Katzentabletten

tabletten

Nehmen Sie auch Medikamente? Haben Sie einen zu hohen Blutdruck? Neigen Sie zu Depressionen? Finden Sie oft keinen Schlaf? Leiden Sie unter den Nebenwirkungen, die der Bewegungsmangel mit sich bringt?

Fragen über Fragen. Ihr Arzt muss Ihnen viele Medikamente verschreiben. Das wird teuer und zwiespältig. Zwiespältig deshalb, weil die verschiedenen Tabletten durchaus unerwünschte Interaktionen bewirken können. Zudem ist die ärztlich verschriebene Chemie oft sogar lusttötend, weil sie sich im dümmsten Fall nicht einmal mit einem Glas Wein verträgt. Was macht man da? Man studiert den Beipackzettel und sucht nach alternativen Möglichkeiten.

Ich kenne ein natürliches Medikament, das alle Ihre Probleme lösen kann und fast nebenwirkungsfrei ist. Nur in Ausnahmefällen werden allergische Reaktionen ausgelöst. Es lohnt sich aber, wenn Sie diese allenfalls auf sich nehmen, weil Sie dafür ausgeglichen und fröhlich werden, sich wieder lustvoll bewegen, und abends, wenn sie das Wundermedikament im Bett zu sich nehmen, in erholsamen, wahrhaft traumhaften Schlaf fallen.

Natürlich möchten Sie jetzt wissen, wo um Himmelswillen Sie dieses Wundermedikament bekommen. Ganz abraten muss ich Ihnen vom Gang in die Apotheke. Dort werden Sie nämlich nicht fündig. Da ist der Tipp mit dem Tierheim schon wesentlich besser. Dort finden Sie die feline Wundermedizin in jeder beliebigen Form. Wenn Sie ein liebenswerter Mensch sind, bekommen Sie vielleicht sogar eine kostenlose Heimlieferung, denn die Medizin, von der hier die Rede ist, kommt nicht selten freiwillig und unaufgefordert zu Ihnen.

Ja, jetzt haben Sie mich durchschaut: Gemeint ist die Katze, die für Seele und Geist die beste Therapeutin ist. Katzenbesitzer werden mir ganz sicher nicht widersprechen.

Eines muss ich sicherheitshalber aber doch noch anmerken: Damit die Arbeit Ihres Arztes trotz meiner Erkenntnisse nicht für die Katze ist, sollten Sie Ihre Compliance bewahren und katzensubsidiär die Ihnen verordneten Medikamente ebenfalls einnehmen. Das sind sie nämlich Ihrer Katze schuldig. Die will auf jeden Fall, dass Sie ganz lange gesund und mit ihr glücklich bleiben.

Peter-Jürg Saluz

Er fehlt mir so

katzendecke

Vor einem Jahr um diese Zeit war er noch munter, mein kleiner Schwarzbär. Immer wenn an ich an meinen kleinen Buddha denke, wird mir ganz schwer ums Herz. Er war so ein lieber kleiner Kerl. So geduldig und ohne jegliche Aggressionen. Dass ich ihn jemals habe fauchen hören – daran kann ich mich gar nicht erinnern.
Wenn er verletzt war, ließ er sich ohne Murren behandeln. Wenn er bei mir im Bett geschlafen hat (was er nur bei kalten Temperaturen machte), kam er morgens immer zum Kuscheln unter meine Decke, legte sich direkt neben mich und leckte meinen Arm ab. Dabei schlief er dann meistens ein und lag noch ein bis zwei Stunden neben mir.

Schöne und traurige Erinnerungen … an meinen geliebten Moritz. Elf gemeinsame Jahre waren uns vergönnt …

Natürlich habe ich über Moritz auch in meinen Katzenbüchern geschrieben. In “Auf Samtpfoten direkt in mein Herz” kann man lesen, wie ich ihm sozusagen das Leben gerettet habe. Denn er wurde ausgesetzt. Zusammen mit seinem Schwesterchen – die es nicht überlebt hat, wie ich später erfahren habe.

Und noch ein Gedicht

rosso

Die Überschrift ist nicht ganz korrekt, dann es ist nicht “noch” ein Gedicht, sondern das erste hier im Blog.

Autor ist Peter-Jürg Saluz. Vielen Dank,lieber Peter! Rosso und ich freuen uns sehr über deine lieben Zeilen – gereimt noch dazu!

Rosso und ich sind übrigens auch sehr froh, dass der kleine Kerl wieder fit ist!

