Kategorie: Katzenbücher

Seit 35 Jahren lebe ich mit Katzen zusammen – diesen wunderbaren und zauberhaften Tieren. Jeden Tag bringen sie mich zum Schmunzeln und Lachen. Wir schmusen miteinander, wir spielen Fangen in der Wohnung, wobei ich natürlich hoffnungslos verlieren.
Mit Katzen zu leben, ist ein Glück. Und darüber schreibe ich in meinen Katzenbüchern. Aber auch über die Sorgen, wenn sie krank sind, ober über den großen Schmerz, wenn der Abschied gekommen ist.

Immer wieder sonntags

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Kennen Sie „Murphys Gesetz“? Viel­­leicht ist Ihnen der Begriff nicht geläufig, aber was dahinter steckt, das kennen Sie bestimmt.

Bei Murphys Gesetz handelt es sich um die Widrigkeiten des Alltags. Drei Beispiele: Es regnet immer dann, wenn man sein Auto frisch gewaschen hat. Man kriegt den ganzen Tag keinen Anruf, aber sobald man unter der Dusche steht, klingelt das Telefon garantiert. Eine Scheibe Butterbrot fällt immer auf die beschmierte Seite … und so weiter. Murphys Liste ist beliebig erweiterbar, und ein zusätzlicher Punkt darauf könnte lauten: Katzen verletzen sich nur dann, wenn der Tierarzt keine Sprechstunde hat.

Unter diesem Aspekt war es natürlich Sonntag. Erschwerend kam hinzu, dass es sich nicht um einen normalen Sonntag handelte, sondern um Ostersonntag, ein Zeitpunkt, zu dem die Leute – auch Tierärzte – gern verreisen. Also, es war Ostersonntag, drei Uhr nachmittags. Frisch geduscht saß ich nach dem Joggen auf dem Sofa und wollte es mir gerade mit ein paar Käsehäppchen und einem schönen Film gemütlich machen, als Lieschen vom Strawanzen zurückkam.

Normalerweise tippelt sie in so einem Fall in die Küche, schaut nach, ob noch irgendein Rest in ihrem Futternapf liegt (dort liegt aber nie ein Rest, weil sie grundsätzlich alles bis aufs letzte Krümelchen vertilgt), dann wirft sie mir einen vorwurfsvollen Blick zu und eilt die Treppe zur Galerie hoch um dort an ihrem bevorzugten Schlafplatz (mein ehemaliger Wollkorb, den sie in ihrem Sinn umfunktioniert hat) ein Nickerchen zu machen. Normalerweise verläuft das so. Normalerweise! Aber nicht, wenn ich auf dem Sofa sitze und etwas esse. Ist das nämlich der Fall, wird das ewig hungrige Lieschen plötzlich sehr anhänglich, rennt nicht die Galerie hoch, sondern hüpft auf meinen Schoß, gibt mir herzinnigliche Nasenstüber (falsches Luder!) und schielt mit begehrlichem Blick auf meine Leckerbissen – von denen sie hin und wieder (eigentlich immer) etwas ab bekommt, vor allem, wenn es sich um Käse handelt. Lieschen ist ganz wild auf Käse! Zwar hat sie gegen Artischocken, Tomaten, Oliven (!) und Spaghetti auch nichts einzuwenden, aber Käse ist ihr ultimatives Lieblingsschmankerl.

Kaum hockte sie neben mir, entdeckte ich auch schon das Malheur: eine zwei Zentimeter lange, klaffende Wunde in ihrer Vorderpfote. Vermutlich war sie mal wieder an einem Drahtzaun hängen geblieben. Während Felix sich bei lautstarken Revierkämpfen mit seinem Lieblingsfeind regelmäßig üble Biss- und Kratzwunden zuzieht, die draufgängerische Lili, bis auf ein einziges Mal, ohne Blessuren nach Hause kommt, bleibt Lieschen immer wieder an Maschendraht­zäunen hängen. Warum das nur ihr passiert, ist mir ein Rätsel – denn alle drei streifen durch das dasselbe Revier.

Als ich mir die Verletzung näher anschaute, wusste ich sofort, die muss fachmännisch versorgt werden. Meine Tierärztin hatte mir versichert, irgendjemand aus ihrer Praxis sei immer zu erreichen, zuversichtlich griff ich also zum Telefonhörer. Ich ließ es sehr lange läuten, keiner ging ran. Schließlich meldete sich die Mailbox. Mist! Was nun? Ich rief den Tierarzt im Nachbardorf an. Anrufbeantworter! Dasselbe beim Tierarzt zwei Dörfer weiter.

Ich suchte im Telefonbuch nach einer Tierklinik und wurde fündig. Eine Stunde später lag Lieschen in Narkose und wurde versorgt. Vier kleine Fäden hielten die Wunde zusammen, ich brachte mein Kätzchen wieder nach Hause, wo ich sie in mein Arbeitszimmer sperrte, weil ich nicht wollte, dass sie in ihrem benommenen Zustand die Katzenleiter runterpurzelt – Lieschen liebt die Freiheit, und würde keine Stunde freiwillig im Haus bleiben.

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Während der folgenden vier Tage entwickelte sich die Wunde gut und schien schön zu heilen, am fünften Tag allerdings entdeckte ich in der Mitte der Naht eine entzündete Stelle. Also beobachten! Am nächsten Morgen, es war natürlich Samstag, hüpfte Lieschen nach ihrem nächtlichen Ausflug in mein Bett, und ich warf sofort einen Blick auf die Naht. Sie war aufgebrochen, lose hingen die Fäden an den Wund­rändern. Oh Mann!

Dieses Mal war die Tierärztin Gott sei Dank gleich am Telefon und ich mit Lieschen eine halbe Stunde später in der Praxis. Dort wurden die restlichen Fäden gezogen, die Wunde gesäubert und dann nicht wieder genäht, sondern getackert. Ja, richtig gelesen! Mit einer Art Heftmaschine wurden drei kleine Metallklammern durch die Wund­ränder ge­­schossen. Tack, tack, tack – fertig. Lieschen zuckte nicht mal mit der Wimper, so schnell ging das. Und die kostspielige und auch nicht gerade gesunde Vollnarkose war damit überflüssig geworden. Prima Methode!

Drei Tage später hatte sich eine der Klammern zur Hälfte gelöst und baumelte wie ein Pearcing an Lieschens Pfote. Kurz entschlossen nahm ich eine kleine Zange und versuchte, die Klammer ganz raus zu ziehen. Dazu muss man wissen, dass Lieschen sich zwar mit endloser Geduld Zecken an Kopf und Hals entfernen lässt, es aus irgendeinem Grund aber nicht ausstehen kann, wenn ich an ihren Pfoten herumfummele. Sie schreit wie am Spieß und wehrt sich, als stünde ihr Leben auf dem Spiel. Irgendwie hab ich es aber dann doch geschafft, die Klammer war draußen. Allerdings nicht ohne Tribut: mein T-Shirt war durchlöchert, und an Armen und Oberschenkel lief mir das Blut runter. Die gleiche Prozedur fand dann zwei Tage später statt – mit den beiden anderen Klammern.

