Kategorie: Katzengeschichten

Mein verrücktes Hühnchen

schildpattkatze

Damit ich mich im Leben besser zurecht finde, versehe ich alles mögliche mit Etiketten: Schuhkartons, Aktenordner, Marmeladegläser, Computerdateien, Fotoalben, CDs und so weiter. Selbst vor anderen Zeitgenossen mache ich nicht halt, und so läuft jeder in meinem Umfeld mit einem imaginären Aufkleber an der Stirn durchs Leben.
Allerdings beschrifte ich nicht nur Mitmenschen, sondern auch meine Katzen. Auf Felix zum Beispiel steht „scheu“, auf Lieschen „launisch“, und Lili habe ich schon bei der ersten Begegnung das Attribut „kess“ verpasst.
Ursprünglich war sie die Katze meiner Nachbarn. Weil sie aber zu den Katzenmüttern gehört, die es nicht verknusen können, wenn ihr Nachwuchs, anstatt eigene Wege zu gehen, nach fünf Monaten immer noch zu Hause rum lungert, hat sie sich eine andere Bleibe gesucht: meine Wohnung. Ich konnte sie vertreiben so oft ich wollte, sie kam wieder. Vorzugsweise nachts, wenn ich schlief. Betrat ich morgens mein Arbeitszimmer, lag Lili auf dem Stuhl an meinem Schreibtisch und schaute mich verschlafen an. Sobald ich mit erhobener Stimme „Lili!“ rief und mit dem Finger drohte, hetzte sie von dannen – um die nächste Nacht prompt wieder auf dem Drehstuhl zu verbringen.
Verhindern konnte ich das nicht, denn wegen Felix und Lieschen musste die Katzenklappe ja offen bleiben.
Irgendwann habe ich mit meiner Nachbarin dann vereinbart, dass Lili bei mir nicht nur übernachten darf, sondern auch was zu Fressen bekommt, und mit Übergabe des Impfpasses wurde sie einige Wochen später ganz offiziell Mitglied meiner ­Fa­milie.
Lili ist ein weiblicher Rabauke und hat vor nichts Angst, weder vor fremden Menschen noch vor Artgenossen und kann aufgrund ihres unerschrockenen Wesens und ihrer ausgelassen-vergnügten Art höchst amüsant sein. Wäre sie ein Mensch, wäre sie bestimmt Clown geworden, oder Komiker. So kann ich mich zum Beispiel ausschütten vor Lachen bei ihren „Anfällen“, bei denen sie aus dem Stand heraus auf hundert beschleunigt und wie der bekloppte Bruder von Mortimer Brewster in dem amerikanischen Film „Arsen und Spitzenhäubchen“ die Treppe hoch rast. Sie erinnern sich? Teddy, so hieß der Bruder, hielt sich für Präsident Roosevelt, blies mit seiner Trompete immer zur Attacke und stürmte dabei wie von der Tarantel gestochen die Treppe rauf.
So macht Lili es auch. Zwar nicht mit Trompete, aber mit diesem merkwürdigen Laut, einem vergnügtem Knurren, ihrem ganz speziellen Ausdruck höchster Lebenslust. Bei solchen Gelegenheiten liegt sie ganz entspannt irgendwo im Wohnzimmer und man könnte denken, sie schläft tief. Doch plötzlich und ohne erkennbaren Anlass setzt sie sich in Bewegung, spurtet wie ein geölter Blitz die Treppe zur Galerie rauf, dreht oben eine Runde und trampelt dann wieder nach unten, wo sie in spontanen Schlaf verfällt – um kurze Zeit später dasselbe Spiel zu beginnen.
Ich konnte diese kesse Mieze zwar von Anfang an gut leiden, doch ein tiefgehen­deres Gefühl, so wie für meine beiden anderen, viel sanfteren Katzen, empfand ich für Lili nicht. Im vergangenen Sommer jedoch hat sich das grundlegend geändert.
Lili hatte mal wieder keinen Appetit. Sie schnupperte zwar an ihrem Futter, rührte es aber nicht an, sondern scharrte es weg. Natürlich scharrte sie es nicht wirklich weg, weil das auf Fliesenboden ja nicht geht. Aber sie machte diese Bewegung, mit der Katzen ihre Hinterlassenschaften unter die Erde buddeln. Und das bedeutet: schnell weg mit diesem ekligen Zeug! Zum ultimativen Test stellte ich ihr Joghurt vor die Nase. Lili ist ganz verrückt nach Joghurt. Normalerweise. Als sie versuchte, auch diesen Leckerbissen weg zu scharren, war mir klar: sie hat wieder Magenprobleme. Ein Jahr zuvor hatte sie dasselbe Verhalten an den Tag gelegt. Gastritis, hatte die Ärztin damals gemeint, und das war auch dieses Mal die Diagnose.
Na ja, dachte ich, da kriegt sie halt wieder Medikamente und alles ist in Ordnung. Ob ich was dagegen hätte, wenn sie Lili Blut abnehmen würde, fragte die Ärztin am Ende der Behandlung. Warum das denn, wollte ich wissen. Zweimal in­nerhalb so kurzer Zeit eine Gastritis, so lautete die Antwort, das sei nicht normal. Lili habe möglicherweise Leukose. Erst mal abwarten ….
Ich fragte nicht weiter nach, und Lilis Blut floss ins Glasröhrchen.
Wieder Zuhause angekommen, war mein erster Gang zum Computer, ich wollte wissen, was Leukose bedeutet. Leukose führt früher oder später zum Tod, las ich dort. Es war, als habe jemand ein Messer in mein Herz gestoßen.
Normalerweise gurrt Lili wie ein Täubchen, wenn ich sie anspreche. Doch jetzt bekam ich als Reaktion nur jämmerliche Piepslaute, und ich hatte Angst um meine kleine Katze. Die Vorstellung, dass sie vielleicht bald sterben könnte, schnürte mir die Kehle zu.
Am nächsten Abend läge das Untersuchungsergebnis vor, hatte die Ärztin gesagt. Ich schlief sehr schlecht diese Nacht, und der nächste Tag schlich so dahin. Um sieben sollte ich anrufen, um halb sieben griff ich zum Hörer. Das Labor sei noch nicht soweit, sagte die Sprechstundenhilfe, aber am nächsten Abend bestimmt …
Ich atmete tief durch, und warf einen Blick zu Lili, die auf dem Sofa lag und hin und wieder kläglich piepste. Tränen standen mir in den Augen …
Die nächste Nacht war schlimmer als die zuvor, und der folgende Tag schien in Stillstand versunken zu sein. Achtundvierzig Stunden auf Freispruch oder das ultimative Todesurteil zu warten, das ist eine lange Zeit. Um sechs Uhr hielt ich es nicht mehr aus und griff wieder zum Hörer. Die Ärztin sei gerade in Behandlung, wurde mir gesagt, sie riefe zurück. Also erneut warten!
Nach endlosen zehn Minuten klingelte das Telefon. Mein Herz klopfte wie ver­-
rückt …
katzenbuch„Alles in Ordnung“, sagte die Ärztin, „Lili hat keine Leukose!“
Wie erleichtert und glücklich ich war, lässt sich mit Worten nicht beschreiben. Ich lief zu Lili, die nach wie vor auf dem Sofa lag, küsste ihr trockenes Näschen und wischte mir an ihrem Fell die Freudentränen ab.
Lili bekommt seitdem magenfreundliches Futter und ist längst wieder gesund. Sie jagt die Treppe rauf wie in alten Zeiten und gurrt auch wieder, wenn ich mit ihr „spreche“. Alles ist wie früher. Fast. Denn mindestens einmal am Tag flüstere ich ihr ins Ohr: „Ich hab dich lieb, du verrücktes Hühnchen …“
Renate Blaes

Die Geschichte ist aus “Das kunterbunte Katzenbuch”.