Der Katzenkönig ist reisefertig

Simba, der wunderschöne weiße Katzenkönig, kann zwar nicht sprechen, wonach ihm der Sinn steht, bringt er aber trotzdem unmissverständlich zum Ausdruck.

Das obige Foto spricht doch Bände, oder etwa nicht?

Die Vorgeschichte: Im vergangenen Jahr verreiste Simbas Dosenöffnerin, und Simba musste während ihres Urlaubs in eine Katzenpension. Ob und wie es ihm dort gefallen hat, ließ sich nicht herausfinden, auf alle Fälle war seine Besitzerin ziemlich enttäuscht, als sie wieder zurückkam, denn er zeigte absolut keine Wiedersehensfreude. Vermutlich war er sauer!

Bin sehr gespannt, was Nadja Olschewsky beim nächsten Urlaub macht. Dass Simba mit will, daran besteht ja wohl nicht der geringste Zweifel …

Besuch in der Tierklinik

bauch rasiert

Vergangene Woche (vorletzte Woche) merkte ich, dass Rosso auffällig oft zum Wassernapf rannte, gleichzeitig nahm sein Appetit ab, er futterte deutlich weniger als vorher, und das Nassf-Futter, das er sonst gern gefressen hat, interessierte gar nicht mehr.

Ich beobachtete das mit Sorge.

Am Samstagabend lag er auf meinem Schoß, stand aber alle halbe Stunde auf, um Wasser zu schlabbern. Futter interessierte ihn immer weniger. Er lag auch öfter unterm Bett, was er nur macht, wenn es ihm nicht gut geht.

Ich beobachtete ihn mit Argusaugen.

Am Sonntagnachmittag, nachdem er wieder ständig zum Wassernapf gerannt war, beschloss ich, mit ihm in die Tierklinik zu fahren. Als er im Korb hockte, pinkelte er vor Aufregung, und sein Urin floss durch den Korb auf den Parkettboden. Das gefiel mir, denn so konnte ich sein Pippi mit einer Pipette aufnehmen und mitnehmen. Denn ich hatte im Internet gelesen, dass vermehrtes Trinken auch auf Diabetes hinweisen kann, und um das herauszufinden, braucht man u. a. Urin.

In der Tierklinik schilderte ich den Sachverhalt, Rosso wurde Blut abgenommen, und dann hieß es eine halbe Stunde warten. Eine bange halbe Stunde war das!

Dann schließlich kam die Tierärztin und meinte, die Blutergebnisse seien durchgängig gut bis sehr gut. Auch der Urin sei in Ordnung. Ich solle Rossos Verhalten beobachten. Nun, diesen Rat braucht mir niemand zu geben … das weiß jeder, der mich kennt.

Dann meinte sie noch, man könne vorsorglich noch eine Ultraschalluntersuchung der inneren Organe machen. Das wurde dann gemacht. Rosso wurde ein Teil des Bäuchleins geschoren (was ihm überhaupt nicht gefiel), und dann wurde sein Bauch per Ultraschall untersucht. (Was ihm noch weniger gefiel.)

Alles in Ordnung.

Erleichtert fuhr ich mit Rosso nach Hause. Während der Fahrt lag der kleine Kerl reglos im Korb, sein Köpfchen unters große Handtuch geschoben. Zwischendurch roch es etwas streng – Rosso hatte ein Würstchen gelegt. Ohne sich auch nur einen Millimeter zu bewegen!

Daheim rannte er sofort nach oben und verschwand unterm Bett. Wenn ich nach ihm sehen wollte, verkroch er sich in die hinterste Ecke, wo ich ihn mit den Händen nicht erreiche. Der Tierklinikbesuch hing ihm massiv in den Knochen!

Alle naselang tippelte er wieder zum Wassernapf, und sein Appetit war nach wie vor mäßig. Was war mit meinem roten Liebling nur los? Trotz der Blutergebnisse machte mir große Sorgen!

Am nächsten Tag rief ich meine Tierärztin an und schilderte ihr die Sachlage. Sie war ebenfalls ratlos, denn wenn die Blutergebnisse alle gut waren und auch beim Ultraschall nichts Negatives rausgekommen war … was sollte man dann vermuten?

Ich solle Rosso beobachten. Das machte ich. Natürlich!

Er schlabberte noch zwei Tage lang relativ viel Wasser, aber dann ging er immer weniger zum Wassernapf, futterte auch wieder mehr, und seit zwei Tagen frisst er auch wieder Nassfutter (Yarrah, Qualitätafutter!)