Seitdem ist – toi, toi, toi – nichts mehr passiert. Und da es außer Murphys Gesetz auch noch das der Serie gibt, gehe ich jetzt davon aus, dass die nächste Verletzung nicht auf sich warten lässt. Denn innerhalb von zwei Jahren hat sich Lieschen bereits fünfmal die Pfote aufgerissen, einmal mit aufwändiger Operation und einer Woche Stubenarrest, was überhaupt nicht lustig war, weder für sie noch für mich. Aber auch das Gesetz der Serie findet früher oder später sein Ende. Das hoffe ich zumindest!

P. S.: Vergeblich gehofft! Kaum vier Monate später kam Lieschen wieder mit einer Verletzung. An derselben Pfote. Und es war natürlich wieder Sonntag. Gottseidank war die Wunde nicht so schwerwiegend, dass sie ärztlich behandelt werden musste. Ich habe Calendula-Salbe drauf gestrichen, und da Katzen ein erstaunliches Selbstheilungsvermögen haben, war die Pfote ein paar Tage später wieder wie neu.


Die Geschichte ist aus “Das kunterbunte Katzenbuch”

Der Katzenflüsterer

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Samstagnachmittag, Ende Oktober. Es regnete in Strömen und war so kalt, dass es nicht verwundert hätte, wenn Schneeflocken statt Wassertropfen vom Himmel gefallen wären. So richtig ungemütliches Wetter.

Ich saß auf dem Sofa, den schlafenden Putzel auf dem Schoß. Richard saß im Sessel, die schlafende Mucki auf dem Schoß. Ich las ein Buch, Richard schaute eine seiner Lieblingssendungen: Tiere suchen ein Zuhause.

»Guck mal«, sagte Richard und deutete auf den Bildschirm, »ist die nicht niedlich?«

Ich hob den Kopf. Auf der Mattscheibe war eine Frau zu sehen, eine Katze auf dem Schoß. Die Katze war grau getigert, hatte die Augen ängstlich aufgerissen und schien auf die nächstbeste Gelegenheit zum Wegrennen zu lauern. Richard stand auf und ging zum Telefon.

»Was machst du denn da?«, fragte ich, wohlwissend, was er vorhatte.

»Ich ruf da jetzt an«, sagte Richard und tippte eine Nummer ein.

»Spinnst du?«, sagte ich.

»Nö, wieso?«, sagte Richard und grinste.

»Wir haben doch schon zwei Katzen!«

»Na und«, sagte Richard aufgeräumt und widmete sich dann dem Menschen am anderen Ende der Leitung. Ich fuchtelte mit den Händen und versuchte ihn dazu zu bringen, aufzulegen. Vergeblich.

»In einer halben Stunde sind wir da«, sagte er, nachdem er ein paar Minuten palavert hatte, und legte den Hörer auf.

»Komm, wir fahren«, sagte er.

»Du kannst allein fahren«, gab ich widerborstig zurück. Ich kann es nämlich nicht leiden, wenn jemand über meinen Kopf hinweg entscheidet.

»Quatsch«, meinte Richard, »natürlich fährst du mit, gehörst schließlich zur Familie.« Er grinste. »Und wichtige Entscheidungen müssen gemeinsam gefällt werden.«

»Gut erkannt«, sagte ich unfreundlich, erhob mich vom Sofa und bettete Putzel behutsam neben Mucki auf den Sessel.

Es regnete immer noch in Strömen, als wir in einem Münchner Vorort herumkurvten, und nach einer Straße suchten, deren Name Richard vergessen hatte. Aufgeschrieben hatte er ihn nicht, weil er so ein phänomenales Gedächtnis hatte – wie er immer wieder betonte. Ein pitschnasser Passant konnte uns Gott sei Dank weiterhelfen, weil er die Frau kannte, nach deren Haus wir suchten. Seine Katze habe er auch von ihr, teilte er uns mit, während Wasser von seiner Hutkrempe auf meinen Arm tropfte.

Sie mache das ehrenamtlich und sei auf Spenden angewiesen, erzählte die Frau, als wir in ihrer Wohnküche standen. Überall saßen oder lagen Katzen. Auf dem Tisch, auf dem Fensterbrett, auf der Anrichte, auf dem Kühlschrank, auf der Ablage über der Heizung, auf und unter den Stühlen. Schätzungsweise zwanzig Tiere befanden sich in dem nicht gerade großen Raum. Es roch nach Futter und Katzenpisse.

»Dort ist die Katze«, sagte die Frau und deutete auf einen Weidenkorb in der Ecke neben der Tür. »Sie ist scheu, aber das gibt sich.«

Große grüne Augen schauten uns durch das Drahtgitter kritisch an. Um das Grün herum hatten sie einen schwarzen Rand, wie mit Kajal geschminkt. Ich ging zum Korb, bückte mich, machte das Gitter auf und griff hinein. Die Katze fauchte und schlug mit der Pfote nach mir. Ich zog meine Hand zurück, hatte aber schon blutende Striemen darauf.

»Na, ich weiß nicht …«, sagte ich und leckte das Blut ab.

»Sie hat nur Angst«, beschwichtigte die Frau. »Die Feuerwehr hat sie letzte Woche gerettet, vom Balkon einer alten Dame, die gestorben ist. Die Nachbarin hat sie zufällig entdeckt.«

Sie warf der Katze einen mitleidigen Blick zu.

»Lass mich mal machen«, sagte Richard. Er nahm den Korb, stellte ihn auf den Tisch, kauerte sich davor und sprach eine Weile beruhigend auf die Katze ein. Dann schob er seine Hand langsam nach drinnen, streichelte der Katze den Kopf und packte sie dann vorsichtig am Genick. Widerstandslos ließ sie sich herausziehen.

»Man nennt mich auch den Katzenflüsterer«, meinte er selbstzufrieden. Die Katze lag ganz friedlich auf seinem Arm und vergrub ihr Näschen in seiner Achsel.

Langsam näherte ich mich. »Na, du kleines Schnuffeltier«, sagte ich leise und kraulte sie zwischen den Ohren, »magst du mit uns nach Hause kommen?«

»Klar mag sie«, sagte Richard und schob die Katze unter seine Jacke. Nur ihr Kopf guckte raus.

