Kategorie: Moritz

“Das verflixte erste Mal”

Eine Geschichte aus meinem Kurzgeschichtenbuch “Auf Samtpfoten direkt in mein Herz”. Ein prima Weihnachtsgeschenk für Katzenfreunde!

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Es ist jedes Mal dasselbe. Wirklich jedes Mal. Ist auch verständlich, weil ich ja nicht weiß, ob es dieses Mal auch so abläuft wie die anderen Male. Die Rede ist vom Freigang, vom ersten Freigang, genau gesagt. Und Moritz‘ erstes Mal ohne Leine verlief so:

Ich öffnete die Wohnungstür und hielt sie ihm auf. Er machte ein paar Schritte in den Flur. Dort setzte er sich erstmal hin, schaute verblüfft um sich und dann mich wieder fragend an. „Na, geh“, sagte ich, „du darfst raus.“ Prompt tippelte er die Treppe runter. Ich hinterher und öffnete die Haustür. Schwupps war er draußen, spurtete im Hof hin und her, schlug übermütige Haken, sprang aufs höher gelegene Blumengärtchen, raschelte durch die Sträucher, kraxelte den Stamm des Rot-Ahorns hinauf, hockte sich ins Geäst und schaute vergnügt auf mich herab. Schien ihm zu gefallen, die neue Perspektive. Weiterlesen

Moritz klaut wieder

Wochenlang gab es keine Fußspuren auf meiner Anrichte. Das war schlecht, denn es bedeutete: Moritz hat keinen Appetit und keine Lust, auf Beutesuche in der Küche zu gehen. Doch gestern Abend kam der Herr Schwarzbär vom ausgiebigem Strawanzen nach Hause und sein erster Weg führte ihn auf die Anrichte, wo ich kurz zuvor gekochtes Rindfleisch geschnitten hatte.

Moritz
Das schmeckte dem Herrn.

Topf
Nachdem das Brettchen sauber geleckt war, warf er noch einen sehr interessierten Blick in den Topf. Von dort hab ich noch ein paar Rindfleischstückchen rausgeholt und ihm serviert. Er hat sie verschlungen! Dann machte er sich wieder vom Acker.

Terrasse

Heute früh kam er heim, kuschelte sich zu mir ins Bett und nachdem er ausgeschlafen hatte, nahm er mit Appetit sein Frühstück zu sich. Das Flohmittel hat offensichtlich angeschlagen …

Moritz und die Eosinophile

moritzWeil Moritz Appetitlosigkeit zeigt, wurde sein Blut untersucht und festgestellt, dass er deutlich erhöhte Eosinophile hat. Das ist ein Zeichen für allergische Reaktion oder Hinweis auf Parasiten. Da er nun mehrfach entwurmt wurde, deutet das Ergebnis auf eine Allergie hin. Und da der kleine Schwarzbär ständig Flöhe hat, reagiert er wohl allergisch gegen Flohspeichel. Der massive Herbstmilbenbefall vor einigen Wochen hat das Ihrige wohl auch dazu beigetragen.

Nun wurde er vorgestern mit einem Flohmittel behandelt und ich hoffe, dass er bald wieder rundum fit ist. Allmählich gehen mir die Arztbesuche mit Moritz nämlich auf die Nerven – abgesehen von dem Geld, was das alles kostet. Insgesamt habe ich für Moritz dieses Jahr so um die 2.000 Euro hingeblättert …

Der “alte” Moritz ist wieder da

Wochenlang lief Moritz nur auf drei von vier Zylindern. Ich sagte den Ärzten: Moritz ist “reduziert”. Ich wusste keinen besseren Ausdruck als den, weil Moritz alles einen Gang langsamer machte, lustlos und teilweise sogar apathisch wirkte und sehr viel schlief. Und dann noch der nachlassende Appetit …