Was es war, das seinen Durst erhöhte und seinen Appetit verminderte? Keiner weiß es.

Wichtig (sehr wichtig für mein Gemüt) war, dass er gründlich untersucht worden ist, und Blutergebnisse und Ultraschall positiv waren.

Mittlerweile ist er wieder ganz der alte. Er versteckt sich auch nicht mehr unterm Bett, sondern ist munter wie eh und je und jagt durch die Wohnung und spielt Fangen mit mir. Was bin ich froh!

PS: Er bearbeitet auch schon wieder Kartons. Unter erschwerten Umständen, denn die Klappen stehen nicht hoch, weil Bücher drauf und drin liegen. (Ich bringe die Bücher demnächst in die Privatbuchhandlung im Nachbarort, wo man gebrauchte Bücher verschenken kann, die andere dann für 1 Euro kaufen können.) Das beeindruckt meinen kleinen Trockenbauer aber kein bisschen … unbeirrt geht er seiner Arbeit nach.

Materialprüfer bei der Arbeit

roter kater

Rosso ist ein wirklich gewissenhafter Bürodiener. Fast täglich bringt er Ordnung ins Chaos, ordnet Briefumschläge, wie man gestern sehen konnte, repapiert Drucker, und das Arbeitsmaterial wird auch regelmäßig unter die Lupe genommen.

Vorhin hat er meine Schere geprüft – unter größtem körperlichen Einsatz.

Fazit: Schere okay!

Auf zur nächsten Aufgabe!

roter kater

Bürodiener völlig geschafft

roter kater

Rosso hat gestern das andere Regal aufgeräumt,die gebrauchten Briefumschläge sortiert genau gesagt. Anschließend war er völlig erschöpft und fiel direkt über der Arbeit in Tiefschlaf.

roter kater

Hoffentlich kriegt die Katzengewerkschaft das nicht mit …

Neuer Platz

papierstapel

Gestern Abend habe ich Rosso gesucht. Auf keinem seiner diversen Lieblingsplätze war der Racker zu finden.

Und wo entdeckte ich ihn schließlich? In meinem Arbeitszimmer im Regal.

Er überprüfe die Qualität der Papiere, erklärte mein Bürodiener … in Bezug auf ihre Knautschfähigkeit.

Zu einem abschließenden Ergebnis ist er noch nicht gekommen. Dazu bedarf es mehrerer Prüfdurchgänge. Das zumindest meint Rosso.

Rosso, der Büromaschinenspezialist

laserdrucker

Hab ich schon berichtet, dass Rosso eine Ausbildung zum Büromaschinentechniker absolviert hat? Nein? Oh, sorry, tut mir leid.

Also, die Sache war die: Zu seinem größten Erstaunen musste mein roter Trockenbauer feststellen, dass die Wände von Kartons teilweise bereits bearbeitet sind.

karton

Darüber war er sehr sauer! Denn zurecht befürchtete er eine Kündigung – weil seine Arbeitskraft als versierter Trockenbauer nicht mehr gefragt sein könnte.

Aber Rosso ist ja ein pfiffiges Kerlchen, außerdem hatte er schon länger damit beliebäugelt, anspruchsvollere Aufgaben übernehmen. Solche, die seiner überdurchschnittlichen Intelligenz und technischen Begabung entsprechen. In diesem Zusammenhang verweise ich auf folgende Artikel:

Kopfhörer
Lichterkette
Lampe
Noch ne Lampe

Also hat Rosso kurz entschlossen gelernt, wie man Büromaschinen repariert. Das war eine prima Idee, denn vor Kurzem hat mein Laserdrucker rumgesponnen. Das war aber kein Problem, denn ich habe ja meinen Büromaschinentechniker, und der hat sich prompt ans Werk gemacht.

Und was soll ich sagen? Wenige Minuten nur, und der Drucker funktionierte wieder – wie das grüne Lämpchen anschaulich beweist.

laserdrucker

Wer so einen tüchtigen Mitarbeiter hat wie ich, kann sich wirklich glücklich schätzen. Und bevor irgendwelche Missverständnisse entstehen: Nein, Rosso wird die Stelle nicht wechseln. Das habe ich mit ihm bereits besprochen. Und eine Gehaltserhöhung hat er natürlich auch bekommen. Abwerbungsversuche oder Bestechungsversuche jeglicher Art sind also zwecklos!