Im Mai 2014 wurde bei Lili Lymphdrüsenkrebs diagnostiziert. Ein Jahr hatten wir noch miteinander, ein Jahr, das sehr schmerzlich, aber auch sehr schön war. Am 5. Juni 2015 ist meine geliebte Lili gestorben.

Die Katze ist ein Kater

Katze

Streng genommen gehörte meine erste Katze nicht mir, sondern Richard, meinem Mann. Ich habe sie ihm geschenkt. Weil er immer wieder von Katzen schwärmte, beschloss ich eines Tages, ihn zu überraschen und fuhr in den Münchner Osten, zum Tierheim.

Irgendwie herrschte dort eine gedrückte Atmosphäre. Schon auf dem Parkplatz lag ein strenger Geruch in der Luft. Eine Mischung von Exkrementen und Ausdunstungen heimatloser Wesen, die ihrer Hoffnung auf eine bessere Zukunft mit traurigen Lauten Ausdruck gaben. Entschlossen betrat ich das Gebäude. Wenigstens ein Tier sollte nicht vergebens hoffen und heute ein Zuhause finden.

Hinter einer Glasscheibe am Empfang saß eine dicke Frau und fragte mich nach meinem Anliegen.

»Ich hätte gern eine Katze«, sagte ich.

»Katzen haben wir mehr als genug«, meinte die Frau. Sie erhob sich schwerfällig von ihrem Stuhl, zog einen Karton aus dem Regal und watschelte vor mir her, zur Katzenabteilung, wo in aufeinander gestapelten Drahtkäfigen Tiere unterschiedlichster Rassen und Altersstufen hockten und mir misstrauische und verängstigte Blicke zuwarfen.

Eigentlich hatte ich an ein Katzenbaby gedacht, winzig und flauschig. So eines konnte ich hier aber nicht entdecken. Wo denn die jungen Kätzchen seien, wollte ich gerade fragen, als ich wie angewurzelt stehen blieb. Aus einem der oberen Käfige schaute mich eine rot getigerte Katze an. Im Gegensatz zu ihren Artgenossen hatte sie sich nicht in eine der hinteren Ecke verdrückt, sondern saß vorn, direkt an der Tür. Sie wirkte auch nicht misstrauisch oder verängstigt, sondern zutraulich und auf gewisse Weise selbstbewusst. Ihre großen Augen leuchteten bernsteinfarben und hatten einen geheimnisvollen, tiefgründigen, fast schon hypnotisierenden Ausdruck. Fasziniert schaute ich die Katze an und steckte meinen Finger durch das Gitter. Die Katze schnupperte und rieb ihren Kopf daran.

Von diesem Moment an gab es nichts mehr zu überlegen.

»Die Katze nehm ich«, sagte ich.

»Das ist keine Katze, sondern ein Kater«, sagte die dicke Frau.

»Macht nix, ich nehm sie trotzdem«, sagte ich.

Die Frau öffnete die Käfigtür, packte das Tier mit routiniertem Griff am Schlafittchen und verstaute es in dem Karton.

Nachdem die Formalitäten erledigt waren und ich dreißig Mark für die Sterilisation des Katers bezahlt hatte, bekam ich ihn ausgehändigt und ein paar Dosen Futter geschenkt (Werbe-Aktion eines Katzenfutter-Produzenten).

In ein paar Monaten käme übrigens jemand vorbei, um sich zu vergewissern, dass es dem Tier gut gehe, meinte die Frau, als ich gerade im Begriff war zu gehen.

»Wozu das denn«, wollte ich wissen.

»Ach, Sie haben ja keine Ahnung, was manche Menschen mit Tieren so alles anstellen«, sagte die Frau und rollte bedeutungsvoll mit den Augen. Am liebsten hätte sie sich jetzt in der Schilderung unschöner Details ergangen. Das war ihr deutlich anzusehen. Ich verzichtete aber darauf. Vor einiger Zeit hatte ich nämlich gelesen, dass eine Frau als Strafe für eine runter geworfene Vase ihre Katze in der Waschmaschine gewaschen hatte. Das malträtierte Tier hatte so laut geschrien, dass eine Nachbarin die Polizei verständigt hatte. Ich hatte also sehr wohl Ahnung, was manche Menschen mit Tieren so alles anstellen.

»Schicken Sie ruhig jemanden vorbei«, meinte ich und stupste meinem Neuerwerb zärtlich die rosarote Nase, die er durchs Korbgitter steckte. »Bei uns wird er es gut haben!«

Zuhause angekommen, lüpfte ich den Kartondeckel. Mit großen Augen schaute der Kater um sich, hüpfte dann heraus und trippelte guter Dinge durch die Wohnung. Krabbelte unter das Sofa und kam mit Staubflusen zwischen den Schnurrhaaren wieder hervor. Hopste auf Stühle und Tische, sprang in der Küche auf die Anrichte, wanderte auf meinen Schreibtisch zwischen Ordnern und Papieren umher und schlängelte sich durch die Blumentöpfe auf der Fensterbank. Nach ungefähr einer Stunde schien er sein neues Domizil hinreichend inspiziert zu haben, denn er sprang auf meinen Schoß, ringelte sich dort ein und schnurrte mit vertrauensvoll geschlossenen Augen. Während ich sein flauschiges Fell streichelte, malte ich mir das überraschte Gesicht meines Mannes aus und grinste.

»Kannst du mir ein Ei borgen?«, fragte Ursula, meine Nachbarin, eine Weile später.

»Na klar. Komm rein», sagte ich und winkte Ursula ins Wohnzimmer, »wir trinken erst mal einen Kaffee.«

Drinnen angekommen entdeckte Ursula den Kater und stieß einen Schrei aus. »Mein Gott, was ist denn das?«

»Eine Schildkröte», sagte ich, »sieht doch ein Blinder.«

»Seit wann habt ihr denn ’ne Katze?«

»Seit heute.«

Ursula bückte sich und streichelte dem Kater, der sich an ihren Knöcheln rieb, das Fell.

»Mein Gott, ist die hübsch … wie heißt sie denn?«

»Sie ist ein er und hat noch keinen Namen», sagte ich, »den werden wir uns heute Abend ausdenken, wenn Richard zu Hause ist.«

Ursula legte sich der Länge nach auf dem Fußboden und und ließ eine Walnuss über den Fußboden kullern. Übermütig sprang der Kater hinterher.

Ich ging in die Küche. »Richard hat übrigens keine Ahnung von dem Familienzuwachs«, rief ich.

»Dann wird er ja Augen machen.», meinte Ursula.