Nachdem wir einen Kaffee getrunken und ein Stück selbst gebackenen, sehr leckeren Apfelkuchen gegessen hatten, machten wir uns auf den Nachhauseweg. Die Katze, die wir übereinstimmend Schnuffi getauft hatten, lag immer noch unter Richards Jacke.

Mit Putzel gab es keine Probleme. Die beiden Katzen beschnupperten sich und das war’s. Mucki dagegen war über die Konkurrenz überhaupt nicht erfreut. Sie fauchte und briet Schnuffi eine über. Schnuffi quittierte die Attacke mit einer lautstarken Gegenattacke, hastete weg und verkroch sich im Kleiderschrank, der eigentlich kein Schrank war, sondern eine Zimmernische mit Vorhang. Dort verbrachte sie den Abend, regungslos im hintersten Winkel. Sobald ich nach ihr schaute, fauchte sie mich an.
Auch der Katzenflüsterer hatte keinen Erfolg.

»Das gibt sich«, meinte er, »irgendwann hat sie Hunger und kommt raus.«
»Und wenn sie mal muss?«

»Dann pinkelt sie in deine Schuhe«, sagte der Katzenflüsterer, grinste und tätschelte meinen Po.

Irgendwann in der Nacht kam Schnuffi tatsächlich raus. Allerdings pinkelte sie hat nicht in meine Schuhe, sondern benutzte das Katzenklo, und den Fressnapf in der Küche futterte sie auch leer. Es konnte nur sie gewesen sein, denn Putzel und Mucki hatten wir vorsichtshalber ins Arbeitszimmer verfrachtet. Dort miauten sie zwar gottserbärmlich und scharrten an der Tür, aber da mussten sie jetzt durch. Schnuffi wieder zurückzubringen, zogen wir nicht in Erwägung – obwohl die Frau es angeboten hatte.

Ungefähr eine Woche, und alle drei hockten in der Küche und nahmen gemeinsam ihre Mahlzeiten ein. In separaten Schüsseln selbstverständlich und mit gebührendem Abstand zueinander.


Eine weitere Woche später lagen Schnuffi und Putzel Seite an Seite in unserem Bett. Mucki dagegen machte immer einen großen Bogen um die neue Mitbewohnerin, aber wenigstens gab es keine Raufereien mehr. Von Katzenfreundschaft zwischen den beiden Damen konnte allerdings nicht die Rede sein. Und das sollte sich auch nicht ändern …

Geschichte aus meinem Katzenbuch: Auf leisen Sohlen

Pelziges Mitbringsel

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»Hallo Renate!« Annegret war am Telefon. »Wollt ihr ’ne Katze adoptieren?«

»Nö«, sagte ich, »wir haben doch schon eine.«

»Na und, das macht doch nichts, im Gegenteil. Eine Single-Katze fühlt sich einsam.«

»Putzel fühlt sich überhaupt nicht einsam!«

»Katzen brauchen Artgenossen.«

»Putzel nicht!«

»Das kannst du gar nicht wissen, das musst du ausprobieren. Am besten gleich heute Abend. Ich komm vorbei und ich bring das Kätzchen mit.«

»Kommt ja gar nicht in Frage …«, wollte ich entgegnen, aber Annegret ließ mich nicht zu Wort kommen.
»Wenn’s Stress gibt, kann ich’s ja wieder mit nach Hause nehmen«, sagte sie.

Da Annegret seit vielen Jahren meine Freundin war, wusste ich, Widerspruch war zwecklos. Sie würde die Katze hier her schleppen, mit oder ohne mein Einverständnis.

»Guck mal, ist die nicht niedlich?«, sagte Annegret am Abend und streckte mir ein grau getigertes Kätzchen entgegen.

»Nimm sie mal.«

Sie drückte mir das Kätzchen in die Arme. Es kuschelte sich sofort an meine Brust und begann zu schnurren.

»Immer muss alles nach deinem Kopf gehen«, brummte ich und streichelte das Kätzchen. Sein Fell war flauschig und weich, und die Spitzen der Ohren sahen aus wie kleine Pinselchen.

»Sie heißt Mucki«, sagte Annegret, »aber du kannst sie natürlich auch anders nennen«, fügte sie beflissen hinzu.

»Ich weiß doch gar nicht, ob ich sie nehme«, sagte ich.

»Natürlich nimmst du sie«, meinte Annegret, wieder mit diesem Ton in der Stimme, der keinerlei Widerspruch duldete.

»Das ist noch nicht raus, weil das nämlich Putzel entscheidet «, sagte ich.

»Apropos Putzel … wo ist der eigentlich?«, fragte Annegret.

»Auf dem Dach«, sagte ich, begab mich mit dem Kätzchen auf dem Arm auf die Terrasse und pfiff nach Putzel, der prompt auf dem Dachfirst auftauchte und auf mich zu tippelte. An der Dachrinne oberhalb der Terrasse macht er Halt und peilte zu mir runter. Er war gerade im Begriff, auf den Tisch zu springen, so wie er das immer tat, als er plötzlich stutzte und mit aufgerissenen Augen auf meine Brust schaute. Reglos stand er da, nur sein Schwanz peitschte hin und her. Ein paar Sekunden blieb er so stehen, knurrte dann leise, drehte sich um und eilte zurück, in Richtung Dachfirst. Von dort gönnte er mir noch einen vorwurfsvollen Blick und entschwand auf die andere Dachseite.

»Das war’s also«, sagte ich, »das Kätzchen kannst du wieder mitnehmen.« Eine gewisse Genugtuung konnte ich nicht verhehlen. Auf die Gelegenheit, Annegret Paroli zu bieten, hatte ich schon lange gewartet.

»Es ist noch nicht aller Tage Abend«, meinte Annegret. »Das gibt sich, glaub mir.«

»Gar nichts gibt sich«, erwiderte ich, »du nimmst das Kätzchen wieder mit und damit Basta.«

»Ist ja gut, reg dich nicht auf. Komm, wir brutzeln wir uns erstmal was Leckeres … ich hab ’nen Mordshunger.«

Wir gingen in die Küche, wo wir uns anschickten, Nudeln mit Zitronensoße zu kochen. Genauer gesagt kochten nicht wir beide, sondern Annegret allein. Mit war es nicht möglich zu kochen, weil ich keine Hand frei hatte. Das Kätzchen lag immer noch an meiner Brust. Es schnurrte. Und es machte den Milchtritt an meinem Oberarm. Sanft bohrten sich die Spitzen seiner kleinen Krallen in meine Haut.