Besuch von Sammy

Vorhin war ich im Garten, um die ersten Bärlauchblättchen zu pflücken.

Plötzlich tauchte neben mir eine Katze auf … Sammy, der Nachbarkater. Da die Katzenleiter ja abmontiert ist, kann er mich auf dem Dach nicht mehr besuchen. Umso mehr habe ich mich gefreut, den hübschen Kerl mal wieder zu sehen.

Während er im Garten rumstrich, bin ich in die Wohnung gegangen, um den Fotoapparat zu holen, und war gespannt, ob Sammy noch da ist. Er war noch da und kam sofort auf mich zugetippelt.

Nachdem ich ein paar Schnappschüsse machen konnte, hat er sich wieder verdünnisiert.

Mein roter Liebling

roter Kater

Rosso, wie er leibt und lebt. Ich liebe diesen Blick! Er ist so inniglich, so ehrlich, so von Herzen kommend.

Er ist nach wie vor sehr ängstlich, was fremde Geräusche und fremde Menschen betrifft. Sobald es an meiner Wohnungstür klingelt, ist Rosso verschwunden – in seinem Refugium, der “Röhre” unterm Bett. Dort fühlt er sich ganz offensichtlich am sichersten, denn wenn er flüchtet, dann immer in diese Röhre, die zwar zwei Meter lang ist, aber dafür nur so schmal und hoch, dass eine Katze geradeso hineinpasst.

Ich liebe diesen roten Kater, der auch mir mit spricht. Das heißt, er begrüßt mich, wenn ich heimkomme, und er begrüßt mich auch, wenn er heimkommt, konkret gesagt wenn er vom Dachausflug zurückkommt. Denn das Dach ist sein Revier. Erstaunlicherweise aber immer nur wenn es dunkel ist. Bei Tag geht er sogut wie nie rauf, höchstens wenn eine dieser “frechen” Krähen es wagt, sich auf dem Dachfirst niederzulassen. Da wird Rosso ganz kribbelig, macht sich flach und legt sich auf die Lauer. Sobald er losrennt, fliegt die Krähe zu seinem Leidwesen davon.

Die Katzenleiter habe ich mittlerweile entfernt, denn sie wird – leider – nicht mehr gebraucht.

Dass ich mich von Moritz nicht verabschieden konnte, tut immer noch weh und immer wenn ich im Garten bin, lasse ich den Blick schweifen und denke darüber nach, wo der kleine Kerl wohl liegen könnte.

Das war Moritz vor ziemlich genau einem Jahr. Mein süßer kleiner Schwarzbär …

Feline Menschenhaltung

Mailart-Gyuris

Immer mehr Katzen halten sich Menschen – dieser Umstand wächst sich allmählich zu einem Problem aus. Die katzenverwöhnten Zweibeiner entwickeln zunehmend konjunkturfeindliche Eigenschaften: In Regionen, wo Menschenhaltung durch Katzen überhand nimmt, werden immer weniger Rüstungsgüter produziert, weil das Aggressionsgen der durch ein Dauerschnurren eingelullten Zweibeiner allmählich verkümmert.

Zudem nehmen die Konsum- und die Reiselust drastisch ab. Die Forschung hat entsprechende Kausalitäten bereits erforscht und aufgedeckt. Offenbar locken ferne Reiseziele nicht mehr, wenn sich der Mensch für Tage, Wochen oder gar Monate von seiner vierbeinigen Halterin entfernen muss. Selbst ein kurzer Kinobesuch ist nicht mehr attraktiv.

Die ursprünglichen Hoffnungen der Wirtschaft bleiben unerfüllt, denn die Essgewohnheiten katzenbetreuter Menschen haben sich nicht verändert. Daher sind die Lebensmittelumsätze mehr oder weniger gleich geblieben. Das erhoffte Wachstum kann aber auch nicht auf anderem Weg erreicht werden. Eine randomisierte Studie hat nämlich Erschreckendes zutage gefördert: Die von echten Katzen gehaltenen Menschen werden offenbar wunschlos glücklich, was bei einer zweiten Versuchsgruppe mit Plüschkatzen nicht beobachtet werden konnte. Wenigstens müssen die Hersteller von Spielwaren also nicht befürchten, dass ihre Spieltiere einen Placeboeffekt mit
unerwünschten Folgen bewirken.

