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Mein Glückskeks

roter kater

Ich muss meinen pelzigen Lebensgefährten nur anschauen – schon geht mir das Herz auf. Es ist so unglaublich schön, ein Tier lieben zu können.
Und wenn er so auf dem Terrassenstuhl liegt … hingegossen und voller Vertrauen. Ach, ich freue mich jeden Tag über mein Rosinchen.

Katzenaugen

Es ist spät am Abend, und ich frage mich, wo Herr Rosso sich rumtreibt.

Die Antwort lautet: auf dem Dach

Den ganzen Tag über hängt meine Rosine auf der Terrasse oder in der Wohnung oder in meinem Arbeitszimmer rum. Aber sobald es dunkel wird, zieht es ihn aufs Dach …

Das neue Kratz-, Spiel-, Fummelbrett

Vor wenigen Tagen bekamen Rosso und ich das Angebot, ein Kratz-Spiel-Fummelbrett der Firma Canadiancat-Company zu testen. Da haben wir natürlich Ja gesagt.

Gestern nun kam der Postbote – mit einem großen Paket in der Hand. Herr Rosso war sehr neugierig und musste das Paket umgehend begutachten.

Dann wurde ausgepackt und alles untersucht.

Dann war SOFORT Krallenpflege angesagt. Ausgiebig.

Nach vollführter Krallenpflege habe ich ein paar Futterkörnchen im Kratzbrett versteckt. Die hat der rote Racker natürlich sofort erschnüffelt.

Dann hat er sich auf dem Kratzbrett bequem gemacht, ein bisschen darauf rumgelümmel und entspannt.

Nochmal nach Futter suchen, dann ein bisschen Körperpflege und schließlich die Frage: Was kommt jetzt?

Die mitgelieferte und ins Kratzbrett gestreute Katzenminze hat Herrn Rosso übrigens nicht interessiert … werde ich heute mit den Staubsauger wieder raussaugen. Bröselt nur rum … das Zeug.

Die mitgelieferten beiden Spielbälle haben ihn auch nicht sonderlich interessiert. Das Futter war deutlich wichtiger …

Das gesamte Kratzbrett ist aus Karton. Und wie lange die Oberfläche Rossos Krallen standhält, wird sich zeigen. Denn er kratzt darauf herum wie ein Wilder.

Also, wer für seine Katzen auch so ein prima Kratz-, Spiel-, Fummelbrett haben möchte, kann das
bei der Canadiancat-Company.com machen. Die haben so viele von den Dingern, dass sie sie sogar verkaufen …

Neues vom weißen Katzenkönig

Simba hat vor einiger Zeit seiner Dosenöffnerin große Sorgen bereitet. Mehrfach kam er heim mit bösen Verletzungen am Bauch.

Ich kenne das nur allzu gut. Moritz, der leider im Katzenhimmel ist, kam auch öfter heim mit Verletzungen. Meistens hat er sich eine Kralle rausgerissen. Wie er das geschafft hat, ist mir bis heute ein Rätsel.

Wie dem auch sei, Simba geht es gut. Und er macht es sich gern bequem auf dem Sofa von Nadja. Und die freut sich natürlich, wenn ihr weißer Liebling nicht strawanzt. Denn ein kleines bisschen Angst bleibt bei einer Freigängerkatze immer. Die Gefahren draußen lauern einfach. Dagegen kann man als Katzenbesitzer nichts tun – nur sich freuen, wenn der pelzige Liebling regelmäßig und unversehrt nach Hause kommt.

Sir, Sie haben geklingelt?

Meine liebe Freundin Esther musste sich von ihrer Katze verabschieden (Nierenversagen!). Und sie hat genau das Richtige gemacht: Sie hat eine kleine Katze adoptiert, genau gesagt ein Geschwisterpärchen. Hela und Pablo. Beide pechschwarz.

Und wenn die beiden einen kleinen Appetit auf ein Leckerchen verspüren, dann machen sie, wie es sich in vornehmen Haushalten gehört: Sie klingeln.

Hela hat ein bisschen länger gebraucht, bis sie kapiert hat, wie das geht, aber mittlerweile beherrscht sie das Klingeln auch perfekt.

Und hier noch das “High-Five-Spiel”. Sehr gelehrig, das Geschwisterpärchen!

Doppelgänger

Gestern Abend goss ich meine Pflanzen auf dem Balkon und warf dabei einen Blick nach unten in den Hof. Und was sahen meine entzündeten Augen? Rosso!

Doch nur auf den ersten Blick, denn mein Rotling war in der Wohnung, das wusste ich. Und Flügel hat er ja keine, also konnte er nicht unten im Hof stehen.

Wie der Blitz rannte ich in mein Arbeitszimmer, um meine Kamera zu holen – mit der Hoffnung, dass Rossos Doppelgänger sich noch nicht verdünnisiert hatte. Er war noch da!