Dass er entgegen meinen Befürchtungen, nach den 10 Tagen Stubenarrest und all dem Tierarzt/Tierklinik-Stress sich nun erst mal für eine lange Weile nicht blicken zu lassen, gestern ganz in der Nähe war und auch auf mein Pfeifen reagierte, habe ich ja schon berichtet. Aber es passiert öfter, dass er durch den eigenen Garten (er zieht Nachbargärten vor!) streift, über den Hof tippelt und im Vorgarten unterm dem Fliederstrauch sein Nickerchen hält. Dass er nach Hause, also in die Wohnung kommt, geschieht deutlich weniger – vor allem bei sommerlichen Temperaturen kommt es häufig vor, dass er mehrere Tage (und Nächte) keine Pfote in die Wohnung setzt.

Vergangene Nacht war es sommerlich warm, und meine Hoffnung, dass mein Schwarzbär nach Hause kommt, war sehr gering. Wenn er kommt, kommt er nicht still und heimlich, sondern mit Musik! Und diese Musik ertönte heute um halbfünf. Ich runter und sofort die Terrassentür geschlossen – denn ich wollte seinen Appetit prüfen. Also warf ich mitten in der Nacht Trockenfutter durch die Gegend, und Moritz hechtete jedem Körnchen hinterher, fing es teilweise schon in der Luft auf. Der “alte” Moritz war wieder da! Die alte Spannkraft in seinem schlanken Körper. Die alte Triebkraft, wenn es um “Beute” geht. Die mir vertraute Muskelspannung, wenn er da liegt und lauert. Und er lauerte! Lag auf dem Fußboden und lauerte aufgeregt dem Wurf des nächsten Körnchens entgegen. Kaum hob ich die Hand zum Wurf, war Moritz schon bereit zur Jagd. Schließlich holte ich noch den Rest Putenstückchen und warf sie ebenfalls durch die Gegend. Jedem Stück hat er blitzschnell den Garaus gemacht!

Dann tippelte er nach unten mit der Absicht, wieder in die Dunkelheit zu entschwinden – aber die Terrassentür war ja geschlossen. Nun, das kannte er … nach ein paar Minuten lag er auf meinem Bett, putzte sich ausgiebig und ringelte sich dann zum Morgenschlaf ein.

Dieser Morgenschlaf hat in den letzten Wochen sehr sehr lange gedauert – viele
Stunden. Auffällig viele Stunden! Doch heute früh um acht Uhr war mein Racker bereits wieder fit fürs Leben. Sprang munter vom Bett, reckte und streckte sich, putzte sein Fell, und ich ging in die Küche, um Futter zu holen. Nierenschonendes Futter, weil seine Nieren letzte Woche ziemlich strapaziert schienen. Erst Trockenfutter (das liebt er!). Dann Nassfutter. Erst Hühnchen, das hat er nicht ganz aufgefressen. Ich holte noch eine andere Sorte: Thunfisch. Die hat ihm geschmeckt, und auch das Löffelchen Darmgel, das ich für seinen malträtierten Magen-Darm-Trakt besorgt hatte, verputzte er.

Mein Moritz ist nicht mehr wiederzuerkennen beziehungsweise ist er jetzt wieder so, wie er normalerweise ist: ein putzmunterer, agiler Kater, der Freude am Leben hat.

Nach dem Frühstück tippelte er zur Nachbarterrasse und putzte sich nochmal ausgiebig.

Dann machte er sich auf den Weg zur Katzenleiter, war noch kurz auf der Auffahrt zu sehen …

Strawanz

… und nun hält er in einem der Nachbargärten seinen rasierten Bauch der Sonne entgegen. Und für Dr. Ernst Meier ist dieser Sonntagsgruß: Danke, lieber Ernst!

P. S.: Meinem geliebten Liebling schmeckt das Nierenfutter übrigens auch.

Futter

Kater Moritz genießt die Freiheit

Nachdem er unter Medikamenten mit gutem Appetit gefuttert hat, ließ Moritz “Hunger” am Donnerstag wieder nach. Am Futter geschnuppert und abgewendet. Ich schickte der THP, die in Urlaub ist, ein SMS. Sie schrieb dann, welche Globuli ich ihm geben solle. Aber meine Angst ließ dadurch trotzdem nicht nach und ich rief Herrn Rattenhuber an. Der wirkte ratlos und meinte, ich solle einen Tag abwarten.