Wie man mit felingehaltenen Menschen umgehen soll, wird derzeit weiter erforscht. Es steht ein EU-weites Verbot von Antiallergenen und ein gleichzeitiges Verbreiten ungepflegter Katzenhaare zur Diskussion.

Einen positiven Effekt der Menschenhaltung durch Katzen haben die Forschenden aber trotzdem entdeckt: Katzen sind inspirierend und kreativitätsfördernd. Allerdings wird dieses Positivum gleich wieder zunichte gemacht, weil das Katzenregime den menschlichen Untertanen ziemlich schnell einen Tunnelblick verpasst. Wenn sich daher alles nur noch um die Katze dreht, geht der Inspirationsgewinn gleich wieder verloren. Der Katzengehaltene wird nicht nur träge, er wird auch phantasielos. Gute Geschichten wird er nicht mehr erfinden, höchstens hin und wieder einen Text der vorliegenden Art.

Peter-Jürg Saluz

Arbeit für den Trockenbauer

karton

Über Rossos Faible, Kartons zu bearbeiten, habe ich bereits mehrfach geschrieben. Der kleine Trockenbauer ist unermüdlich, denn kaum steht irgendo ein neuer Karton, muss er bearbeitet werden – Rosso kann gerade Wände nicht leiden.

Heute stand mal wieder ein neuer Karton auf meinem Schreibtisch. Rosso hat ihn SOFORT geentert, und innerhalb weniger Minuten war die Arbeit erledigt.


Weil er die abgebissenen Stückchen in hohem Bogen durch die Gegend schleudert, sieht es auf dem Fußboden anschließend so aus.

karton

E-Mail von Herrn Schwarz

schwarzer Kater

Liebe Renate,
in meinem Quartier nennen mich alle höchst respektvoll Herr Schwarz. Das ist angemessen, aber eigentlich würde ich lieber einen Adelstitel tragen. Als Quartierchef kann ich über ein Heer von menschlichen Untertanen verfügen. Ich weiss daher, was sich in den Köpfen dieser Zweibeiner abspielt, wenn sie traurig sind. Niedergeschlagen trifft man diese seltsamen Wesen oft dann an, wenn jemand aus der Tierfamilie seine letzte Reise antreten musste.
Offenbar bist auch Du aus so einem Grund traurig. Ich weiss daher nicht, ob ich Dir eine Katzenweisheit zumuten darf. Es ist aber klar, dass nur wir Katzen das Trösten richtig beherrschen, obwohl es ausgerechnet auch wir sind, die – allerdings immer unfreiwillig – für die grösste Traurigkeit sorgen. Vielleicht glaubst Du mir trotzdem, dass meine Artgenossen und ich die besten Tröster sind. Man könnte uns fast als Seelenmedizin bezeichnen. Im Gegensatz zu echter Medizin, die nie unbestellt frei Haus geliefert wird, bekommt man uns oft unerwartet franko Domizil. Das kann auch Dir passieren, wenn Du Dich einer neuen Katze unterordnen kannst. Mit Leckerli musst Du sie übrigens nicht anlocken. Es genügt durchaus, wenn Du Deine Bettdecke hochhebst, dann kann kein Schmusetier der Verlockung lange widerstehen…

Ich wünsche Dir von Herzen, dass bald ein lautes Schnurren jede Traurigkeit überdeckt.

Mit Katzengrüssen

Herr Schwarz, Nachbar von Katharina + Peter-Jürg Saluz

PS
Leider kann ich diese Nachricht nicht unterzeichnen, weil mir die Stempelfarbe für die rechte Vorderpfote abhanden gekommen ist. Ich identifiziere mich daher mit obigem Bild.

Rosso und die Spielmaus

apportieren

Eines von Rossos Lieblingsspielen ist es, Dinge zu apportieren: Haselnüsse, Trauben, Erbsen, Steinchen – alles selbst “erbeutet”.

Gestern kam eine Lieferung Katzenfutter und dem liegt immer eine Spielmaus bei. Und natürlich wurde auch die Maus umgehend apportiert.

Und das Spiel läuft dann so: Rosso “fängt” den Gegenstand, springt aufs Sofa und lässt die “Beute” dort neben mir fallen. Dann schaut er mich erwartungsvoll an, und ich werfe die Beute im hohen Bogen durchs Wohnzimmer. Rosso hopst umgehend vom Sofa und rast hinterher, schnappt die Beute und bringt sie mir wieder. Auf diese Weise geht das Spiel so lange weiter, bis einer von beiden genug hat. Das bin mal ich, mal ist es er.