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E-Mail von Herrn Schwarz

schwarzer Kater

Liebe Renate,
in meinem Quartier nennen mich alle höchst respektvoll Herr Schwarz. Das ist angemessen, aber eigentlich würde ich lieber einen Adelstitel tragen. Als Quartierchef kann ich über ein Heer von menschlichen Untertanen verfügen. Ich weiss daher, was sich in den Köpfen dieser Zweibeiner abspielt, wenn sie traurig sind. Niedergeschlagen trifft man diese seltsamen Wesen oft dann an, wenn jemand aus der Tierfamilie seine letzte Reise antreten musste.
Offenbar bist auch Du aus so einem Grund traurig. Ich weiss daher nicht, ob ich Dir eine Katzenweisheit zumuten darf. Es ist aber klar, dass nur wir Katzen das Trösten richtig beherrschen, obwohl es ausgerechnet auch wir sind, die – allerdings immer unfreiwillig – für die grösste Traurigkeit sorgen. Vielleicht glaubst Du mir trotzdem, dass meine Artgenossen und ich die besten Tröster sind. Man könnte uns fast als Seelenmedizin bezeichnen. Im Gegensatz zu echter Medizin, die nie unbestellt frei Haus geliefert wird, bekommt man uns oft unerwartet franko Domizil. Das kann auch Dir passieren, wenn Du Dich einer neuen Katze unterordnen kannst. Mit Leckerli musst Du sie übrigens nicht anlocken. Es genügt durchaus, wenn Du Deine Bettdecke hochhebst, dann kann kein Schmusetier der Verlockung lange widerstehen…

Ich wünsche Dir von Herzen, dass bald ein lautes Schnurren jede Traurigkeit überdeckt.

Mit Katzengrüssen

Herr Schwarz, Nachbar von Katharina + Peter-Jürg Saluz

PS
Leider kann ich diese Nachricht nicht unterzeichnen, weil mir die Stempelfarbe für die rechte Vorderpfote abhanden gekommen ist. Ich identifiziere mich daher mit obigem Bild.

Rosso und die Spielmaus

apportieren

Eines von Rossos Lieblingsspielen ist es, Dinge zu apportieren: Haselnüsse, Trauben, Erbsen, Steinchen – alles selbst “erbeutet”.

Gestern kam eine Lieferung Katzenfutter und dem liegt immer eine Spielmaus bei. Und natürlich wurde auch die Maus umgehend apportiert.

Und das Spiel läuft dann so: Rosso “fängt” den Gegenstand, springt aufs Sofa und lässt die “Beute” dort neben mir fallen. Dann schaut er mich erwartungsvoll an, und ich werfe die Beute im hohen Bogen durchs Wohnzimmer. Rosso hopst umgehend vom Sofa und rast hinterher, schnappt die Beute und bringt sie mir wieder. Auf diese Weise geht das Spiel so lange weiter, bis einer von beiden genug hat. Das bin mal ich, mal ist es er.

Selbstbedienungsladen

knabberzeug

Dachte heute, bringste Rosso mal was zum Knabbern mit. Ein Stängchen rausgeholt – wurde gleich aufgefuttert.

Dann bin ich in mein Arbeitszimmer gegangen. Dort hatte ich eine Weile zu tun. Als ich zurück kam, fand ich das da oben in der Küche. Der Geruchssinn von Katzen scheint doch besser zu sein, als vermutet. Ich darf wirklich nichts liegen lassen …

In Memoriam: Lieschen

Ich habe so viele Fotos von meinen pelzigen Lieblingen, die jetzt im Katzenhimmel schweben, dass ich beschlossen habe, immer wieder welche aus der Versenkung zu holen. In liebevoller Erinnerung an die wunderbaren Tiere, die viele Jahre ihr Leben mit mit geteilt und mir viel Freude geschenkt haben.

Heute Lieschen – mit Naturschmuck.

lieschen-mit-spinnweben

Ich weiß nicht, wo die staubigen und spinnwebenerhangenen Plätze waren, an denen sie sich rumgetrieben hat, auf alle Fälle konnte ich bei ihrem Anblick herzlich lachen.

Wer kommt denn da?

roter kater

Mein roter Liebling auf seinem Lieblings-Aussichtsplatz … auf der Terrassenbrüstung. Nur lässt er seinen Blick nicht über die Nachbargärten schweifen, sondern muss nachschauen, wer ihn da stört.

Und natürlich weiß er, wer da stört, denn wäre ein Unbekannter aufgetaucht, wäre er schon wie eine Rakete verschwunden. Auch wenn er mir gegenüber noch so kess ist, hat er vor anderen panische Angst. Mein kleiner Hosenschisser. Fremde Menschen, fremde Geräusche – und Rosso rast wie ein geölter Blitz nach oben, hinters Bett. In seine Schutzröhre. Die ist zwei Meter lang und so schmal, dass ein roter Kater gerade so reinpasst. Reinfassen und ihn rausholen kann ich nicht, dazu ist die Röhre zu lang bzw. meine Arme zu kurz. Um ihn zu greifen, müsste ich das Bett von der Wand weg ziehen. Also das perfekte Versteck für Rosso.