Später am Abend lud Richard sich gerade eine Portion Spaghetti auf den Teller, als er den Kopf hob und um sich schaute. »Wo ist eigentlich Putzel?«

Der Kater pflegte beim Essen immer neben ihm auf einem Stuhl zu sitzen und auf einen leckeren Happen zu lauern, was meistens (immer) von Erfolg gekrönt war.

»Der ist auf dem Dach«, sagte ich, »geflüchtet … vor dem Kätzchen.«

Wie auf Kommando schauten wir alle drei zum Sofa. Dort lag das Kätzchen und schlief. Eingeringelt zwischen den Kissen.

»Ach«, sagte Richard, »die ist ja sooo süß!«

»Ja, süß ist sie«, sagte ich, »aber das nutzt nichts. Wenn Putzel die Krise kriegt, können wir sie nicht behalten.«

»Mein Gott, er wird sich schon an sie gewöhnen«, meinte Richard, »außerdem sind zwei Katzen besser als eine.«

Annegret warf mir einen Siehst-du-Blick zu, ich revanchierte mich mit einem Kommt-nicht-infrage-Blick und stach meine Gabel in die Nudeln.

»Da ist er ja«, sagte Richard.

Ich drehte mich um. Putzel stand in der Terrassentür, peilte nach drinnen und schlich langsam und geduckt herein. Ganz offensichtlich traute er dem Frieden nicht. Aber das Kätzchen hatte sich so tief zwischen die Kissen gekuschelt, dass er es aus seiner Position nicht sehen konnte. Erleichtert tippelte er in die Küche, in Richtung Futternapf. Außer schlafen war fressen seine Lieblingsbeschäftigung.

Ein paar Minuten später kam er wieder raus, streckte sich und begann, sich ausgiebig zu putzen. Damit fertig, sprang er gut gelaunt aufs Sofa. Doch kaum oben angelangt, entdeckte er das Kätzchen und fuhr entsetzt zurück. Mit gesträubtem Fell blieb er ein paar Sekunden wie erstarrt stehen, knurrte, hob die Tatze und zog sie dem Kätzchen über den Kopf. Das schrie erschrocken auf, fegte vom Sofa, flitzte auf die Terrasse und entschwand unserem Sichtfeld, denn mittlerweile war es dunkel geworden draußen.
Putzel jagte hinterher und war ebenfalls nicht mehr zu sehen.

»Ach, du Schande«, schrie ich Annegret an und erhob mich erregt vom Stuhl. »Wenn sie jetzt vom Dach fällt? Du mit deinen blöden Ideen …«

»Mein Gott«, beschwichtigte Annegret, »die Kleine kann doch gar nicht auf die Brüstung springen, die finden wir gleich.«

Ich holte die Taschenlampe.

Wir suchten alles ab. Schauten in jede Ecke, hinter jeden Blumentopf, jeden Pflanzentrog. Keine Katze zu entdecken. Putzel war natürlich längst hinter dem Dachfirst abgetaucht. Das war klar. Aber wo war Mucki? Mit der Taschenlampe gingen wir schließlich nach unten, in den Garten. Denn wenn sie nicht oben war, war sie unten. Irgendwo musste sie schließlich sein. Wir schauten hinter jeden Busch, unter jeden Strauch, leuchteten in Baumkronen hinein, gingen rufend um den Block. Bei all dem begegneten uns auch etliche Katzen – Mucki war nicht dabei.

Annegret verabschiedete sich so gegen elf. Ziemlich zerknirscht und ziemlich schuldbewusst. Hätte ich mir keine Sorgen um das Kätzchen gemacht, hätte ich die Situation genossen. Aber ich machte mir nun mal Sorgen und genoss die Situation überhaupt nicht. Stattdessen suchte ich dauernd die Terrasse ab.
Richard dagegen war die Ruhe in Person, saß vor dem Fernseher und guckte eine Talkshow. »Jetzt mach doch nicht so ein Theater, die taucht schon wieder auf«, meinte er und nahm einen Schluck Rotwein.
Wo er diese Zuversicht her nahm, war mir ein Rätsel.

Die Turmuhr der nahe gelegenen Kirche schlug Mitternacht, als ich noch mal eine Runde durch den Garten machte und alles absuchte. Vergeblich. Ratlos gab ich auf und ging ins Bett. Mein Mann schnarchte leise, ich hingegen lag wach. Alle halbe Stunde stand ich auf und geisterte in der Wohnung und auf der Terrasse herum. Von Mucki keine Spur.

Am nächsten Morgen, ziemlich früh, um sieben Uhr, klingelte das Telefon. Die Nachbarin, die direkt unter uns wohnte, war am Apparat. Auf ihrem Balkon befände sich eine kleine Katze, sagte sie. Ob die uns gehöre.

»Ja«, rief ich, »die gehört uns.«

Ich warf mir den Bademantel um und rannte die Treppe runter. Die Nachbarin kam mir bereits entgegen, Mucki auf dem Arm. Die kleine Katze schaute mich munter an und schien unverletzt zu sein. Erleichtert nahm ich sie auf den Arm, wo sie sich sofort an mich drückte. Die Frage, ob wir sie behalten sollten, stellte sich nun nicht mehr, selbstverständlich behielten wir sie.

Putzel hat sich übrigens schnell an sie gewöhnt. Es dauerte keine zwei Wochen, und die Beiden schliefen Po an Po oder ineinander verknäult auf dem Sofa, oder in unserem Bett, oder auf der Fensterbank, oder an einem anderen ihrer Lieblingsplätze. Und wenn sie nicht schliefen, tollten sie durch die Wohnung und jagten hinter einander her. Es war eine Freude, ihnen zuzuschauen.

Ach ja – wie Mucki aufs Dach gekommen ist? Die kleine Birke hochgekraxelt. Von dort auf die Brüstung war’s im Sinn des Wortes nur noch ein Katzensprung. Dieses Kunststückchen hat sie uns immer wieder vorgeführt.

Vom Dach gepurzelt ist sie nicht mehr.


Die Geschichte ist aus meinem Katzenbuch: Auf leisen Sohlen

Putzel ist weg

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KatzeDer Abend, an dem das Verhängnis seinen Lauf nahm, fing harmlos an. Ich saß mit Richard beim Chinesen um die Ecke und ließ mir meine Leibspeise schmecken: Pekingente. Die kleinen Fleischstücke waren genauso wie sie sein mussten: außen knusprig, innen weich und zart. Auch der Sake war lecker, alles in allem war ich bester Laune.

Dann sagte Richard plötzlich: »Katzen in der Wohnung zu halten ist Freiheitsberaubung.«

Ich ließ das Entenstückchen, das ich mit zwei Stäbchen gerade in Richtung Mund balancierte, fallen und schaute Richard entgeistert an.

»Wie meinst du das?«, fragte ich.

»So wie ich’s sage«, antwortete er.