Ich wartete aber keinen Tag ab, sondern überlegte. Ich brauchte unbedingt einen erfahrenen Tierarzt, also einen, der bereits viele Jahre praktiziert. Und deshalb rief ich am Nachmittag Dr. Ernst Meier von der Tierklinik in Dießen an und schilderte ihm die Angelegenheit in aller Offenheit. Er war erfreulicherweise überhaupt nicht pikiert darüber, dass Moritz von anderen Ärzten behandelt worden war, sondern gab mir einen Termin am Freitag Vormittag.

Dr. Meier kenne ich schon viele Jahre, er hat viele meiner Katzen behandelt. Er ist ein sehr erfahrenewr und tierlieber Arzt, allerdings habe ich ihn schon lange in der Praxis nicht mehr gesehen und glaubte, er genieße seinen Vorruhestand und sei viel auf Reisen. Das stellte sich gestern als Irrtum meinerseits heraus.

Nun, wie dem auch sei … ich packte Moritz gestern also wieder in den verhassten Korb und fuhr damit in die Tierklinik, dieses Mal nach Dießen. Herrn Rattenhuber hatte ich darüber informiert, er fand, das sei eine gute Idee, zumal er mit Dr. Meier freundschaftlich verbunden ist. In der Tierklinik kamen wir sofort dran, und Dr. Meier ließ sich ausführlich schildern, was in den letzten Wochen so vorgefallen ist. Er hörte aufmerksam zu und hakte an genau der Stelle ein, die in der anderen Tierklinik auf taube Ohren gestoßen war: die Sache mit der leidigen Heuschrecke.

Dr. Meier fragte, was für eine Heuschrecke das denn gewesen sei. Weiß ich nicht, aber es gibt ja Gott sei Dank ein Foto von dem Heuschreckenbein hier auf dem Blog. Ein “Heupferd”, sagte Dr. Meier. Dann untersuchte er Moritz ausgiebig, tastete ihn ab, beobachtete ihn und meinte dann, dass mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit dieses Heupferd der Auslöser für die Probleme gewesen sei. Genau das hatte ich ja auch vermutet! Denn seit der Zeit mit dem Heuschreckenbein veränderte Moritz’ Verhalten sich von Tag zu Tag mehr, er wurde immer apathischer und parallel dazu ließ sein Appetit nach.

Dr. Meier vermutet, dass die Inhaltsstoffe des Heupferdes der Niere, dem Magen und dem Darm von Moritz Probleme bereitet hat. Moritz könnte Moritz auch einfach allergisch auf das Heupferd reagiert haben. Die hohen Nierenwerte können nämlich auch die Folge einer Allergie sein … Dann machte er mit Moritz eine Bioresonanz-Therapie, mit der er ausgesprochen gute Erfahrungen gemacht hat und immer wieder macht. Dann verpasste er Moritz noch eine Spritze, und wir fuhren wieder nach Hause. Wieder begleitet von Moritz’ Konzert, aber längst nicht so hysterisch wie auf der Fahrt von der anderen Tierklinik, als Moritz unter Morphium stand … so hat er überhaupt noch nie geschrien!

Zuhause stellte ich ihm Futter hin, und er fraß es mit Appetit. Dann ließ ich ihn in Ruhe.

Später schaute ich nach ihm – er lag nach 10 Tagen das erste Mal nicht UNTER dem Bett, sondern AUF dem Bett. Gutes Zeichen! Er stierte auch nicht mehr so vor sich hin, sondern machte einen relativ munteren Eindruck. Im Katzenklo befand sich noch die Hinterlassenschaft des Vormittags und die begutachtete ich, denn Dr. Meier wollte wissen, wie die aussieht. Gut, dass ich sie noch nicht entsorgt hatte!

