürlich Mäuse. Aber ich fand auch schon Blindschleichen, Vögel (einmal sogar eine Krähe!), Ratten, Frösche, Kröten, Grillen, Heuschrecken, Schmetterlinge, auch ein Goldfisch war dabei – und gestern lag dieses Tier auf der Terrasse:

steinkrebs

Es handelt sich um einen kleinen Steinkrebs. Ich habe das nicht selbst herausgefunden, aber erfreulicherweise kenne ich Karin Greiner, ihres Zeichens Biologin, Autorin, Journalistin und Kräuter- und Pflanzenexpertin. Ihr schicke ich immer dann ein Foto, wenn ich auf meiner Suche nicht fündig werde. Und es gab noch keinen einzigen Fall, in dem sie keine Antwort hatte. Danke, liebe Karin, du unerschöpflicher Quell jedes biologischen Wissens!

P. S.: Wenn ich kann, rette ich die Beute. So habe ich schon viele Blindschleichen in den Garten transportiert, eine Meise habe ich (erfolgreich) aus Moritz‘ Maul gezogen, auch die erwähnten Frösche und Kröten habe ich nach unten getragen, und allein letzte Woche habe ich drei Mäuschen das Leben gerettet. Dass es Menschen (Frauen) gibt, die angesichts einer Maus schreind davon rennen, kann ich nicht verstehen. Die kleinen Tierchen sind so niedlich! Ihre rosa Pfötchen, ihre kleinen Knopfaugen, ihr weiches Fell …

Katze als Spielzeug?

Vor ein paar Stunden hat Verena, eine Frau aus der Nachbarschaft, an meiner Tür geklingelt. Ihr sei eine Katze zugelaufen, sagte sie ziemlich ratlos. Und die Sache war so abgelaufen. Vor ein paar Tagen lag sie spät abends im Bett, als sie ein lautes Miauen und Rattern hörte. Sie sprang aus dem Bett und rannte ins Wohnzimmer. Was sah sie dort? In der Fliegengitter-Tür hing an allen Vieren eine junge Katze und jammerte gottserbärmlich.

Vorsichtig öffnete Verena die Tür und ließ das Kätzchen rein. Es war sehr zutraulich und tippelte gleich in der Wohnung rum. Nachdem die kleine Katze alles erkundet hatte, hopste sie auf Verenas Bett und hat dort die Nacht verbracht – ganz nah an Verena gekuschelt. Am nächsten Morgen machte sie sich wieder auf die Socken, stand aber wenige Stunden später wieder auf dem fast ebenerdigen Balkon. Seitdem ist sie täglich bei Verena, bekommt was zu fressen und schläft entweder im Bett oder auf dem Balkon.

Vorhin ist Verena in der gesamten Nachbarschaft rumgelaufen und hat gefragt, ob irgendwo ein Kätzchen entlaufen sei, und dabei hat sie erfahren, dass das ihr zugelaufene Kätzchen einer jungen Frau gehört. Die habe ein kleines Kind und die Katze sei dessen Spielzeug. Aber nur draußen im Garten, denn die Katze dürfe nicht in die Wohnung (!).

Verena hat den Nachbarn ihre Adresse hinterlassen und ist wieder nach Hause gegangen. Dort wartete die kleine Katze bereits – sie lag im Liegestuhl auf dem Balkon und freute sich, Verena wiederzusehen, denn sie stand sofort, rannte auf sie zu und strich ihr um die Beine.

kaetzchen

Verena, die gerade mal 70 Meter Luftlinie entfernt wohnt, rief mich an, und ich machte mich auf den Weg zu ihr. Kaum war ich in der Wohnung, kam auch schon das Kätzchen angetippelt. Es war ausgesprochen zutraulich und verspielt. Dann legte es sich auf die Bank auf dem Balkon, putzte sich und hielt dann ein Schläfchen.

kaetzchen-putzt-sich

Verena und ich unterhielten uns und natürlich sprachen wir auch über die Katze, die sich augenscheinlich sehr wohlfühlte, und ich sagte zu Verena: „Diese Katze hat dich ausgesucht, das sieht man ganz deutlich. Denn eine Katze, die nur auf Besuch und zum Fressen kommt, verhält sich deutlich anders und ist auch nicht so zutraulich.“ Mittlerweile hatte das Kätzchen es sich nämlich hinter Verena auf dem Liegestuhl bequem gemacht und lag dort – lang ausgestreckt und mit sichtlichem Wohlbehagen.

Nach einer Weile klingelte es an der Haustür, ich hörte Gemurmel, und nach einer weiteren Weile kam Verena mit einer jungen Frau rein, mit Kleinkind an der Hand. Die Besitzerin der Katze.

Dann stellte sich heraus, dass sie einige Tage verreist war und nach ihrer Rückkehr die Katze vermisst hatte. Tja, die Katze hat aus der Not eine Tugend gemacht, und sich einen neuen Platz gesucht. Das wollten Verena und ich der jungen Frau erklären, das hat die aber nicht interessiert. Schließlich fragte ich, ob sie (die Frau) normalerweise Zuhause sei. „Teilweise“, war die Antwort. Aha, das Kätzchen ist vermutlich ständig allein und hat sich demzufolge und verständlicherweise eine Alternative gesucht. Man könne es doch vielleicht so machen, dass man der Katze die Entscheidung überlasse, wo sie leben wolle, meinte Verena. Davon wollte die junge Frau nichts wissen und sagte: „Die Katze gehört meiner Tochter“. Diese Tochter ist – wie gesagt – maximal zweieinhalb Jahre und trägt noch Windeln.

Von Wiedersehensfreude auf Seite der Katze war übrigens nichts zu spüren, denn sie rannte weder auf die Frau noch auf das Kind zu, sondern rannte weg. Das Kind wackelte laut rufend hinterher. Bei der Katzenbesitzerin selbst war von Freude und Erleichterung auch nichts zu spüren, sondern eher Schuldbewusstsein und mühsam unterdrückte Aggressivität.

kaetzchen

Die Frau hat sich dann die Katze geschnappt und ist gegangen. Und ich habe mit Verena gewettet, dass die Katze heute Nachmittag wieder bei ihr auftauchen würde. Es sei denn, sie sei eingesperrt.

Wir werden die Sache nun beobachten und, falls nötig, weitere Maßnahmen einleiten. Denn eine Katze ist kein Spielzeug für ein Windelkind, und aus der Wohnung sollte sie auch nicht verbannt werden. Und tagelang allein lassen, ohne dass man dafür sorgt, dass sich Nachbarn oder Freunde in dieser Zeit um sie kümmert, sollte man eine Katze auch nicht. Erst recht nicht, wenn sie nicht mal ausgewachsen ist, denn das Kätzchen dürfte so um die zehn bis elf Monate sein …