Sieht er meinem roten Liebling nicht zum Verwechseln ähnlich?

Kein Platz für die Katz?

roter Kater

roter Kater

Mein Schreibtisch ist nun wirklich nicht besonders klein – im Gegenteil. Er ist schätzungsweise 3 Quadratmeter groß. Und nicht auf jedem Zentimeter liegt was, im Gegenteil. Es gibt sehr viel freie Fläche.

Aber wo liegt der Kater? Er quetscht sich mir Vorliebe hinter den Computer … wo es wirklich sehr, sehr eng ist.

Na ja, jedem Tierchen sein Plaisierchen …

Little cat is watching me

roter Kater

Mein Liebling – stets in meiner Nähe. Ich freue mich täglich mehrfach darüber, dass mein roter Racker nicht strawanzt, sondern stets um mich rumwuselt. Das ist nicht nur gut für mein Gemüt, sondern auch für das körperliche Wohlbefinden des Rotlings. Denn was freilaufenden Katzen so alles passieren kann … oh Gott, ich mag gar nicht daran denken, was für Verletzungen, Beutetiere und nicht zuletzt Zecken und Läuse meine Freiläufer nach Hause gebracht haben. Ich erinnere in diesem Zusammenhang nur an das Heuschreckenbein, das Moritz im Hals stecken hatte. Was für ein Drama! OP um Mitternacht … Oder an die üble Milbenattacke, die so schlimm war, dass ich aus Sorge um meinen Schwarzbär auch zu später Stunde den Tierarzt aufsuchen musste, weil ich dachte, mein Kater stirbt mir unter den Händen weg.

Natürlich spricht Rosso auch mit mir. Und vorhin hat er gesagt: “Vergiss nicht, ich behalte dich im Auge …”

Rossos neuer Lieblingsplatz

Und schon wieder hat mein Rotling einen neuen Lieblingsplatz: das rote Herz, das ich vor kurzem zum Wasseraufsaugen benutzt habe. Die golfballgroßen Hagelkörner, die am Pfingsmontag hier im Ort alles zerschlagen haben, auch die Pflanzen auf meiner kleinen Terrasse und Balkon, haben nicht nur Grünzeug vernichtet, sondern auch große Löcher ins Dach geschlagen.

Und so hat es ins Dach hineingeregnet, das Wasser hat sich einen Abfluss gesucht und ihn in meinem Dachfensterrahmen im Kleiderzimmer gefunden. Dort lief das Wasser wie aus dem Wasserhahn ins Zimmer. Gott sei Dank habe ich das schnell mitgekriegt und alles, was unter dem Fenster stand, weggeräumt und den pitschnassen Teppichboden mit Badetüchern und eben dem dicken roten Herz aufgesaugt.

Das Herz habe ich dann zum Trocknen auf den Terrassentisch gelegt (erfreulicherweise scheint seit drei Tagen die Sonne), und seit es nahezu trocken ist, hält der Rotbär sein Nickerchen darauf.

Neuer Schlafplatz

katzenplatz

Alle Katzen, die ich hatte, wechselten regelmäßig ihre Schlafplätze. Nach welchen Kriterien sie die aussuchen, ist mir leider nicht bekannt.

Im Winter lag Rosso bevorzugt vor der Heizung im Wohnzimmer – wo ich dann auch ein Kissen für ihn hingelegt habe, damit er er schön weich hat.

Dann hat er neulich ein Kissen unterm Bett entdeckt, auf dem Moritz so gern geschlafen hat.

Vor ein paar Tagen nun habe ich Rosso gesucht wie eine Blöde. Hab an allen mir bekannten Stellen in der Wohnung nachgeschaut. Kein Rosso! Auf dem Dach rannte er auch nicht rum. Wo war der rote Racker nur?

Schließlich habe ich ihn dann entdeckt – denn der gnädige Herr hat ganz offensichtlich wieder einen neuen Lieblingsplatz entdeckt: unter der vom Bett runterhängenden Wolldecke.

Dort versteckt er sich jetzt auch jeden Abend – für unser Ritual. Ich werde darüber noch berichten. Auf alle Fälle lache ich mich jedes Mal schlapp über den kleinen Witzbold. Über keine meiner Katzen habe ich so viel gelacht wie über Rosso – er hat den Schalk im Nacken.

Vier Jahre Glückskater

Am 7. Juni 2015 trat mein roter Glückskater in mein Leben. Konkret gesagt trat er nicht, sondern ich habe ihn aus seinem “Laufstall” auf der Wiese geholt und mich mit dem winzigen Kerlchen auf einen Liegestuhl gelegt. Er war so klein, dass er bequem in meine beiden Hände passte.