Die Hinterlassenschaft war so aus, wie sie aussehen muss: Farbe, Form, Konsistenz und Menge waren genau richtig. Das gefiel Dr. Meier gut, mir übrigens auch!

Die Nacht verbrachte Moritz dann noch in der Wohnung, ich wollte abwarten, ob er heute früh frisst und sein Geschäftchen macht.

Er fraß und machte sein Geschäftchen – das auch wieder perfekt war! Also war die heiß ersehnte Freiheit angesagt. Ich wollte ihn holen und ihn in den Garten tragen, aber er versteckte sich natürlich sofort wieder unterm Bett. Um ihn nicht zu stressen und ließ ich ihm Zeit, öffnete die Terrassentür und pfiff nach ihm. Der Herr Schwarzbär ließ sich aber Zeit, doch irgendwann tauchte er auf und schaute fassungslos nach unten.

Treppe

Dort hockte er minutenlang und starrte nach wie vor ungläubig mal auf mich und dann wieder auf die offene Terrassentür.

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Und dann machte er plötzlich einen Satz und zischte wie ein geölter Blitz die Treppe runter, sprang auf die Terrassenbrüstung und eilte übers Dach in Richtung Katzenleiter. Lili hinterher.

Dach

Unten verabschiedete der Herr Schwarzbär sich freundlich von Lili und machte sich vom Acker.

Lili

Weil schönes, warmes Wetter herrscht, rechnete ich damit, ihn möglicherweise tagelang nicht zu sehen. Trotzdem ging ich ein paar Stunden später runter, lief ums Haus und pfiff nach ihm. Und … tatsächlich er antwortete. Ich entdeckte ihn dann unter einem Strauch im Nachbargarten.
Gebuesch

Flugs ging ich wieder nach oben und holte Futterkörnchen. Die warf ich einzeln über den Zaun und er erbeutete sie. Mit sichtlichem Appetit verdrückte er ein Körnchen nach dem anderen.

Nach einer Stunde ging ich wieder nach unten – er lag nicht mehr im Nachbargarten. Ich pfiff, und mein Schwarzbär kam doch tatsächlich gleich um die Ecke getippelt. Ich holte ein Schüsselchen Feuchtfutter und stellte es auf den Rasen. Er verputzte auch dieses Futter mit bestem Appetit. Dann ging ich wieder nach oben und warf Putenstückchen und Trockenfutterkörnchen vom Balkon. Moritz jagte auf dem Hof hin und her und machte der Beute sofort den Garaus. Nun hoffe ich, dass dieser Zustand so bleibt. Dr. Meier ist diesbezüglich sehr zuversichtlich …

7 Jahre Moritz

An einem heißen Hochsommertag ist er mir über den Weg getippelt: Moritz, mein kleiner Schwarzbär. Er wurde auf einem Golfplatz ausgesetzt. Und seit jenem Tag freue ich mich über den stets gut gelaunten schwarzen Kater mit den wunderschönen grünen Augen.

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Zuletzt habe ich ihn vergangene Nacht gesehen. Da kam er mit einer Maus an. Unterm Sofa hat er sie gefressen und gleich wieder ausgekotzt …

Milbenattacken

milben

So, unser Tierarzt, der liebe Herr Rattenhuber, hat den Parasiten erstmal den Garaus gemacht. Allerdings sah die leicht entzündete und schorfige Stelle am Bauch heute früh schon deutlich besser aus als gestern Abend. Das liegt vermutlich daran, dass ich das Bäuchlein erst mit Calendula beträufelt, dann mit Wundspray besprüht und zum Schluss mit einem ölgetränkten Papiertuch behandelt habe. Diese Mischung hat den Viechern wohl nicht besonders gut geschmeckt.