»Na, das hoff ich doch.« Ich grinste, füllte Kaffee in die Tassen und trug sie ins Wohnzimmer. »Apropos, da kommt mir ’ne prima Idee. Hör mal zu …«

»Hallo Ursula, wie geht’s denn so?» fragte Richard und schmiss seine Aktenmappe auf einen Stuhl. Er küsste Ursula die Wange, tätschelte mir den Po und ging zur Hausbar, um sich den allabendlichen Martini zu mixen.

»Wollt ihr auch einen?», fragte er und klapperte mit den Eiswürfeln.

»Klar«, sagten Ursula und ich wie aus einem Mund und grinsten uns verschwörerisch an.

Richard schüttelte gerade den Mixbecher, als er inne hielt.

»Guck mal», sagte er verblüfft, »da ist ’ne Katze.«

»Eine Katze?«, fragte ich scheinheilig. »Wo?«

»Na da.« Er deutete mit dem Mixbecher in Richtung Terrasse. Mit erhobenem Schwanz stand der Kater auf der Schwelle.

»Ach die«, sagte ich lässig, »die gehört Ursula.«

»Ja, die gehört mir«, versicherte Ursula.

»Seit wann hast du denn ’ne Katze«, sagte Richard, ging in die Hocke und scharrte mit den Fingernägeln auf dem Teppich herum.

»Na, komm doch mal her!«

Prompt tippelte der Kater auf ihn zu. Richard legte sich auf den Rücken, der Kater sprang auf seinen Bauch und machte den Milchtritt. Richard lächelte glücklich.

»Ist doch nett von Ursula, uns ihre Katze für eine Nacht zu überlassen«, sagte Richard.

Es war kurz vor Mitternacht, und wir lagen im Bett. Zwischen uns lag der Kater und ließ sich von Richard den Bauch kraulen.

»Ja, das ist wirklich nett«, sagte ich.

»Morgen fahren wir ins Tierheim und holen uns auch eine«, sagte Richard und knipste die Nachttischlampe aus.

»Das ist eine sehr gute Idee», sagte ich und grinste in die Dunkelheit.

KatzenbuchAm nächsten Morgen beim Frühstück beichtete ich die kleine Schwindelei. Der Kater saß auf dem Stuhl neben Richard.

»Mich so zu veräppeln«, grinste Richard, drohte mit dem Finger und steckte ihn dann in sein weich gekochtes Ei. Mit Eigelb überzogen hielt er ihn dem Kater vor die Nase, der ihn ableckte.

»Ach, ist der ist putzig«, sagte Richard und steckte seinen Finger wieder ins Eigelb. »Wie sollen wir ihn eigentlich nennen?« fragte er dann.

»Putzel«, sagte ich, und so nannten wir ihn dann auch.


Die Geschichte stammt aus meinem ersten Katzenbuch: Auf leisen Sohlen

Der Katzenflüsterer

graue Katze

Samstagnachmittag, Ende Oktober. Es regnete in Strömen und war so kalt, dass es nicht verwundert hätte, wenn Schneeflocken statt Wassertropfen vom Himmel gefallen wären. So richtig ungemütliches Wetter.

Ich saß auf dem Sofa, den schlafenden Putzel auf dem Schoß. Richard saß im Sessel, die schlafende Mucki auf dem Schoß. Ich las ein Buch, Richard schaute eine seiner Lieblingssendungen: Tiere suchen ein Zuhause.

»Guck mal«, sagte Richard und deutete auf den Bildschirm, »ist die nicht niedlich?«
Ich hob den Kopf. Auf der Mattscheibe war eine Frau zu sehen, eine Katze auf dem Schoß. Die Katze war grau getigert, hatte die Augen ängstlich aufgerissen und schien auf die nächstbeste Gelegenheit zum Wegrennen zu lauern. Richard stand auf und ging zum Telefon.
»Was machst du denn da?«, fragte ich, wohlwissend, was er vorhatte.

»Ich ruf da jetzt an«, sagte Richard und tippte eine Nummer ein.

»Spinnst du?«, sagte ich.

»Nö, wieso?«, sagte Richard und grinste.

»Wir haben schon zwei Katzen!«

»Na und«, sagte Richard aufgeräumt und widmete sich dann dem Menschen am anderen Ende der Leitung. Ich fuchtelte mit den Händen und versuchte ihn dazu zu bringen, aufzulegen. Vergeblich.

»In einer halben Stunde sind wir da«, sagte er, nachdem er ein paar Minuten palavert hatte, und legte den Hörer auf.

»Komm, wir fahren«, sagte er.

»Du kannst allein fahren«, gab ich widerborstig zurück. Ich kann es nämlich nicht leiden, wenn jemand über meinen Kopf hinweg Entscheidungen trifft.

»Quatsch«, meinte Richard, »natürlich fährst du mit, gehörst schließlich zur Familie.« Er grinste. »Und wichtige Entscheidungen müssen gemeinsam gefällt werden.«

»Prima, dass dir das jetzt auch schon einfällt«, maulte ich, erhob mich vom Sofa und bettete Putzel behutsam neben Mucki auf den Sessel.

Es regnete immer noch in Strömen, als wir in einem Münchner Vorort herum kurvten, und nach einer Straße suchten, deren Name Richard vergessen hatte. Aufgeschrieben hatte er ihn auch nicht, weil er so ein phänomenales Gedächtnis hatte – wie er immer wieder betonte. Ein pitschnasser Passant konnte uns Gott sei Dank weiterhelfen, weil er die Frau kannte, nach deren Haus wir suchten. Seine Katze habe er auch von ihr, teilte er uns mit, während Regenwasser von seiner Hutkrempe auf meinen Arm tropfte.

Sie mache das ehrenamtlich und sei auf Spenden angewiesen, erzählte die Frau, als wir in ihrer Wohnküche standen. Überall saßen oder lagen Katzen. Auf dem Tisch, auf dem Fensterbrett, auf der Anrichte, auf dem Kühlschrank, auf der Ablage über der Heizung, auf und unter den Stühlen. Schätzungsweise zwanzig Tiere befanden sich in dem nicht gerade großen Raum. Es roch nach Futter und Katzenpisse.

»Dort ist die Katze«, sagte die Frau und deutete auf einen Weidenkorb in der Ecke neben der Tür. »Sie ist scheu, aber das gibt sich.«

Große grüne Augen schauten uns durch das Drahtgitter kritisch an. Um das Grün herum hatten sie einen schwarzen Rand, wie mit Kajal geschminkt. Ich ging zum Korb, bückte mich, machte das Gitter auf und griff hinein. Die Katze fauchte und schlug mit der Pfote nach mir. Ich zog meine Hand zurück, hatte aber schon blutende Striemen darauf.

»Na, ich weiß nicht …«, sagte ich und leckte das Blut ab.

»Sie hat nur Angst«, beschwichtigte die Frau. »Die Feuerwehr hat sie letzte Woche gerettet, vom Balkon einer alten Dame, die gestorben ist. Die Nachbarin hat sie zufällig entdeckt.«

Sie warf der Katze einen mitleidigen Blick zu.