»Sie können doch aufs Dach«, entgegnete ich.

»Auf dem Dach gibt’s aber keine Mäuse.«

»Das ist mir grade recht«, murmelte ich.

»Den Katzen aber nicht«, sagte Richard, »es liegt in ihrer Natur Mäuse zu fangen, ob’s dir recht ist oder nicht.«

»Draußen ist es aber gefährlich. Autos … Tierfänger.«

»Das ganze Leben ist gefährlich« grinste Richard, »und angeblich sollen auch schon Menschen unters Auto gekommen sein.«

»Ach«, ich warf ihm einen verärgerten Blick zu, »das kann man doch gar nicht vergleichen!«

»Doch, das kann man sehr gut vergleichen«, meinte er in seiner besserwisserischen Art.

»Katzen sind es gewohnt, in einer Wohnung zu leben«, sagte ich.

»Nein, Katzen sind es gewohnt, draußen rum zu laufen«, entgegnete Richard. »Sie in die Wohnung zu sperren ist Tierquälerei.«

»So ein Quatsch! Ich quäle meine Katzen nicht, sondern sorge dafür, dass es ihnen gut geht.«

»Katzen geht es gut, wenn sie frei sind, und nicht, wenn sie in einem Käfig leben«, sagte Richard.

»Es besteht doch wohl ein kleiner Unterschied zwischen einem Käfig und einer geräumigen Wohnung«, sagte ich.

»Wie würde es dir wohl gefallen, dein Leben lang in einer Wohnung eingesperrt zu sein?« sagte Richard. »Egal, wie groß sie ist.«

»Und, was sollen wir machen – deiner Meinung nach? Die Katzen raus lassen?«

»Genau!«

»Kommt nicht in Frage!« Ich griff zum Sakeschälchen.

»Und warum nicht?«

»Weil ich nicht will, dass ihnen was passiert!« Ich leerte das Schälchen in einem Zug.

»Sie sollen also in der Wohnung verkümmern?«

Allmählich wurde ich wütend. »Sie verkümmern nicht«, gab ich zurück, »im Gegenteil … sie fühlen sich sehr wohl!«

»Draußen würden sie sich besser fühlen.«

Die immer hitziger werdende Diskussion im Detail nachzuzeichnen, ist nicht notwendig. Relevant ist das Ergebnis, und ich weiß nicht, ob es an Richards Rhetorik lag oder am Sake, und letztendlich ist das auch egal, denn irgendwann sagte ich entnervt:

»Also gut, wenn du darauf bestehst, lassen wir sie eben raus.« Ich atmete tief durch und warf ihm einen bösen Blick zu. »Und wenn ihnen was passiert, bist du schuld.«

»Klar«, sagte Richard und grinste zufrieden, »ich übernehme die volle Verantwortung!« Er hob die Hand zum Schwur, und ich bestellte noch einen Sake.

Eine Stunde später schaute ich wortlos zu, wie Richard erst die Wohnungstür und dann die Haustür öffnete. Es dauerte nur wenige Sekunden, und die Katzen waren dort, wo Richard sie haben wollte: draußen. Schnuffi schien auf die Freilassung förmlich gewartet zu haben. Schnurstracks tippelte sie um die Hausecke und verschwand in Richtung Garten. Mucki schnupperte erst an einem Strauch vor der Haustür und verschwand dann um die andere Ecke. Putzel dagegen stand unschlüssig auf dem Gehsteig, schnupperte an der Hinterlassenschaft eines Hundes, tippelte ein paar Schritte hin und her, kam wieder zurück, rieb sich an meinem Bein und schien auf Anweisungen zu warten.

Richard und ich gingen ums Haus herum, Putzel folgte uns. Im Garten angelangt, wusste er immer noch nicht so recht, was er tun sollte, nahm dann aber einen kleinen Anlauf und sprang kurz entschlossen über den Zaun in den Nachbargarten. Weg war er. Ich warf Richard einen vorwurfsvollen Blick zu und ging wortlos nach oben.

»Du wirst schon sehen – morgen früh sind alle drei wieder da«, sagte Richard beim Zähneputzen und tätschelte mir den Po.

»Lass das«, fauchte ich und ging schlafen. Als er mir einen Gutenachtkuss geben wollte, drehte ich den Kopf weg.

Am nächsten Morgen, nach einer sehr schlechten Nacht, eilte ich nach unten. Keine Katze weit und breit. Genau was ich befürchtet hatte. Wieso hatte ich nur zugestimmt, die Katzen raus zu lassen? Ich hätte mich ohrfeigen können. Ohne große Hoffnung ging ich nach hinten in den Garten und pfiff, aber außer ein paar Blättern im Wind bewegte sich nichts. Ich rief leise ihre Namen, keine Reaktion. Resigniert wollte ich schon umdrehen, als ich plötzlich ein Rascheln hörte und Putzel unter einem Gebüsch hervor kam, Mucki im Schlepptau. Fidel sprangen die beiden auf mich zu. Von Schnuffi allerdings keine Spur.

»Siehst du«, sagte Richard zufrieden und beschmierte sein Frühstücksbrötchen dick mit Marmelade.

»Und wo ist Schnuffi?«

»Die kommt schon noch«, meinte er und biss genüsslich ein Stück vom Brötchen ab.
Schnuffi tauchte tatsächlich auf. Ein paar Stunden später stand sie vor der Tür und schien sehr hungrig zu sein, denn sie fraß doppelt so viel wie normal.

Nach wenigen Wochen hatten sich alle an den neuen Ablauf gewöhnt. Tagsüber hielten die Katzen sich schlafend in der Wohnung auf, nachts strawanzten sie, morgens standen sie vor der Haustür oder waren zumindest in der Nähe. Wenn sie mich pfeifen hörten, kamen sie angerannt. Wobei das nicht ganz richtig ist. Schnuffi, mit der Mucki sich immer noch nicht vertrug, nutzte die neue Freiheit, um sich ein alternatives Zuhause zu suchen.

Das fand sie ganz in der Nähe, bei einem älteren Ehepaar auf der anderen Straßenseite. Die beiden sprachen mich eines Tages an und meinten, unsere Katze läge nachts immer bei ihnen auf dem Sofa, und sie brächten es nicht übers Herz, sie raus zu jagen. Wir redeten eine Weile miteinander, und dann machten sie mir das Angebot, Schnuffi bei sich aufzunehmen. Weil das für alle Beteiligten die beste Lösung war, erklärten Richard und ich uns damit einverstanden. Begegnete ich ihr hin und wieder auf der Straße, blieb sie manchmal stehen und ließ sie sich streicheln, meistens aber tippelte sie an mir vorbei, als sei ich eine Fremde.