Beim Tierarzt wurde der kleine Kerl dann Frontlinespray einmassiert – am ganzen Körper. Denn Herr Rattenhuber entdeckte Milben am Ohr, an den Füßen, an den Brustwarzen. Die Viecher hocken überall. Ich habe mir dann eine unterm Mikroskop angeschaut: Widerlich! Hier gibt es Fotos.

Jetzt strawanzt er wieder, mein Schwarzbär – nachdem vergangene Nacht Ausarrest angesagt war wegen des Tierarzttermines. Er hat die ganze Nacht in und auf meinem rechten Arm geschlafen und heute früh haben wir ausgiebig gekuschelt.

Alarm: Herbstgrasmilben

Mein Schwarzbär war drei Tage nicht zu Hause, eben hab ich ihn im Garten gesucht, gepfiffen und er kam tatsächlich. Normalerweise kann ich pfeifen, solange ich will …

Ich habe mir angewöhnt, den kleinen Kerl regelmäßig zu untersuchen und nachzuschauen, ob er wieder irgendwelche Verletzungen hat. Hab überall an ihm rumgefummelt und dann am Bauch eine ungefähr 12 Zentimeter lange Stelle entdeckt, die entzündet aussah und Schorf hatte. Erst dachte ich, er habe sich wieder an einem Draht verletzt. Dann hab ich mir die Stelle näher angeschaut und ich entdeckte an einer Stelle so merkwürdig rote Pünktchen, die mich stark an Herbstgrasmilben erinnerten, die Katzen normalerweise am Ohr und an den Zehen haben. Ich machte eine Makroaufnahme und mailte sie dem Tierarzt.

Milben
Zum Vergrößern auf Foto klicken

Der bestätigte meine Vermutung: Herbstgrasmilben. Heute Nacht darf der Schwarzbär wieder in der Wohnung verbringen, weil ich morgen mit ihm zum Tierarzt fahre, und die lästigen Parasiten zu entfernen. Denn sie jucken so fürchterlich, dass er sich den ganzen Bauch derart intensiv geleckt hat, und die Stelle sich entzündete. Ich kann beim Tierarzt wirklich ein Abo bestellen …

Hier die Viecher aus der Nähe. Eindeutig Milben …

Milben

Frustriert am Ammersee

Seit über einer Woche hat Moritz Stubenarrest, was er gar nicht witzig findet, obwohl er sich von Tag mehr daran gewöhnt, aber entsprechend frustriert ist. Ungefähr dreimal am Tag hockt er auf der Galerie zwischen den Geländerstäben und peilt die Lage.

Galerie

Die meiste Zeit liegt er unterm Bett, in seiner mit Kissen ausstaffierten Höhle. Nachts liegt er auf dem Bett, teilweise auch auf mir. Zwischendurch kuscheln wir inniglich miteinander. Weiterlesen

Der schwarze Okkupator

Mein Stubenarrestler liegt mal hier, auf dem Kissen, das ich ihm extra ins Arbeitszimmer gelegt habe …

Kissen

mal auf meinem Bett, mal unter meinem Bett und heute hat er in seiner Verzweiflung Lilis Hochbett in Beschlag genommen.

karton

Lili hat das mit Empörung zur Kenntnis genommen. Einziger Trost war ein neuer Karton, den der Postbote vorhin gebracht hat.

Lili

Dass sie diese Frechheit nicht akzeptieren kann, ist klar.

beide

Sie hat ihr Hochbett zurückerobert und der schwarzpelzige Okkupator liegt in seiner Betthöhle und schläft.

Lili-karton

Draußen regnet es in Strömen. Prima, denn die Terrassentür mach ich bei so nem Wetter nicht auf, und Moritz will auch gar nicht raus – und so herrscht Ruhe, nicht nur im Karton.