»Lass mich mal machen«, sagte Richard. Er nahm den Korb, stellte ihn auf den Tisch, kauerte sich davor und sprach eine Weile beruhigend auf die Katze ein. Dann schob er seine Hand langsam nach drinnen, streichelte der Katze den Kopf und packte sie dann vorsichtig am Genick. Widerstandslos ließ sie sich herausziehen.

»Man nennt mich auch den Katzenflüsterer«, meinte er selbstzufrieden. Die Katze lag ganz friedlich auf seinem Arm und vergrub ihr Näschen in seiner Achsel.

Langsam näherte ich mich. »Na, du kleines Schnuffeltier«, sagte ich leise und kraulte sie zwischen den Ohren, »magst du mit uns nach Hause kommen?«

»Klar mag sie«, sagte Richard und schob die Katze unter seine Jacke. Nur ihr Kopf guckte raus.

Nachdem wir einen Kaffee getrunken und ein Stück selbst gebackenen, sehr leckeren Apfelkuchen gegessen hatten, machten wir uns auf den Nachhauseweg. Die Katze, die wir übereinstimmend Schnuffi getauft hatten, lag immer noch unter Richards Jacke.

Mit Putzel gab es keine Probleme. Die beiden Katzen beschnupperten sich und das war’s. Mucki dagegen war über die Konkurrenz überhaupt nicht erfreut. Sie fauchte und briet Schnuffi eine über. Schnuffi quittierte die Attacke mit einer lautstarken Gegenattacke, hastete weg und verkroch sich im Kleiderschrank, der eigentlich kein Schrank war, sondern eine Zimmernische mit Vorhang. Dort verbrachte sie den Abend, regungslos im hintersten Winkel. Sobald ich nach ihr schaute, fauchte sie mich an.

Auch der Katzenflüsterer hatte keinen Erfolg.

»Das gibt sich«, meinte er, »irgendwann hat sie Hunger und kommt raus.«

»Und wenn sie mal muss?«

»Dann pinkelt sie in deine Schuhe«, sagte der Katzenflüsterer, grinste und tätschelte meinen Po.

Irgendwann in der Nacht kam Schnuffi tatsächlich raus. Allerdings pinkelte sie hat nicht in meine Schuhe, sondern benutzte das Katzenklo, und den Fressnapf in der Küche futterte sie auch leer. Es konnte nur sie gewesen sein, denn Putzel und Mucki hatten wir vorsichtshalber ins Arbeitszimmer verfrachtet. Dort miauten sie zwar gottserbärmlich und scharrten an der Tür, aber da mussten sie jetzt durch. Schnuffi wieder zurückzubringen, zogen wir nicht in Erwägung – obwohl die Frau es angeboten hatte.

Ungefähr eine Woche, und alle drei hockten in der Küche und nahmen gemeinsam ihre Mahlzeiten ein. In separaten Schüsseln selbstverständlich und mit gebührendem Abstand zueinander.

katzenEine weitere Woche später lagen Schnuffi und Putzel Seite an Seite in unserem Bett. Mucki dagegen machte immer einen großen Bogen um die neue Mitbewohnerin, aber wenigstens gab es keine Raufereien mehr. Von Katzenfreundschaft zwischen den beiden Damen konnte allerdings nicht die Rede sein. Sie akzeptierten sich – notgedrungen.

Katzenbuch


Die Geschichte stammt aus meinem ersten Katzenbuch: Auf leisen Sohlen

Fritzchen

Kater Fritz

Bis vor kurzem drei Katzen, jetzt nur noch eine. Die Wohnung wirkte leer und verwaist. Die Hoffnung, dass Putzel doch noch auftauchte, wurde von Tag zu Tag geringer. Nach drei Monaten fand ich mich damit ab, dass ich ihn nicht mehr wieder sehen würde, und es liefen auch keine Tränen mehr über meine Wangen, wenn ich an ihn dachte oder sich jemand nach ihm erkundigte. Nur in meinem Bauch hatte sich so ein Gefühl von Traurigkeit eingenistet
Die Frage, Mucki rauszulassen oder nicht, war mit Putzels Verschwinden vom Tisch. Ihr Terrain waren Wohnung und Dach. Das hatte ich entschieden und lehnte jede weitere Diskussion kategorisch ab. Solche unerträglich zäh sich dahin ziehenden Wochen der Ungewissheit und Hilflosigkeit wollte ich nicht mehr erleben.

Mucki schien meine Entscheidung erstaunlicherweise wenig auszumachen. Nachdem sie ein paar Mal vergeblich miauend vor der Wohnungstür stand, hatte sie wohl begriffen, dass die Zeit der großen Freiheit nur eine Episode gewesen war. Unglücklich wirkte sie dabei nicht. Allerdings hatte ich den Eindruck, dass nicht nur ich meinen Liebling vermisste, sondern auch Mucki ihren Spielgefährten.

»Was hältst du davon, wenn wir ins Tierheim fahren?«, sagte ich, Anfang September. Richard nickte, und wir machten uns auf den Weg. Ein ganz junges Kätzchen sollte es sein, das wäre besser zu integrieren. Diese Erfahrung hatten wir ja schon hinter uns.

Die Abteilung für Katzenbabys stellten wir uns gemütlich und kuschelig vor. Gedimmtes Licht, weich gepolsterte Körbchen, niedliches Spielzeug. Die Realität war anders. Grelle Neonleuchten, auf kaltem Estrich ein paar Handvoll Stroh und dazwischen zwei flache Kisten. Futter in der einen, Katzenstreu in der anderen. In dieser tristen Umgebung wuselten winzige Katzen herum, gerade mal sechs Wochen alt.

Welche sollten wir nehmen? Nach welchen Kriterien auswählen? Sie sahen alle gleich aus. Unterschieden sich lediglich in Farbe und Musterung. Doch plötzlich fiel mir ein Kätzchen ins Auge. Es hatte ganz dünne Beinchen und ein dickes Bäuchlein. Ungelenk tappte es zwischen seinen Artgenossen umher und wirkte irgendwie hilfsbedürftiger als die anderen. Ich deutete auf das Kätzchen und Richard nickte.

»Das ist ein kleiner Kater«, sagte die Pflegerin, nachdem sie einen kurzen Blick unter den Schwanz unseres Kandidaten geworfen hatte. Sie schien ein Profi in der Bestimmung von Geschlechtsmerkmalen zu sein, denn weder Richard noch ich konnten nachvollziehen, weshalb sie sich so sicher war. Aber sie hatte recht, wie sich später herausstellte.

»Wir brauchen keinen Karton«, sagte ich entrüstet, als die Frau an der Rezeption den Kater in einen Karton stecken wollte. Er war so winzig, dass er genau in meine Hände passte. Zitternd kuschelte er sich zwischen die Finger. Sein Herzchen klopfte. Ich steckte meine Nase in sein flauschiges Fell und raunte ihm beruhigende Worte ins Öhrchen.

Baustellenlärm, Sommerhitze. Der kleine Kater hatte Angst und schrie, während wir durch die Stadt fuhren. Die piepsige Stimme überschlug sich. Er hechelte und schwitzte. Ich steckte meine Nase wieder in sein Fell und redete ihm gut zu. Es nutzte nichts. Verzweifelt schrie er weiter, bis wir zu Hause ankamen. Doch dann war Ruhe. Erschöpft ließ er sich auf dem Fußboden nieder. Mucki kam angelaufen, setzte sich einen Meter neben ihn und schaute ihn neugierig an. Neugierig schaute er zurück. Kein Fauchen, kein Knurren. Sie mochten sich auf Anhieb.