Eines Morgens saß Mucki wie gewohnt in Nähe der Haustür, Putzel aber nicht. Ich ging in den Garten und pfiff. Nichts! Ich ging ums Haus herum. Wieder nichts. Ich ging um den Block. Immer noch nichts. Wo steckte er nur?

»Der kommt schon wieder«, meinte Richard.

»Das ist aber nicht normal«, sagte ich, »er war sonst jeden Morgen da.«

»Nun ist er halt mal nicht da«, meinte Richard, »kein Grund hysterisch zu werden.«

»Da stimmt was nicht«, sagte ich und hatte kein gutes Gefühl.

Jede halbe Stunde ging ich nach unten und drehte meine Runden. Vergeblich. Am späten Vormittag machte ich mich auf den Weg ins Untergeschoss. Vielleicht hatte er es irgendwie geschafft, in den Keller zu gelangen. Ich schloss die Tür auf, schaute durch die Holzlatten in jede staubige Ecke. Nichts. Ich warf meinen Blick in die Waschküche und den Trockenraum. Nichts. Doch plötzlich, auf dem Weg zur Tiefgarage, glaubte ich ein leises Miauen zu vernehmen. Wie angewurzelt blieb ich stehen, lauschte, hörte aber nichts mehr. Na ja, Wunschdenken … Doch dann war es plötzlich wieder da, das Miauen. Leise und verhalten drang es durch die Stahltür eines unbenutzten Kellerraumes. Ich drückte die Klinke runter, die Tür war verschlossen. Ich legte mein Ohr an den Stahl, pfiff und bekam umgehend Antwort. Mir lief das Herz über vor Freude.

Ich hastete nach oben und rief den Hausmeister an. Der sei unterwegs, meinte seine Frau. Wann er denn zurückkäme, fragte ich. Das wisse sie nicht, sagte die Frau. Mist! Aber besser ein eingeschlossener Kater als ein verschwundener.

Fünf ewig sich dahin ziehende Stunden später kam der Hausmeister endlich und schloss die Tür auf. Den Anblick des kleinen Katers werde ich nie vergessen. Völlig verstört hockte er neben einer Drahtzaunrolle und schien die Welt nicht mehr zu verstehen. Ich lief auf ihn zu und hob ihn hoch. Schnurrend schmiegte er sein Köpfchen an meine Wange, überglücklich trug ich ihn nach oben.

Wie er in diesen Kellerraum gelangen konnte? Das war ganz einfach nachzuvollziehen. Bei einem seiner Erkundungsgänge hatte er im Lichtschacht das schräg stehende Souterrainfenster entdeckt, sich durch gezwängt und war nach unten gesprungen. Ein Zurück gab es nicht mehr, das Fenster lag zu hoch. Um eine Wiederholung zu verhindern, habe ich es geschlossen.

In den nächsten Wochen war alles in Ordnung. Doch dann saß Mucki wieder allein vor der Tür. Ich eilte nach hinten in den Garten, wahrscheinlich hatte der doofe Hausmeister das Fenster wieder geöffnet. Das Fenster war zu.

Wieder suchte ich nach meinem Kater, den ganzen Tag lang, in regelmäßigen Abständen. Lief um den Block, fuhr mit dem Fahrrad rufend und pfeifend durchs Viertel. Von Putzel keine Spur.

»Der kommt schon«, meinte Richard, »treibt sich wahrscheinlich mit Weibern rum.« Er grinste einfältig.

»Blödmann«, sagte ich und hätte ihm eine scheuern können.

Am Abend war Putzel immer noch nicht da. Auch am nächsten Morgen nicht, auch nicht am nächsten Abend. So ging es Tag für Tag. Ich rief die Polizei an und fragte nach einer überfahrenen Katze. Hätte ich erfahren, dass er tot ist, wäre ich sehr traurig gewesen, aber ich hätte es wenigstens gewusst. So aber wusste ich gar nichts und stellte mir meinen Kater vor, eingeschlossen, ohne Futter, ohne Wasser. Immer wieder hatte ich das Bild vor Augen, als er so hilflos im Keller neben der Drahtrolle hockte. Mir liefen die Tränen runter. Ich sah ihn vor mir, mit Elektroden am Kopf im Käfig einer Versuchsanstalt und fand Telefonnummern von Tierfängern heraus. Diese unwürdigen Kreaturen waren erstaunlich umgänglich, aber einen rot getigerten Kater hatten sie nicht. Sagten sie zumindest. Auch meine Anrufe bei den Versuchslaboren brachten kein Ergebnis. Mir war schlecht vor Sorge.

KatzenbuchSchließlich gab ich Suchanzeigen in verschiedenen Zeitungen auf. Nichts! Ich heftete Suchzettel mit Foto von Putzel an Bäume und an die Pinnwände umliegender Läden. Nichts! Ich fragte jeden Menschen, der mir auf den Straßen im Stadtviertel begegnete, nach einem rot getigerten Kater. Nichts!

Auch die Kinder-Detektive Pasing, die ihre Hilfe anboten, Haus für Haus abklapperten und nach einer zugelaufenen oder in einem Keller oder Schuppen eingeschlossenen Katze fragten, konnten keinen Erfolg vermelden.

Putzel tauchte nie wieder auf.
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Die Geschichte ist aus meinem Buch: Auf leisen Sohlen

Auf Samtpfoten direkt in mein Herz

Eine Geschichte aus dem Buch “Auf Samtpfoten direkt in mein Herz”

Er ist der Nachfolger meiner großen Liebe, dem schielenden Kater Fritz. Ungefähr ein halbes Jahr war er alt, als ich ihn entdeckte.

Fritzchen hatte gerade mal zwei Tage zuvor seine Reise in den Katzenhimmel angetreten, als Freunde meinten, ein kleines Kätzchen sei bestimmt gut für mein trauriges Gemüt. Ein pelziges Trostpflaster sozusagen. Im ersten Moment empfand ich das als pietätlos, sah dann aber schnell ein, dass meine einsame Trauer niemandem etwas nützen würde. Weder Fritzchen noch mir. Seine Seele schien immer noch um mich herumzuschweben, ich träumte von ihm, und wenn ich nach Hause kam, empfand ich die katerlose Wohnung als trist und leer. Also machte ich mich auf den Weg. Nicht ins Tierheim, sondern zu einer Frau, die so eine Art Auffangstation für unerwünschte und ausgesetzte Katzen unterhält. Auf engem Raum wuselten ungefähr zwanzig Katzen herum, unter anderem ein kleiner Kater, gemustert wie eine norddeutsche Schwarz-Weiß-Kuh. Er zitterte, schaute mich mit weit aufgerissenen grünen Augen verängstigt an, und in diesem „Augenblick“ wusste ich, dass genau dieses Kuhkaterchen es sein musste, mit dem ich nach Hause fahren würde. Und ich gab dem unglücklich dreinschauenden Kater spontan den Namen Felix. Felix, der Glückliche.