Also ich lag auf dem Liegestuhl, und Rosso lag auf meiner Brust. Dort lag er ungefähr eine halbe Stunde, dann war klar, dass er keine Angst vor mir hatte, und die Adoption wurde schriftlich fixiert.

Danach habe ich ihn in den Katzenkorb gelegt und bin mit ihm nach Hause gefahren. Unterwegs hat er keinen Pieps von sich gegeben, sondern sich unter dem Handtuch verkrochen.

Zuhause angekommen, hat er neugierig sofort die ganze Wohnung untersucht und abends war er so erschöpft, dass er erstmal eine Weile schlafen musste.

Seitdem lebt mein Glückskeks bei mir, und ich liebe ihn sehr. Und er mich auch, das merke ich jeden Tag, wenn er meine Nähe sucht und von mir gestreichelt werden möchte.

Katerwünsche

roter Kater

Wenn Rosso einen Vogel sieht, wird er ganz nervös. Vor allem, wenn so eine freche Krähe auf dem Dachfirst hockt. Da macht er sich erst ganz flach, presst seinen Bauch auf die Terrassenbrüstung und schaut in Richtung Krähe.

Dann schleicht er – immer noch ganz flach – auf leisen Sohlen die Brüstung entlang, den Blick stur auf die Krähe gerichtet, und dann rennt er wie der Blitz das Dach rauf.