Wir nannten ihn Fritz. Irgendwie passte dieser Name zu ihm. Ich weiß auch nicht genau, warum. Er passte einfach.

Fritz schielte. Mit beiden Augen. Sie schauten nach innen, in Richtung Nase. Immer, wenn ich ihn anschaute, musste ich lächeln. Es war Liebe auf den ersten Blick, aber das wurde mir erst viel später bewusst.

Fritz ging auf Entdeckungsreise und tapste auf dünnen Beinchen durch die Zimmer. Ich beobachtete ihn dabei und hatte Angst, er könne zusammenbrechen. Er war so winzig und wirkte so zerbrechlich. Der schielende kleine Kater stand vor dem Bett und wollte hoch springen. Das funktionierte aber nicht. Immer wieder purzelte er runter. Doch er gab nicht auf und schaffte es irgendwann. Er schlug seine kleinen Krallen in die runterhängende Bettdecke und zog sich hoch. Schwupps, schwupps, schwupps. Glücklich oben angekommen, tippelte er über die Decke, und ließ sich auf das dicke Kissen plumpsen. Er war zu Hause, das wusste er. Erleichtert schielte er mich an. Wenige Sekunden später war er eingeschlafen. Mucki saß am Fußende und bewachte ihn.

»Der wird mal ziemlich groß. Das sieht man an seiner Kopfform«, sagte die Tierärztin, als sie ihn ein paar Monate später seiner Eierchen beraubte. Erst hatte ich ein schlechtes Gewissen, dann aber dachte ich mir, wozu braucht ein Dachkater Eierchen. Denn das Dach war sein Revier. Dort machte er Spaziergänge, besuchte die Nachbarn, balancierte wie ein Seiltänzer den First entlang, schaute den Vögeln hinterher, setzte sich auf den Kamin und dachte über den Sinn des Lebens nach. Zumindest machte er oft diesen Eindruck.

Rrrrrrrrrrrrr, rrrrrrrrrrrr. Fritzchen war Weltmeister im Schnurren. Er konnte vorwärts und rückwärts schnurren und ist im Laufe seines Lebens bestimmt mehrmals um die ganze Welt geschnurrt. Überhaupt war Fritzchen eine ganz besondere Katze. Auf gewisse Art und Weise war er mir so vertraut, dass ich manchmal glaubte, ihn aus einem früheren Leben zu kennen. Er lächelte wissend, wenn ich ihn danach fragte, behielt sein Geheimnis aber für sich. Eigentlich ist es ja auch nicht wichtig, redete ich mir ein. Aber ich hätte es doch gern gewusst …

Er verbrachte die ganze Nacht auf dem dicken Kissen. Eingeringelt wie ein Rollmops. Kaum lag ich im Bett, kam er auch schon angetippelt, schielte mich an, während sein steiler Schwanz zitterte, und sprang dann leichtfüßig aufs Bett. Hopste über mich drüber, hopste auf das dicke Kissen und machte dort eine kleine Trampelrunde.

Dann ging es wieder runter vom dicken Kissen. Er steckte seine Nase unter meine Bettdecke, kroch darunter, kroch bis zum Knie, kroch wieder zurück, legte seinen Kopf auf meinen Arm und leckte mit seiner Schleifpapier-Zunge meinen Arm ab. Dann stand er wieder auf und tapste zu dem dicken Kissen. Dieses Ritual wurde streng eingehalten. Täglich. Auf dem dicken Kissen blieb er schließlich liegen. Direkt neben meinem Gesicht. Sein Fell kitzelte meine Nase.

So gegen sechs hatte er genug geschlafen. Nun musste er nachsehen, ob noch alles da ist. Es war immer wieder noch alles da. Auch auf dem Dach. Auch auf den Nachbar-Balkonen. Nach der morgendlichen Inspektion kam er wieder ins Bett. Aber diesmal legte er sich nicht auf das dicke Kissen, sondern ans Fußende. Jeden Morgen. Konsequent. Dösend aber aufmerksam hat dort er gewartet, bis ich endlich aufstehe. Und das konnte dauern. Mann-oh-Mann. Das konnte manchmal bis zwölf Uhr dauern. Aber Fritz hatte die Ruhe weg. Er hatte Vertrauen. Grenzenloses Vertrauen.

Endlich. Sie steht auf! Fritzchen hob den Kopf.

Der Vorhang war das Signal. Wenn ich ihn aufzog, gab es ein paar Sekunden später was zu futtern. Zuversichtlich tippelte er vor mir her, in Richtung Küche. »Oh, nix mehr da, Fritzchen«, sagte ich und er verstand. Denn sofort machte er kehrt und rannte in Richtung Vorratskammer. Schaute dabei aber immer kurz zurück, ob ich auch nachkam.

»Hühnchen gibt’s heute.« Ich las ihm vor, was auf dem Etikett stand und winkte mit der Dose.

Freudig erregt hoppelte er eines Tages wieder in Richtung Küche. Sein Hängebäuchlein schwang von einer Seite zur anderen. Und dabei ist es mir aufgefallen. Es ist viele Jahre her. Während sein Bauch so hin und her pendelte, ist es mir aufgefallen. Ganz plötzlich habe ich es gewusst: Ich liebe ihn.

Katzenbuch


Die Geschichte stammt aus meinem ersten Katzenbuch:
Auf leisen Sohlen

Auf Samtpfoten direkt in mein Herz

Kater Felix

Eine Geschichte aus dem Buch “Auf Samtpfoten direkt in mein Herz”

Er ist der Nachfolger meiner großen Liebe, dem schielenden Kater Fritz. Ungefähr ein halbes Jahr war er alt, als ich ihn entdeckte.

Fritzchen hatte gerade mal zwei Tage zuvor seine Reise in den Katzenhimmel angetreten, als Freunde meinten, ein kleines Kätzchen sei bestimmt gut für mein trauriges Gemüt. Ein pelziges Trostpflaster sozusagen. Im ersten Moment empfand ich das als pietätlos, sah dann aber schnell ein, dass meine einsame Trauer niemandem etwas nützen würde. Weder Fritzchen noch mir. Seine Seele schien immer noch um mich herumzuschweben, ich träumte von ihm, und wenn ich nach Hause kam, empfand ich die katerlose Wohnung als trist und leer. Also machte ich mich auf den Weg. Nicht ins Tierheim, sondern zu einer Frau, die so eine Art Auffangstation für unerwünschte und ausgesetzte Katzen unterhält. Auf engem Raum wuselten ungefähr zwanzig Katzen herum, unter anderem ein kleiner Kater, gemustert wie eine norddeutsche Schwarz-Weiß-Kuh. Er zitterte, schaute mich mit weit aufgerissenen grünen Augen verängstigt an, und in diesem „Augenblick“ wusste ich, dass genau dieses Kuhkaterchen es sein musste, mit dem ich nach Hause fahren würde. Und ich gab dem unglücklich dreinschauenden Kater spontan den Namen Felix. Felix, der Glückliche.

kater-felix

Felix, der noch Unglückliche, hatte keine guten Erfahrungen mit Menschen gemacht. „Der Bauer hat ihn aus dem Stadel geprügelt“, berichtete die tierliebende Frau. Vermutlich hatte sie recht, denn die ersten Wochen verbrachte Felix mehr oder weniger unterm Sofa, nur zum Fressen verließ er sein Refugium. In geduckter Hab-Acht-Haltung schlich er in die Küche, verputzte ruckzuck sein Futter und flitzte dann wieder unters schützende Sofa. Ich ließ ihn in Ruhe, und allmählich entwickelte er Vertrauen. Statt unter dem Sofa lag er immer öfter oben drauf, zwischen die Kissen gekuschelt. Allmählich begann er dann, sein neues Zuhause zu erkunden, wanderte durch die Räume, schnupperte an den Pflanzen auf Terrasse und Balkon und irgendwann tippelte er auch die Treppe zur Galerie hoch. Von da an schlief er in meinem Bett.