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Felix, der noch Unglückliche, hatte keine guten Erfahrungen mit Menschen gemacht. „Der Bauer hat ihn aus dem Stadel geprügelt“, berichtete die tierliebende Frau. Vermutlich hatte sie recht, denn die ersten Wochen verbrachte Felix mehr oder weniger unterm Sofa, nur zum Fressen verließ er sein Refugium. In geduckter Hab-Acht-Haltung schlich er in die Küche, verputzte ruckzuck sein Futter und flitzte dann wieder unters schützende Sofa. Ich ließ ihn in Ruhe, und allmählich entwickelte er Vertrauen. Statt unter dem Sofa lag er immer öfter oben drauf, zwischen die Kissen gekuschelt. Allmählich begann er dann, sein neues Zuhause zu erkunden, wanderte durch die Räume, schnupperte an den Pflanzen auf Terrasse und Balkon und irgendwann tippelte er auch die Treppe zur Galerie hoch. Von da an schlief er in meinem Bett.

Felix sollte ein Wohnungskater sein. Das schien mir sicherer. Fritzchen hatte ich zwar rausgelassen, aufgrund seines vorsichtigen Wesens aber keine Angst, dass er Reißaus nehmen könnte. Er war immer in Sichtweite geblieben, und wenn ich nach ihm gerufen oder gepfiffen hatte, kam er angerannt – wie ein Hündchen. Ob Felix auch so „brav“ sein würde, wusste ich nicht, und wollte es auch gar nicht drauf ankommen lassen. So unternahm er seine Ausflüge nur aufs Dach, schaute auf dem First den Vögeln nach, nahm Sonnenbäder auf der Terrassenbrüstung, döste in Blumenkübeln und drückte dabei die Pflanzen platt. Alles in allem schien er mit seinem Leben als Wohnungskatze zufrieden zu sein. Doch eines Tages war er verschwunden. Nichts zu sehen von ihm. Auf dem Dach nicht, auf der Terrasse nicht, auf dem Balkon auch nicht. Ich untersuchte die ganze Wohnung, schaute unters Bett und in jedes Regal und steckte meinen Kopf im Schrank unter die Klamotten – keine Spur von Felix. Das gibt‘s doch nicht. Wo hatte der Racker sich nur versteckt? Dass Katzen diese Disziplin perfekt beherrschen, hatte ich längst mitgekriegt. Die pelzigen Mitbewohner finden Raum im kleinsten Winkel. Aber irgendwann entdeckt man sie doch – vielleicht. Meistens allerdings verlassen sie ihr Versteck von allein, wenn sie Hunger haben zum Beispiel.

Mein Kuhkater tauchte nicht auf. Dass er im Gegensatz zu Fritzchen durchaus nicht immer kommt, wenn ich nach ihm rufe, war mir schon geläufig. Vielleicht hockte er auf der anderen Dachseite auf der Schornsteinfeger-Leiter, ließ sich dort von der Nachmittagssonne den Pelz wärmen und den Herrgott einen guten Mann sein. Ich ging nach unten in den Garten und graste mit meinem Blick die andere Dachseite ab. Nichts zu entdecken von Felix. Ratlos schaute ich mich um, als plötzlich eine Art weißer Blitz durch die Sträucher huschte. Felix. Wie war der kleine Schlawiner denn in den Garten gelangt? Na ja, vermutlich in einem günstigen Moment durch die Wohnungstür entwischt. Vielleicht, als der Briefträger mir Post überreichte oder ich Müll rausbrachte.

Nach längerer Jagd, die ihm sichtlich Spaß machte, konnte ich den Ausreißer einfangen und nach oben tragen. Wenige Minuten später rannte er bereits wieder durch den Garten. Nicht durch magische Kräfte eines überirdischen Wesens dort hin gezaubert, sondern durch seinen unbändigen Freiheitsdrang. Denn kaum hatte ich ihn im Wohnzimmer auf die Füße gestellt, spurtete er auf die Terrasse, sprang leichtfüßig auf die Brüstung, von dort aufs Dach, lief zielstrebig in Richtung Dachfirst und entschwand meinem Blickfeld. Ich eilte zum Balkon, streckte meinen Oberkörper übers Geländer und bekam gerade noch mit, wie der Ausreißer in der Regenrinne der anderen Dachseite stand, sich duckte, zum Sprung ansetzte und wenige Sekunden später auf allen Vieren geschmeidig im Garten landete, genau zwischen Katzenminze und Pfingstrosen. Drei Meter im freien Fall waren für den kleinen Burschen ein Klacks, damit hatte ich nicht gerechnet. Von da an war mein Kater ein Freigänger. Allerdings ließ ich mir vom Schreiner eine Katzenleiter anfertigen. Felix konnte zwar die drei Meter nach unten leicht überwinden, hochspringen konnte er sie allerdings nicht. Und ich hatte keine Lust, für Herrn Kater die Türöffnerin zu spielen.

Elf Jahre ist das Ganze nun her, und Felix genießt seine Freiheit, was ich gut verstehe. Es macht schließlich mehr Spaß, sich im Gras rumzuwälzen, durchs Unterholz zu streichen, die Nachbargärten zu inspizieren und im nahe gelegenen Wäldchen auf Pirsch zu gehen, als tagein, tagaus auf derselben Terrasse rumzulümmeln. Es ist doch viel aufregender, Mäuse, Blindschleichen, Frösche und anderes Getier zu erbeuten, als das Futter vor die Nase gestellt zu bekommen. Es ist doch viel spannender, seinen Lieblingsfeind, den Nachbarkater, nicht nur von oben zu beobachten, sondern ihm gut getarnt unter einem Strauch auflauern, im richtigen Moment von hinten angreifen und dann richtig verdreschen zu können. Schließlich war Felix zuerst hier. Der Garten ist sein Revier, und das gilt es, zu verteidigen. Entschlossen, lautstark, mit fliegenden Fellfetzen und leider auch mit regelmäßigen Verletzungen. So ist es dem Rivalen doch tatsächlich gelungen, Felix‘ Nickhaut an einem Auge zur Hälfte aufzuschlitzen. Dass der Augapfel dabei nichts abbekommen hat, grenzt an ein Wunder. Bis auf diese Rivalität und die damit zusammenhängenden Kämpfe ist Felix ein ausgesprochen ausgeglichener und friedfertiger Zeitgenosse. Er faucht nicht, er beißt nicht und er kratzt nicht. Er lässt Möbel und Vorhänge in Ruhe und er klaut nicht. Felix zeigt die Gelassenheit eines Buddhas. So ein östlicher Zeitgenosse ist mir zwar noch nicht persönlich über den Weg gelaufen, aber ich stelle mir seine Gemütsverfassung so vor: Stets entspannt im Hier und Jetzt und von der Überzeugung erfüllt, dass alles im Leben seinen Sinn hat und es demzufolge unsinnig ist, sich über Widrigkeiten aufzuregen oder sie gar bezwingen zu wollen. Nein, man sollte die Dinge des Lebens so nehmen, wie sie kommen. Damit erträgt man sie am leichtesten. Genauso kommt Felix mir vor, er ist die Katze gewordene Gelassenheit.