Wunderbare Wundheilung

Wer die Wunde vor zwei Tagen gesehen hätte, würde heute genauso staunen wie ich, dass die 2 Zentimeter lange, klaffende Verletzung bis auf ein winziges Löchlein von maximal 2 Millimeterchen zusammengewachsen ist. Trotzdem lasse ich den Schwarzbär noch nicht raus. Denn draußen springt er auf Holzstöße, über Zäune und wer weiß noch wo rum, und da die Verletzung sich direkt am Schulterknochen befindet und die Haut dort bei Sprüngen stark beansprucht und möglicherweise aufplatzen könnte, gehe ich auf Nummer Sicher und verordne dem Strawanzer noch einen Tag Stubenarrest.

Ich habe an der Stelle behutsam ein bisschen rumgedrückt, da kam ein Tröpfchen Wundflüssigkeit raus, aber kein Eiter. Es ist auch keine Schwellung da. In das Löchlein habe ich Calendulatinktur und Wundbalsam geträufelt, so kann mein Kerlchen heute noch ein bisschen daheim rekonvaleszieren. Und ich denke, morgen früh hat sich die Verletzung ganz geschlossen, dann darf er wieder strawanzen.

Gestern hat er sich ein Bett in meinem Arbeitszimmer gebastelt und aus dem Regal Luftpolsterumschläge rausgezogen.

Umschlag

Auf denen hat er über lange Zeit geschlafen und anschließend kurz an der Katzenklappe rumgerüttelt. Die kriegt er aber nicht mehr aus der Verankerung, denn ich habe sie mit einem zuverlässigen Schraubhaken fixiert. Resigniert hat er noch ein bisschen gejammert und sich dann ins Bett zurückgezogen.

Bett
Dort lag er bis spät abends. Dann hockte er sich auf der Galerie zwischen die Geländerstäbe und grübelte intensiv darüber nach, wie er seine Freiheit wieder erlangen könnte. Die ultimative Idee ist ihm aber nicht gekommen. Und so hat er sich wieder ins Bett gelegt.

Galerie

Dort lag er die ganze Nacht. Heute früh hat er kurz Lilis Hochbett getestet,

Karton
und momentan wieder auf den Luftpolsterumschlägen Platz genommen, und Lili liegt anmutig auf dem Wohnzimmertisch.

Tisch

Sie hat immer noch guten Appetit. Als ich das vorgestern dem Tierarzt erzählt habe, hat er sich ein bisschen gewundert, allerdings auch gefreut. Ganz offensichtlich hat er am 21. Mai einen anderen Krankheitsverlauf erwartet …

Noch ein Patient

Zufällig habe ich vorhin entdeckt, dass mein Schwarzbär wieder eine verletzte Pfote hat. Gott sei Dank hat er sich nicht wieder die Kralle rausgerissen, aber in der Zehe ist ein Schnitt und sie ist geschwollen.

Da Moritz ein Seifenbad ja erfreulicherweise problemlos über sich ergehen lässt, habe ich Seifenlauge angerichtet und seine Pfote ungefähr 10 Minuten reingetunkt. Dann habe ich Calendulatinktur drauf geträufelt und die Zehe noch mit Wundspray besprüht. Arnica C 200-Tropfen habe ich ihn auch noch verabreicht, sowie fünf Kügelchen Phosphor C 30, beides ist gut gegen Entzündungen.

Nun überlege ich, ob ich den Rabauken raus lassen soll, denn die Verletzung ist direkt auf dem Ballen der Zehe, er läuft also direkt darauf. Ich glaube, ich lasse ihn noch zwei, drei Stündchen in der Wohnung, versorge dann nochmal die Zehe und lasse ihn dann vielleicht am Nachmittag wieder raus. Momentan sitzt er auf dem Schreibtisch und jammert. “Ich will raus”, heißt das …

Und jetzt hockt er in Lilis Lieblingskarton und putzt sich ausgiebig …

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Regenwetter

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Moritz strawanzt nicht, sondern schläft auf dem Stuhl auf der Terrasse. Ein Dachvorsprung hält ihn trocken. Der Himmel weint, ich weine zwischendurch auch. Lili frisst zwar, aber das Bewusstsein ihrer Krankheit erfüllt mich mit Traurigkeit.