Bis er oben ist, hat die Krähe sich natürlich längst verdünnisiert …

Mein verrücktes Hühnchen

schildpattkatze

Damit ich mich im Leben besser zurecht finde, versehe ich alles mögliche mit Etiketten: Schuhkartons, Aktenordner, Marmeladegläser, Computerdateien, Fotoalben, CDs und so weiter. Selbst vor anderen Zeitgenossen mache ich nicht halt, und so läuft jeder in meinem Umfeld mit einem imaginären Aufkleber an der Stirn durchs Leben.
Allerdings beschrifte ich nicht nur Mitmenschen, sondern auch meine Katzen. Auf Felix zum Beispiel steht „scheu“, auf Lieschen „launisch“, und Lili habe ich schon bei der ersten Begegnung das Attribut „kess“ verpasst.
Ursprünglich war sie die Katze meiner Nachbarn. Weil sie aber zu den Katzenmüttern gehört, die es nicht verknusen können, wenn ihr Nachwuchs, anstatt eigene Wege zu gehen, nach fünf Monaten immer noch zu Hause rum lungert, hat sie sich eine andere Bleibe gesucht: meine Wohnung. Ich konnte sie vertreiben so oft ich wollte, sie kam wieder. Vorzugsweise nachts, wenn ich schlief. Betrat ich morgens mein Arbeitszimmer, lag Lili auf dem Stuhl an meinem Schreibtisch und schaute mich verschlafen an. Sobald ich mit erhobener Stimme „Lili!“ rief und mit dem Finger drohte, hetzte sie von dannen – um die nächste Nacht prompt wieder auf dem Drehstuhl zu verbringen.
Verhindern konnte ich das nicht, denn wegen Felix und Lieschen musste die Katzenklappe ja offen bleiben.
Irgendwann habe ich mit meiner Nachbarin dann vereinbart, dass Lili bei mir nicht nur übernachten darf, sondern auch was zu Fressen bekommt, und mit Übergabe des Impfpasses wurde sie einige Wochen später ganz offiziell Mitglied meiner ­Fa­milie.
Lili ist ein weiblicher Rabauke und hat vor nichts Angst, weder vor fremden Menschen noch vor Artgenossen und kann aufgrund ihres unerschrockenen Wesens und ihrer ausgelassen-vergnügten Art höchst amüsant sein. Wäre sie ein Mensch, wäre sie bestimmt Clown geworden, oder Komiker. So kann ich mich zum Beispiel ausschütten vor Lachen bei ihren „Anfällen“, bei denen sie aus dem Stand heraus auf hundert beschleunigt und wie der bekloppte Bruder von Mortimer Brewster in dem amerikanischen Film „Arsen und Spitzenhäubchen“ die Treppe hoch rast. Sie erinnern sich? Teddy, so hieß der Bruder, hielt sich für Präsident Roosevelt, blies mit seiner Trompete immer zur Attacke und stürmte dabei wie von der Tarantel gestochen die Treppe rauf.
So macht Lili es auch. Zwar nicht mit Trompete, aber mit diesem merkwürdigen Laut, einem vergnügtem Knurren, ihrem ganz speziellen Ausdruck höchster Lebenslust. Bei solchen Gelegenheiten liegt sie ganz entspannt irgendwo im Wohnzimmer und man könnte denken, sie schläft tief. Doch plötzlich und ohne erkennbaren Anlass setzt sie sich in Bewegung, spurtet wie ein geölter Blitz die Treppe zur Galerie rauf, dreht oben eine Runde und trampelt dann wieder nach unten, wo sie in spontanen Schlaf verfällt – um kurze Zeit später dasselbe Spiel zu beginnen.
Ich konnte diese kesse Mieze zwar von Anfang an gut leiden, doch ein tiefgehen­deres Gefühl, so wie für meine beiden anderen, viel sanfteren Katzen, empfand ich für Lili nicht. Im vergangenen Sommer jedoch hat sich das grundlegend geändert.
Lili hatte mal wieder keinen Appetit. Sie schnupperte zwar an ihrem Futter, rührte es aber nicht an, sondern scharrte es weg. Natürlich scharrte sie es nicht wirklich weg, weil das auf Fliesenboden ja nicht geht. Aber sie machte diese Bewegung, mit der Katzen ihre Hinterlassenschaften unter die Erde buddeln. Und das bedeutet: schnell weg mit diesem ekligen Zeug! Zum ultimativen Test stellte ich ihr Joghurt vor die Nase. Lili ist ganz verrückt nach Joghurt. Normalerweise. Als sie versuchte, auch diesen Leckerbissen weg zu scharren, war mir klar: sie hat wieder Magenprobleme. Ein Jahr zuvor hatte sie dasselbe Verhalten an den Tag gelegt. Gastritis, hatte die Ärztin damals gemeint, und das war auch dieses Mal die Diagnose.
Na ja, dachte ich, da kriegt sie halt wieder Medikamente und alles ist in Ordnung. Ob ich was dagegen hätte, wenn sie Lili Blut abnehmen würde, fragte die Ärztin am Ende der Behandlung. Warum das denn, wollte ich wissen. Zweimal in­nerhalb so kurzer Zeit eine Gastritis, so lautete die Antwort, das sei nicht normal. Lili habe möglicherweise Leukose. Erst mal abwarten ….
Ich fragte nicht weiter nach, und Lilis Blut floss ins Glasröhrchen.
Wieder Zuhause angekommen, war mein erster Gang zum Computer, ich wollte wissen, was Leukose bedeutet. Leukose führt früher oder später zum Tod, las ich dort. Es war, als habe jemand ein Messer in mein Herz gestoßen.
Normalerweise gurrt Lili wie ein Täubchen, wenn ich sie anspreche. Doch jetzt bekam ich als Reaktion nur jämmerliche Piepslaute, und ich hatte Angst um meine kleine Katze. Die Vorstellung, dass sie vielleicht bald sterben könnte, schnürte mir die Kehle zu.
Am nächsten Abend läge das Untersuchungsergebnis vor, hatte die Ärztin gesagt. Ich schlief sehr schlecht diese Nacht, und der nächste Tag schlich so dahin. Um sieben sollte ich anrufen, um halb sieben griff ich zum Hörer. Das Labor sei noch nicht soweit, sagte die Sprechstundenhilfe, aber am nächsten Abend bestimmt …
Ich atmete tief durch, und warf einen Blick zu Lili, die auf dem Sofa lag und hin und wieder kläglich piepste. Tränen standen mir in den Augen …
Die nächste Nacht war schlimmer als die zuvor, und der folgende Tag schien in Stillstand versunken zu sein. Achtundvierzig Stunden auf Freispruch oder das ultimative Todesurteil zu warten, das ist eine lange Zeit. Um sechs Uhr hielt ich es nicht mehr aus und griff wieder zum Hörer. Die Ärztin sei gerade in Behandlung, wurde mir gesagt, sie riefe zurück. Also erneut warten!
Nach endlosen zehn Minuten klingelte das Telefon. Mein Herz klopfte wie ver­-
rückt …
katzenbuch„Alles in Ordnung“, sagte die Ärztin, „Lili hat keine Leukose!“
Wie erleichtert und glücklich ich war, lässt sich mit Worten nicht beschreiben. Ich lief zu Lili, die nach wie vor auf dem Sofa lag, küsste ihr trockenes Näschen und wischte mir an ihrem Fell die Freudentränen ab.
Lili bekommt seitdem magenfreundliches Futter und ist längst wieder gesund. Sie jagt die Treppe rauf wie in alten Zeiten und gurrt auch wieder, wenn ich mit ihr „spreche“. Alles ist wie früher. Fast. Denn mindestens einmal am Tag flüstere ich ihr ins Ohr: „Ich hab dich lieb, du verrücktes Hühnchen …“
Renate Blaes

Die Geschichte ist aus “Das kunterbunte Katzenbuch”.

Im Mai 2014 wurde bei Lili Lymphdrüsenkrebs diagnostiziert. Ein Jahr hatten wir noch miteinander, ein Jahr, das sehr schmerzlich, aber auch sehr schön war. Am 5. Juni 2015 ist meine geliebte Lili gestorben.