Felix sollte ein Wohnungskater sein. Das schien mir sicherer. Fritzchen hatte ich zwar rausgelassen, aufgrund seines vorsichtigen Wesens aber keine Angst, dass er Reißaus nehmen könnte. Er war immer in Sichtweite geblieben, und wenn ich nach ihm gerufen oder gepfiffen hatte, kam er angerannt – wie ein Hündchen. Ob Felix auch so „brav“ sein würde, wusste ich nicht, und wollte es auch gar nicht drauf ankommen lassen. So unternahm er seine Ausflüge nur aufs Dach, schaute auf dem First den Vögeln nach, nahm Sonnenbäder auf der Terrassenbrüstung, döste in Blumenkübeln und drückte dabei die Pflanzen platt. Alles in allem schien er mit seinem Leben als Wohnungskatze zufrieden zu sein. Doch eines Tages war er verschwunden. Nichts zu sehen von ihm. Auf dem Dach nicht, auf der Terrasse nicht, auf dem Balkon auch nicht. Ich untersuchte die ganze Wohnung, schaute unters Bett und in jedes Regal und steckte meinen Kopf im Schrank unter die Klamotten – keine Spur von Felix. Das gibt‘s doch nicht. Wo hatte der Racker sich nur versteckt? Dass Katzen diese Disziplin perfekt beherrschen, hatte ich längst mitgekriegt. Die pelzigen Mitbewohner finden Raum im kleinsten Winkel. Aber irgendwann entdeckt man sie doch – vielleicht. Meistens allerdings verlassen sie ihr Versteck von allein, wenn sie Hunger haben zum Beispiel.

Mein Kuhkater tauchte nicht auf. Dass er im Gegensatz zu Fritzchen durchaus nicht immer kommt, wenn ich nach ihm rufe, war mir schon geläufig. Vielleicht hockte er auf der anderen Dachseite auf der Schornsteinfeger-Leiter, ließ sich dort von der Nachmittagssonne den Pelz wärmen und den Herrgott einen guten Mann sein. Ich ging nach unten in den Garten und graste mit meinem Blick die andere Dachseite ab. Nichts zu entdecken von Felix. Ratlos schaute ich mich um, als plötzlich eine Art weißer Blitz durch die Sträucher huschte. Felix. Wie war der kleine Schlawiner denn in den Garten gelangt? Na ja, vermutlich in einem günstigen Moment durch die Wohnungstür entwischt. Vielleicht, als der Briefträger mir Post überreichte oder ich Müll rausbrachte.

Nach längerer Jagd, die ihm sichtlich Spaß machte, konnte ich den Ausreißer einfangen und nach oben tragen. Wenige Minuten später rannte er bereits wieder durch den Garten. Nicht durch magische Kräfte eines überirdischen Wesens dort hin gezaubert, sondern durch seinen unbändigen Freiheitsdrang. Denn kaum hatte ich ihn im Wohnzimmer auf die Füße gestellt, spurtete er auf die Terrasse, sprang leichtfüßig auf die Brüstung, von dort aufs Dach, lief zielstrebig in Richtung Dachfirst und entschwand meinem Blickfeld. Ich eilte zum Balkon, streckte meinen Oberkörper übers Geländer und bekam gerade noch mit, wie der Ausreißer in der Regenrinne der anderen Dachseite stand, sich duckte, zum Sprung ansetzte und wenige Sekunden später auf allen Vieren geschmeidig im Garten landete, genau zwischen Katzenminze und Pfingstrosen. Drei Meter im freien Fall waren für den kleinen Burschen ein Klacks, damit hatte ich nicht gerechnet. Von da an war mein Kater ein Freigänger. Allerdings ließ ich mir vom Schreiner eine Katzenleiter anfertigen. Felix konnte zwar die drei Meter nach unten leicht überwinden, hochspringen konnte er sie allerdings nicht. Und ich hatte keine Lust, für Herrn Kater die Türöffnerin zu spielen.

Elf Jahre ist das Ganze nun her, und Felix genießt seine Freiheit, was ich gut verstehe. Es macht schließlich mehr Spaß, sich im Gras rumzuwälzen, durchs Unterholz zu streichen, die Nachbargärten zu inspizieren und im nahe gelegenen Wäldchen auf Pirsch zu gehen, als tagein, tagaus auf derselben Terrasse rumzulümmeln. Es ist doch viel aufregender, Mäuse, Blindschleichen, Frösche und anderes Getier zu erbeuten, als das Futter vor die Nase gestellt zu bekommen. Es ist doch viel spannender, seinen Lieblingsfeind, den Nachbarkater, nicht nur von oben zu beobachten, sondern ihm gut getarnt unter einem Strauch auflauern, im richtigen Moment von hinten angreifen und dann richtig verdreschen zu können. Schließlich war Felix zuerst hier. Der Garten ist sein Revier, und das gilt es, zu verteidigen. Entschlossen, lautstark, mit fliegenden Fellfetzen und leider auch mit regelmäßigen Verletzungen. So ist es dem Rivalen doch tatsächlich gelungen, Felix‘ Nickhaut an einem Auge zur Hälfte aufzuschlitzen. Dass der Augapfel dabei nichts abbekommen hat, grenzt an ein Wunder. Bis auf diese Rivalität und die damit zusammenhängenden Kämpfe ist Felix ein ausgesprochen ausgeglichener und friedfertiger Zeitgenosse. Er faucht nicht, er beißt nicht und er kratzt nicht. Er lässt Möbel und Vorhänge in Ruhe und er klaut nicht. Felix zeigt die Gelassenheit eines Buddhas. So ein östlicher Zeitgenosse ist mir zwar noch nicht persönlich über den Weg gelaufen, aber ich stelle mir seine Gemütsverfassung so vor: Stets entspannt im Hier und Jetzt und von der Überzeugung erfüllt, dass alles im Leben seinen Sinn hat und es demzufolge unsinnig ist, sich über Widrigkeiten aufzuregen oder sie gar bezwingen zu wollen. Nein, man sollte die Dinge des Lebens so nehmen, wie sie kommen. Damit erträgt man sie am leichtesten. Genauso kommt Felix mir vor, er ist die Katze gewordene Gelassenheit.

