Kategorie: Moritz

Winterquartier

Strickkatze

Moritz ist ja der Strawanzer vor dem Herrn, im Sommer kommt er nur zum Futtern heim und macht sich dann umgehend wieder auf die Socken.

ABER: Sobald die Temperaturen sinken und der Heizkörper bullert, zieht der schwarz bepelzte Herr es vor, sein Nickerchen in der Wärme zu machen – und das vorzugsweise in meinem Strickkorb. Ist schön weich dort, und im Frühjahr hab ich dann Katzenhaar-Wolle …

Strickkatze

Schwarzbär auf Stippvisite

Fünf Wochen lang hat er sich nicht blicken lassen. Nur meine Nachbarin hat ihn mal gesehen – Moritz, meinen schwarzbepelzten Kater. Doch gestern Nachmittag stand er plötzlich auf der Matte. Allerdings nicht lange, und er machte sich wieder vom Acker. Appetit, geschweige denn Hunger hatte er keinen, denn Futter wollte er keines. Abgemagert ist er auch nicht, also wird er woanders gefüttert. Ich finde Zeitgenossen, die anderer Leute Katzen füttern, zwar völlig daneben, aber ich weiß nicht, wer ihm Futter und vermutlich auch ein Dach überm Kopf bietet, denn er war in den Tagen, als es regnete, nicht zu Hause. Entgegen sonstigen Gepflogenheiten …

Er war ein paar Minuten hier. Ließ sich von Rosso beschnuppern und machte sich dann wieder vom Acker. Ein kurzer Blick zurück, dann verschwand er über die Katzenleiter nach unten. Rosso hatte das Nachsehen … und guckte ihm durch die Birke hinterher. Die Katzenleiter interessiert ihn erfreulicherweise nach wie vor nicht. Und das ist SEHR gut so!

rosso-kater

Katerchen wird kastriert

Sie waren so niedlich anzuschauen: Rossolinchens Rosinchen. Jeder Mann hätte ihn um solche hübschen und gut gewachsenen Prachtexemplare beneidet. Eingehüllt in beiges, weiches Fell …

rosinchen

Doch gestern war es so weit: Operation. Ohne Rosinchen geht es meinem roten Racker besser und den Katzen auch. Es wird ja sogar überlegt, zu verbieten, nicht kastrierte Katzen rauszulassen – die Katzenpopulation nimmt ständig zu, und viel zu viele Kätzchen verbringen ihr Leben deshalb in Gefangenschaft: in Tierheimen. Allein der Gedanke daran macht mich traurig.

Ein “funktionierender” Kater aber möchte seiner Aufgabe nachkommen, und die lautet: Katzen bespringen und Nachkommen zeugen. In letzter Zeit hatte ich sogar den Eindruck, dass der Hormondruck Rosso dazu veranlasste, Lieschen zu dominieren. Er schnüffelte erst ausgiebig an ihrem Po herum, dann sprang er mit allen Vieren auf sie drauf und biss sie in den Nacken. Typisches Begattungsgehabe. Und das permanent! Kaum tippelte in die Wohnung, ging es auch schon los. Sie nahm reißaus, und der halbstarke, in vollem Saft stehende Jungspund raste hinter ihr her. Die Jagd bereitete ihm sichtlich Vernügen. Im Schweinsgalopp durchs Wohnzimmer, unterm Sofa durch, hinterm Sideboard und zwischen den Stühlen unterm Esstisch entlang, mit Schmackes die Treppe zur Galerie rauf, mit Schmackes die Treppe von der Galerie runter, Verfolgung durchs Flur, Verfolgung durch mein Arbeitszimmer, und dann das Ganze wieder von vorn. Nicht nur Lieschen war genervt …

Um seinen Attacken zu entgehen, zieht sie sich stundenlang in die hinterste Ecke unterm Bett zurück. Dort ist sie gut geschützt vor seinen Angriffen – nur von einer Seite angreifbar, und auf sie drauf springen kann er auch nicht, die Nische ist zu niedrig dafür. Ich möchte aber nicht, dass Lieschen dauernd auf der Flucht vor dem hartnäckigen “Verehrer” ist.

Also hatte ich gestern einen Termin bei der Tierärztin. Um neun Uhr war es soweit: Rosso bekam die Narkosespritze. Fünf Stunden später holte ich ihn ab. Völlig ramdösig lag er in seinem Korb und schaute mich schläfrig an. Bis er Lebenszeichen zeigte, dauerte es eine Stunde, und bis er sich wirklich regte, eine weitere Stunde. Als ich ihn mal kurz rausholte, torkelte er durchs Zimmer, also besser wieder ins Körbchen – nicht, dass er die Treppe zur Galerie rauf tappt und dann runter fällt …

Warm solle er liegen, meinte die Tierärztin, das sei wichtig! Also füllte ich eine Gummiwärmflasche mit heißem Wasser und legte sie zwischen ein gefaltetes Handtuch in seinem Korb. Oben drauf bettete ich mein Rossolinchen ohne Rosinchen und deckte ihn mit einem Badetuch gut zu. Nur das Köpfchen schaute raus.

In dem Korb lag er bis abends, streckte zwischen durch die Pfötchen durchs Gitter, zog sich dann aber wieder unters Handtuch zurück und schlief den Schlaf des Gerechten.

Korb

So gegen sieben legte ich ihn auf meinen Schoß, wo er eine weitere Stunde verbrachte und allmählich seine Balance wieder erlangte. Zwischendurch hat er dreimal gekotzt (was die Tierärztin angekündigt hatte). So gegen acht tappte er in die Küche und leckte die Reste aus Lieschens Napf. Um neun Uhr servierte ich ihm ein paar Bröckelchen gekochtes Hühnchen – die er mit Appetit verputzte und auch drinnen behielt. Auf die Anrichte sprang er dann auch, ich setzte ihn aber vorsichtshalber wieder auf den Fußboden und dann aufs Sofa, wo er wieder in Schlaf verfiel und bis ungefähr Mitternacht auf meinem Schoß lag. Gut zugedeckt mit einer Wolldecke.