Moritz wird häuslich

Erstaunt, aber freudig nehme ich zur Kenntnis, dass mein Schwarzbär sich seit kurzer Zeit vermehrt daheim aufhält. So liegt er nun stundenlang auf diesem Terrassenstuhl. Zwischendurch gehe ich zu ihm, stecke meine Nase in sein gut riechendes Fell und flüstere ihm ins Öhrchen: Ich liebe dich!

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Er blinzelt mich kurz an, dann schläft er weiter. Ab und zu werfe ich dann einen Blick von meinem Arbeitszimmer auf seinen Schlafstuhl … und Freude zieht durch mein Herz.

Gestern schien noch die Sonne …

Moritz

Pfote

… heute regnets schon wieder. Aber dass Moritz mal auf dem Terrassentisch rumlümmelt, ist was Besonderes. Normalerweise verdünnisiert er sich nach dem Futterfassen umgehend in Richtung Garten. Jetzt strawanzt er auch schon wieder – trotz Regen. Irgendwann kommt er dann heim, nass und mit total verdreckten Pfoten und hinterlässt überall in der Wohnung seine Spuren. Mein Schwarzbär hat die schmutzigsten Pfoten, die ich je bei einer meiner Katzen gesehen habe. Gleich danach kommt Lieschen. Nur Lilis Pfoten sind immer sauber … allerdings ist sie auch sehr wenig unterwegs. Sie bleibt lieber in meiner Nähe. Auch wenn ich mich um das Vorgärtchen kümmere – Lili ist an meiner Seite.

Patient auf dem Weg zur Rekonvaleszenz

Bevor Moritz ausgerissen ist, hielt er sich eine Weile in meinem Arbeitszimmer auf.

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Hockte mal auf dem Schreibtisch …

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Räkelte sich in der schräg stehenden Nachmittagssonne …

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Machte ein Nickerchen im Regal …

Und riss dann ja mitten in der Nacht aus, indem er die Katzenklappe aus der Verankerung gezogen hatte. (Die ist jetzt übrigens fixiert – sowas passiert nicht noch mal!)

Nachdem die Nachbarin Moritz an Freitag Nachmittag Gott sei Dank fangen konnte, musste der Ausreißer erstmal ein Stündchen im Korb verbringen, was ihm überhaupt nicht gefallen hat.

Lili
Zwischendurch bekam er Besuch von Lili.

Dann fuhren wir zur THP, die den Verband entfernte und sehr zufrieden mit der OP-Wunde war. Es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell Verletzungen bei Katzen heilen! Als wir wieder daheim waren, war immer noch Stubenarrest angesagt – obwohl die THP meinte, ich könne ihn rauslassen. Das wollte ich aber noch nicht, sonden wollte abwarten, wie die Zehe am nächsten Tag aussieht. Moritz musste also wohl oder übel noch drinbleiben – was ihm nicht besonders gefiel.

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Am Samstagnachmittag aber habe ich ihn dann freigelassen. Es war wunderbares Frühlingswetter, und er staunte wohl, als ich ihn auf die Terrassenbrüstung gesetzt habe. Schnurstracks rannte er zur Katzenleiter und wenige Sekunden später war er auch schon im Garten.

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Dann strawanzte er ausgiebig, kam aber am frühen Morgen heute wieder heim und verbrachte ein paar Stunden bei mir im Bett.

Jetzt strawanzt er wieder – obwohl das schöne Wetter von gestern sich verzogen hat, und es schneit!

Patient ausgebrochen

Heute Nacht um eins tut es in der Küche einen lauten Knall und danach verschwindet Moritz in der Dunkelheit. Er hat die Katzenklappe aus der Verankerung gerissen. Sie ist nur in die Holzwand gesteckt und nicht verschraubt. (Fehler!) Ich lag danach im Bett und musste mir erstmal eine Beruhigungstablette verpassen, damit überhaupt daran zu denken war, auch nur eine Minute schlafen zu können.
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