Er hockt auch nicht vor dem leeren Futternapf und nervt wie Lies-chen mit lautem, ungeduldigem Geschrei. Nein, wenn Felix Hunger hat, und er hat oft Hunger, sitzt er stumm vor dem Napf, stiert unbeweglich geradeaus und weiß genau, dass ich diese lautlose Vorwurfshaltung nicht lange ertrage, sondern ihn mit Nahrung versorge. Ist er gesättigt, hockt er sich trotz vorhandener Katzenklappe mit ähnlich starrem Blick vor die Terrassentür. Zumindest in kühlen und kalten Jahreszeiten – bei warmen Temperaturen steht die Tür offen.

Manchmal lasse ich es drauf ankommen und beobachte ihn aus dem Augenwinkel. Reglos wie eine Statue hockt er vor der Tür und schaut durch die Scheibe. Unendlich lang. Ich sagte ja bereits, er ist die personifizierte Gelassenheit und verfügt über erstaunliche Ausdauer. Zwischendurch allerdings dreht er den Kopf zu mir und bedenkt mich mit einem vorwurfsvollen Blick. Meistens öffne ich dann die Tür. Aber eben nicht immer. Manchmal grinse ich in mich hinein und bleibe stur. Hat er das irgendwann begriffen, tappt er gottergeben zur Katzenklappe. Während Lili wie ein geölter Blitz durch die Klappe schießt, hockt er sich erst mal davor und überlegt, ob sich nicht doch eine andere Möglichkeit findet, nach draußen zu gelangen. Zumindest vermittelt er diesen Eindruck. Nachdem keine Alternative in Sicht ist, zwängt er sich umständlich, missmutig und sehr langsam durch die Klappe. Erst die rechte Vorderpfote, dann der Kopf, dann die linke Vorderpfote, dann folgt der Rest. Auf der Terrasse angelangt, nimmt er wieder erstmal Platz und schaut verträumt in den Himmel. Dann steht er auf, streckt sich ausgiebig, hüpft auf den Blumenkübel und von dort auf die Terrassenbrüstung. Dort nimmt er wieder Platz und denkt nach. Worüber? Keine Ahnung. Hat er lange genug nachgedacht, erhebt er sich, tippelt an den Blumentöpfen vorbei aufs Dach und dort zielstrebig in Richtung Katzenleiter, die an der Regenrinne befestigt ist und steil nach unten führt. An der Katzenleiter angelangt, nimmt er auch wieder erst Platz und legt seine vorläufig letzte Denkpause ein. Die kann Minuten dauern, schließlich hat er keine Eile. Irgendwann rafft er sich auf und beginnt den Abstieg. Sein Kopf verschwindet in den Zweigen eines Forsythienstrauches, zum Schluss sehe ich nur noch die hoch aufgerichtete schwarze Schwanzspitze, dann ist er weg.

Wenn ich fix einen Stock höher laufe und aus dem Westfenster schaue, kriege ich gerade noch mit, wie er unten im Garten aus dem Gebüsch kriecht und zielstrebig zum Nachbargrundstück stiefelt. Dort quetscht er sich unterm Gartenzaun durch, schlendert über die Wiese und entschwindet meinem Blickfeld. Bis er wieder auftaucht, vergehen Stunden. Keine Ahnung, was er in dieser Zeit macht. Ob er im Wäldchen rumstromert oder bei den Nachbarn einfach unter einem Strauch sein Nickerchen hält – ich werde es wohl nie erfahren. Auf alle Fälle ist er immer in der Nähe. Denn wenn ich pfeife, kommt er angezockelt. Meistens. Aber nicht immer. An heißen Sommertagen zum Beispiel kann ich pfeifen, solange ich will, er reagiert nicht. Liegt bestimmt irgendwo im Schatten und denkt (mal wieder): „Lass sie doch pfeifen, bei der Hitze bewege ich mich keinen Millimeter von hier weg.“

Einmal allerdings haben mir Nachbarn ein Foto geschickt. Mein Kater faul auf ihrem Gartentisch, im Schatten eines Apfelbaumes. Immerhin ein kleiner Hinweis, wo mein pelziger Untermieter so rumlungert. Ich habe schon damit geliebäugelt, ihm eine kleine Kamera um den Hals zu binden, die alle paar Sekunden eine Aufnahme macht – gibt es tatsächlich, für genau solche Zwecke – weil es mich doch sehr interessiert, was er so alles treibt auf seinen Ausflügen. Aber es ist dann bei der Liebäugelei geblieben. Ich muss ja nicht alle Geheimnisse meines Mitbewohners aufdecken. Ein bisschen Privatsphäre braucht schließlich jeder. Auch ein Kuhkater.


samtpfoten

Das Buch kostet 14,95 Euro. Wenn Sie Interessse daran haben, schicken Sie mir bitte eine info(Replace this parenthesis with the @ sign)renateblaes.de.

Hier gibt es einen kleinen Einblick ins Buch.

Der Tagesablauf von Kater Alois

kater

AloisVier Uhr morgens (spätestens): Das erste Mal wecken, denn die Vögel (draußen) sind ja auch schon wach und außerdem hab ich Hunger (fressen geht vor allem). In die Ohren schnurren, angähnen, antrappeln, Nass–Schnauz–Stupsen. Wenn keiner aufstehen will, was anstellen, zum Beispiel lautstark auf den Heizkörper springen oder was umwerfen.

Fünf Uhr: Gartenkontrollrundgang, gegebenenfalls fremde Katzen vertreiben, natürlich mit Gesang – zur Freude der Nachbarschaft. Im Schweinsgalopp von ganz hinten im Garten über die Teichbrücke bis zu Haustür und von da aus noch zwei Treppen in den Dachspitz hoch fetzen, das Ganze mindestens fünf Mal (mein Reich ist ein Reihenhaus mit Handtuchgarten). Danach Fellpflege mit dem Noppenfellhandschuh (das muss sein, ich will schließlich der schönste Kater weit und breit sein).

Viertel nach sechs: Was, Ihr geht außer Haus und lasst mich allein zurück? Euch werd ich’s zeigen: hängende Schnurrhaare, beleidigter Blick, ich versteck mich unter dem Couchtisch. Dann haut halt ab!

Aber allein zu sein hat auch was. Ich verschlafe den Tag meistens, fresse ab und zu was und schau’ aus dem Fenster im Dachspitz, denn tagsüber komm ich leider nicht raus, meine Menschen wollen nicht, dass ich mich rumtreibe und mit anderen Katzen prügle.

Halb vier nachmittags: Na endlich kommt mal jemand heim, wird ja auch höchste Zeit – gähn. Fressen und raus in den Garten, solange es geht. Aber wehe es regnet, dann bin ich verärgert und schrei rum. Könnt ihr das denn nicht abstellen, wofür soll das denn gut sein?

Acht Uhr abends: noch mal Fellpflege, dann fressen und im Garten kontrollieren, ob auch keine fremde Katze da ist, wieder auf und ab springen im Schweinsgalopp. Wenn einer der Nachbarn in seinem Garten ist, macht das allerdings weniger Spaß, das kann ich nicht ausstehen. Vor allem dann nicht, wenn Pflanzen gewässert werde. Nein, das gefällt mir gar nicht, außerdem hat so ein blöder Mensch schon mal versucht, mich nass zu spritzen. Immer auf die Kleinen! Wasser ist allgemein nicht meins, die Runde im Teich, die ich aus Tollpatschigkeit natürlich auch schon gedreht habe, war wirklich genug. Danach musste ich auch noch lauwarm duschen, stellt euch das vor!