Die vergangene Nacht hat er komplett in meinem Bett verschlafen, und heute morgen war er wieder fit und munter. Jagte Lieschen hinterher und machte seinen ersten Besuch auf dem Dach – zum ersten Mal ohne Rosinchen.

Besuch vom Schwarzbär

Moritz ist mal wieder daheim. Momentan liegt er unterm Bett und schläft. Hoffentlich bis nach Mitternacht, denn hier wird immer geböllert wie verrückt. Und das können Katzen – verständlicherweise – gar nicht leiden. Denn es macht ihnen Angst. Gute Instinkte!

Moritz

Moritz auf Stippvisite

Mein Schwarzbär hat sich seit zwei Monaten nicht mehr blicken lassen, zumindest nicht in der Wohnung. Ab und zu sehe ich ihn unten im Hof oder im Garten. Neulich habe ich ihn dann eingefangen, mit aller Mühe, denn wenn ich auf ihn zugehe, rennt er weg.

Ich habe ihn nach oben getragen, untersucht, und alles für in Ordnung befunden. Also keine Verletzungen! Zecken hatte er nur eine, die habe ich entfernt. Ansonsten ist er gut genährt, er hat also jemanden (oder mehrere), die ihn füttern. Ich muss sagen, dass ich Menschen nicht leiden kann, die anderer Leute Katzen füttern! Aber ich kann es nun mal nicht ändern.

Rosso kam natürlich sofort angetippelt. Hier ein paar Momentaufnahmen von der Zwangs-Stippvisite:

Nach einer Viertelstunde habe ich Moritz erlöst und die Terrassentür aufgemacht. Wie ein Blitz schoss er davon. Am nächsten Tag habe ich ihn abends auf dem Parkplatz gesehen, er kam auch auf mich zu, hielt aber immer Sicherheitsabstand.

Von meiner Nachbarin lässt er sich streicheln, weil er bei ihr nicht befürchtet, dass sie ihn nach oben schleppt. Zu seinem jugendlichen Nebenbuhler …

Auch andere Nachbarn sehen ihn hin und wieder. Es geht dem Schwarzbär also gut. Einsperren kann und will ich ihn nicht. Er ist ein freies Kerlchen und entscheidet selbst, wo er lebt. Vielleicht kommt er im Herbst wieder, wenn es kälter ist …

Schwarzbär aufgetaucht

Gestern Abend klingelte es. Meine Nachbarin teilte mir mit, dass sie eben Moritz gesehen habe. Ich ging nach unten und sah einen anderen Nachbarn am Parkplatz vorbeigehen – mit Hund. Normalerweise ist auch sein schwarzer Kater nicht weit, der Moritz sehr ähnlich sieht, und die drei machen gern einen Spaziergang in einträchtiger Runde.

Ich sagte meiner Nachbarin, dass sie vermutlich den schwarzen Kater dieses Mannes gesehen habe. “Nein”, sagte sie, “der Charly war es nicht! Es war der Moritz, den kenne ich an seinem Ton.”

Wo sie ihn denn gesehen habe, fragte ich. Er sei in der Thujenhecke der Nachbarn auf der südlichen Seite verschwunden. Laut miauend.

Ich pfiff nach ihm. Nichts! Ich pfiff wieder … und plötzlich hörte ich ihn. Er hat tatsächlich ein ganz spezielles Miauen, so ein klagendes, vorwurfsvolles. Ich pfiff wieder und er antwortete. Dann sah ich ihn – auf der anderen Seite des Zaunes. Ich pfiff wieder, er miaute, aber er machte keine Anstalten, unter dem Zaun auf meine Seite zu kommen. Also machte ich mich auf den Weg in den Garten der Nachbarn. Dort angekommen, setzte ich mich auf die Wiese und rief nach ihm. Er kam auch prompt auf mich zu, hielt aber den üblichen Sicherheitsabstand. Dann ließ er sich nieder. Ich betrachtete ihn aus der Entfernung. Eingesperrt war er wohl nicht gewesen, dazu war er zu wohlgenärt. Sein Fell sah auch gut aus, offensichtlich hat er sich sein Futter irgendwo anders ergattert. Es gibt ja genügend Zeitgenossen, die fremde Katzen füttern (ich hasse solche Typen!).

Langsam robbte ich auf ihn zu. Als ich nah genug war, um nach ihm zu greifen, hopste er weg und verschwand unter der Hecke zum übernächsten Nachbarhaus. Dort hockte er und beäugte mich erst misstrauisch und gab sich dann der Fellpflege hin.

Moritz

Ich legte mich wieder auf die Wiese und er kam unter der Hecke hervor. Ihn zu greifen und zu untersuchen, ob alles in Ordnung mit ihm war, war nicht möglich.

Das Spielchen dauerte eine Weile und ich machte mich auf den Nachhauseweg (100 Meter!). Moritz folgte in gebührendem Abstand, zeigte aber keine Lust, mit ins Haus zu gehen. Also ließ ich ihn in Ruhe. Es ging ihm gut, und das war und ist die Hauptsache.

Bei solchen Hochsommertemperaturen wie momentan kommt er grundsätzlich selten nach Hause. Der neue Untermieter behagt ihm nicht, und die Handwerker und der damit verbundene Krach behagten ihm auch nicht. Jetzt ist zwar wieder Ruhe, aber es ist immer noch heiß. Also werde ich in Ruhe abwarten, bis der Herr Schwarzbär mal wieder nach Hause kommt.