PS: Der Platz auf der Terrassenbrüstung war übrigens auch Lilis Lieblingsplatz. Denn wenn die Sonne scheint, wärmt sie das Blech auf der Terrassenbrüstung und dann kann man sich dort prima den Pelz aufheizen.

Kuschelmuschel am Morgen

roter kater im bett

Sobald ich abends (meist erst mitten in der Nacht) schlafen gehe, kommt Rosso angetippelt und lässt sich auf meiner Bettdecke nieder – neben meinen Füßen. Dort liegt er die ganze Nacht, eingeringelt wie ein Rollmops.

Sobald er am Morgen merkt, dass ich mich räkle, steht er auf, reckt und streckt sich und tippelt über die Bettdecke zu meinem Kopf. Dort stellt er sich hin, schaut mich an und sagt: “Miau!”

Ich streichle sein Köpfchen und wünsche ihm einen guten Morgen – und wenn ich dann nicht SOFORT die Bettdecke lüpfe, zerrt er mit der Vorderpfote daran herum. Das bedeutet: Lass mich rein!

Dann lüpfe ich die Decke so, dass eine Höhle entsteht, und Rosso tippelt in die Höhle. Dort liegt er dann – und grabscht mit der Pfote nach meiner Hand. Das bedeutet: Streichle mich! Und wehe ich mache das nicht sofort …

So liegen wir beide also unter der Bettdecke, und ich streichle sein Köpfchen, das er schnurrend in meine Hand gräbt.

Absoluter Höhepunkt des Vergnügens ist, wenn ich mit der einen Hand sein Köpfchen streichle und mit der anderen sein Bäuchlein kraule. Da dreht er sich auf den Rücken, schnurrt wie ein Weltmeister und dreht sich wonnevoll hin und her.

Ich streichle und kraule ihn eine Weile – solange, bis mir (und ihm) die Augen zufallen, und wir beide eng aneinander gekuschelt noch eine Runde schlafen.

Auf diese Weise beginnt JEDER Tag! Und ich finde, schöner kann ein Tag nicht beginnen …

Schnee, Schnee, Schnee … am Ammersee

katze-im-winter

Der Winter will nicht gehen. War nun fast alles von dem gräulichen Schneematch verschwunden, was lag heute früh schon wieder auf der Terrasse? Ja, das da oben.

Rosso hat mir vorhin anvertraut, dass er sich schon sehr auf den Frühling freut. Und darauf, dass sein Katzenklo nicht zugeschneit ist … oder hart gefroren. Denn da tun ihm beim Buddeln die zarten Pfötchen weh. Abgesehen davon, dass seine Hinterlassenschaften dann frei rumliegen, was ihm überhaupt nicht behagt. Gott sei Dank kommt aber dann die Klofrau – zum “Aufräumen”, damit alles seine Ordnung hat.

Die letzten Fotos von Moritz

kater

Moritz hatte Nierenprobleme. Das wusste ich schon seit Monaten. Er hat enorm viel Wasser getrunken und immer weniger gefuttert.

Über Weihnachten hat er dann kaum noch etwas zu sich genommen, und ich wusste, die Zeit für den endgültigen Abschied ist gekommen.

An seinem letzten Tag in der Wohnung haben wir morgens noch miteinander gekuschelt, das heißt, Moritz kroch zu mir ins Bett unter die Decke. Er hat sich an mich geschmiegt, sein Köpfchen in meine Hand gedrückt und geschnurrt. Ich habe ihn gestreichelt und “ich hab dich lieb” in sein Ohr geflüstert.

Nachmittags lag er dann auf seinem neuen Lieblingsplatz. Im Wäschekorb, aus dem ich die Wäsche rausgenommen und für Moritz mit Kissen ausgepolstert habe – damit er es schön weich hat.

Das war das letzte Mal, dass ich meinen schwarzen Liebling gesehen habe. Als ich später nach ihm schauen wollte, war der Korb leer – Moritz war nach draußen gegangen. Er liebte die Freiheit!

Drei Wochen ist das nun her, und ich weiß, dass er irgendwo in einem der Nachbargärten sein kleines Leben ausgehaucht hat. Krank und einsam – der Gedanke daran macht mich unendlich traurig. Aber so ist der Lauf des Lebens. Und Moritz wollte nicht in der Wohnung sterben. Sonst wäre er dort geblieben.

Hier die letzten Fotos von meinem kleinen Schwarzbär.

Adieu, mein geliebter Moritz, ich werde dich nie vergessen!