Halb elf. Alle drei im Bett, eventuell noch Fernsehen. Wir zwei Männer (der Mensch und ich) liegen allerdings gleich der Länge nach und ratzen sofort weg.

Neuer Tag, alles von vorn.

Am Wochenende gefällt es mir gar nicht, wenn den ganzen Tag jemand da sein ist – ich komm’ ja gar nicht zum pennen und muss mich zwischendurch verziehen. Wenn es kälter ist, kriech ich dazu gern zwischen ein gemachtes Federbett im Menschenlager.

Ein paar Mal war ich auch schon in Ferien bei den Schwiegerleuten. Dort zu leben wäre an sich noch besser, weil die ein großes Haus und einen riesigen Garten auf dem Land ihr Eigen nennen.

Die Frau der Schwiegerleute liebt mich herzinniglichst und liest mir jeden Wunsch von den Augen ab. Aber leider muss ich für den Besuch eineinhalb Stunden Auto fahren und das kann ich gar nicht leiden. Ich schreie den größten Teil der Fahrt empört, es sei denn man streichelt mich. Und überhaupt, was soll das, einen Katzenkönig wie mich in so eine blöde Plastikkiste zu sperren …

Der Garten der Schwiegerleute ist echt toll aber nicht überall eingezäunt. Deshalb lassen sie mich dort nicht allein, weil ich die anderen Katzen jage, wenn es sein muss, bis auf die Straße. Eine warme Asphaltdecke? Da leg ich mich ganz lang hin. Autos sollen halt um mich herum fahren. Weil sie das aber angeblich nicht machen, werde ich dauernd überwacht. Na ja, tut auch irgendwie gut, so viel Fürsorge. Übernachtet wird natürlich auch im Bett – lang gestreckt in Schwiegervaters Arm.

Beim Fressen hab ich mich inzwischen auf Geflügel in der Dose spezialisiert, möglichst in Gelee und nicht in Soße, davon krieg ich leicht Dünnpfiff – und wer will das schon? Zur Not fress ich auch mal Trockenfutter, aber nur, wenn wirklich nichts anderes da ist. Und eine Mahlzeit mit Fisch zum Beispiel schätze ich gar nicht. Ansonsten nehme ich vielleicht mal ein Scheibchen dünnen Schinken oder gebratenes Putenfleisch zu mir, lass meinen Leuten ansonsten aber ihr Zeug. Ab und zu mal schnuppern – nee, das dürft ihr selber essen!

Beim Spielen hab ich mich auf das Fangen von Schatten und Laserpunkten spezialisiert, wenn‘s draußen warm ist, gehe ich aber lieber in den Garten und schau nach den Vögeln. Vielleicht erwisch‘ ich doch mal einen …

Ansonsten gibt‘s da noch so ‘nen Wedel aus Kunststoff – hab’ ich bei den Schwiegerleuten entdeckt und dabei gleich ‘ne Vase umgeschmissen. Meine Leute haben daraufhin einen ganz großen Wedel im Gartencenter gekauft – extra für mich! Da flipp ich total aus. Auf und ab, hin und her, rund herum, das ist meine liebste Sportart! Solche Wedel gibt’s auch in natura am Gartenteich. Die beiß ich gern ab, was meinen Menschen gar nicht gefällt, aber ich mach’s trotzdem.

Übersetzt von Sonja Rothermel


Die Geschichte stammt aus: Das kunterbunte Katzenbuch Nr. 2

Das Buch kann man hier bestellen.

Der Findling

Bertl

Das ist die kleine Geschichte von unserem Bertl (Berti). Sein Name entstand am 4. Juli 1998, als Deutschland bei der Fußball-Weltmeisterschaft ausschied. Abends, so gegen zehn Uhr hörten wir vor unserem Haus ein Wimmern – dem gingen wir nach. An der Hauswand kauerte ein Kater. Der Schwanz war teilweise verbrannt und ein Vorderbein übel zugerichtet. Als er uns sah, flüchtete er. Verständlich. Hatten vermutlich Menschen ihn so schlecht behandelt. Wir behielten ihn aber im Auge und stellten Futter nach draußen. Das nahm er auch sofort an.
Mit der Zeit hatte er vor uns keine Angst mehr. Wenn ich von der Arbeit kam, wurde ich schon erwartet, und langsam entwickelte er Vertrauen. Er ließ sich von mir füttern und kannte auch mein Auto, denn kaum kam ich angefahren, tippelte er schon auf mich zu. Auch sonst hielt er sich immer in der Nähe auf, die Wallhecke um den Parkplatz gab guten Schutz.
So vergingen die Wochen, und eines Tages unternahm ich den Versuch, den kleinen Kerl einzufangen. Die gut gemeinte Absicht wurde gründlich missverstanden – er wurde wieder vorsichtiger. Aber der Schwanz hätte dringend behandelt werden müssen, die Wunde war blutverkrustet und bestimmt hatte der Kater Schmerzen. Trotzdem war er immer guter Laune. Kam angerannt, so schnell sein verletztes Beinchen es zuließ, und mit der Zeit ließ er sich auch streicheln. Gutes Zeichen! Dann war er plötzlich wie vom Erdboden verschluckt. Intensives Suchen im Umkreis der Wohnung und im Stadtviertel ergab nichts. Er blieb verschwunden. Merkwürdiges Gefühl – unbewusst suchte und schaute ich immer nach ihm. Er könnte ja wieder auftauchen. Das tat er aber nicht.
Nach gut zwei Wochen machten meine Frau und ich einen Besuch im Tierheim, man kann ja nie wissen. Ja, so eine wie von mir beschriebene Katze sei eingeliefert worden, meinte die Tierpflegerin. Ich traute meinen Ohren kaum, aber da Katzen alle irgendwie ähnlich aussehen, hielt sich die Hoffnung in Grenzen. Wir könnten sie uns ja mal ansehen, meinte die Frau und führte uns zur Katzenstation.
Und wer saß da, ganz fidel, mitten im Katzenhaus? Bertl, frisch operiert! Mir kamen die Tränen vor Freude. Jammernd sei er aufgefunden worden, sagte die Pflegerin. Es gibt offensichtlich doch noch gute Menschen.
Dann beratschlagen wir, meine Frau und ich. Zwei Katzen hatten wir ja schon, eine dritte würde auch nicht mehr Arbeit machen. Also, für uns war jetzt klar, ab sofort gehört Bertl mit zur Familie. Und ich glaube, das hat er irgendwie gemerkt, denn von diesem Moment an klebte er förmlich an mir. Und was soll ich noch sagen … bis heute ist das Schönste für ihn Auto zu fahren und bei mir im Bett zu schlafen.
So, das war die Geschichte vom Bertl.
Charley Kettel


Hier gibt es einen Einblick ins Buch.

katzenbuch

Das Buch kostet 14,95 Euro. Hier man es bestellen.