Er hockt auch nicht vor dem leeren Futternapf und nervt wie Lies-chen mit lautem, ungeduldigem Geschrei. Nein, wenn Felix Hunger hat, und er hat oft Hunger, sitzt er stumm vor dem Napf, stiert unbeweglich geradeaus und weiß genau, dass ich diese lautlose Vorwurfshaltung nicht lange ertrage, sondern ihn mit Nahrung versorge. Ist er gesättigt, hockt er sich trotz vorhandener Katzenklappe mit ähnlich starrem Blick vor die Terrassentür. Zumindest in kühlen und kalten Jahreszeiten – bei warmen Temperaturen steht die Tür offen.

Manchmal lasse ich es drauf ankommen und beobachte ihn aus dem Augenwinkel. Reglos wie eine Statue hockt er vor der Tür und schaut durch die Scheibe. Unendlich lang. Ich sagte ja bereits, er ist die personifizierte Gelassenheit und verfügt über erstaunliche Ausdauer. Zwischendurch allerdings dreht er den Kopf zu mir und bedenkt mich mit einem vorwurfsvollen Blick. Meistens öffne ich dann die Tür. Aber eben nicht immer. Manchmal grinse ich in mich hinein und bleibe stur. Hat er das irgendwann begriffen, tappt er gottergeben zur Katzenklappe. Während Lili wie ein geölter Blitz durch die Klappe schießt, hockt er sich erst mal davor und überlegt, ob sich nicht doch eine andere Möglichkeit findet, nach draußen zu gelangen. Zumindest vermittelt er diesen Eindruck. Nachdem keine Alternative in Sicht ist, zwängt er sich umständlich, missmutig und sehr langsam durch die Klappe. Erst die rechte Vorderpfote, dann der Kopf, dann die linke Vorderpfote, dann folgt der Rest. Auf der Terrasse angelangt, nimmt er wieder erstmal Platz und schaut verträumt in den Himmel. Dann steht er auf, streckt sich ausgiebig, hüpft auf den Blumenkübel und von dort auf die Terrassenbrüstung. Dort nimmt er wieder Platz und denkt nach. Worüber? Keine Ahnung. Hat er lange genug nachgedacht, erhebt er sich, tippelt an den Blumentöpfen vorbei aufs Dach und dort zielstrebig in Richtung Katzenleiter, die an der Regenrinne befestigt ist und steil nach unten führt. An der Katzenleiter angelangt, nimmt er auch wieder erst Platz und legt seine vorläufig letzte Denkpause ein. Die kann Minuten dauern, schließlich hat er keine Eile. Irgendwann rafft er sich auf und beginnt den Abstieg. Sein Kopf verschwindet in den Zweigen eines Forsythienstrauches, zum Schluss sehe ich nur noch die hoch aufgerichtete schwarze Schwanzspitze, dann ist er weg.

Wenn ich fix einen Stock höher laufe und aus dem Westfenster schaue, kriege ich gerade noch mit, wie er unten im Garten aus dem Gebüsch kriecht und zielstrebig zum Nachbargrundstück stiefelt. Dort quetscht er sich unterm Gartenzaun durch, schlendert über die Wiese und entschwindet meinem Blickfeld. Bis er wieder auftaucht, vergehen Stunden. Keine Ahnung, was er in dieser Zeit macht. Ob er im Wäldchen rumstromert oder bei den Nachbarn einfach unter einem Strauch sein Nickerchen hält – ich werde es wohl nie erfahren. Auf alle Fälle ist er immer in der Nähe. Denn wenn ich pfeife, kommt er angezockelt. Meistens. Aber nicht immer. An heißen Sommertagen zum Beispiel kann ich pfeifen, solange ich will, er reagiert nicht. Liegt bestimmt irgendwo im Schatten und denkt (mal wieder): „Lass sie doch pfeifen, bei der Hitze bewege ich mich keinen Millimeter von hier weg.“

Einmal allerdings haben mir Nachbarn ein Foto geschickt. Mein Kater faul auf ihrem Gartentisch, im Schatten eines Apfelbaumes. Immerhin ein kleiner Hinweis, wo mein pelziger Untermieter so rumlungert. Ich habe schon damit geliebäugelt, ihm eine kleine Kamera um den Hals zu binden, die alle paar Sekunden eine Aufnahme macht – gibt es tatsächlich, für genau solche Zwecke – weil es mich doch sehr interessiert, was er so alles treibt auf seinen Ausflügen. Aber es ist dann bei der Liebäugelei geblieben. Ich muss ja nicht alle Geheimnisse meines Mitbewohners aufdecken. Ein bisschen Privatsphäre braucht schließlich jeder. Auch ein Kuhkater.


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Auf Samtpfoten direkt in mein Herz

Eine Liebeserklärung an meine vier Leisetreter – in Buchform. Wie sie mir über den Weg gelaufen sind, was ich mit ihnen erlebt habe, was für wunderbare Charaktere sie haben. Welches Glück und welche Sorgen sie mir bereitet haben. “Auf Samtpfoten direkt in mein Herz” ist ein kleiner Querschnitt durch mein Leben mit diesen zauberhaften Geschöpfen.

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Hier ein kleiner Auszug:

samtpfotenDas Aroma der Katzen
Im Gegensatz zu Hunden riechen Katzen sehr lecker. Meine zumindest. Deshalb stecke ich meine Nase mit Wonne in den Pelz meiner Untermieter und jeder riecht anders.
Das Fell von Felix riecht nach Schaf. Vor allem, wenn er sich eine Weile im Regen herumgetrieben hat – was er gern macht. Ja, da staune ich jedes Mal aufs Neue. Es schüttet wie aus Kübeln und mein Kater verkriecht sich nicht an einem geschützten, trockenen Plätzchen, sondern spaziert munter in der Gegend rum. Denn wie oft kommt er pitschnass nach Hause … In so einem Fall riecht er ganz intensiv nach Schaf, nach Schafwolle besser gesagt, denn ich muss zugeben, dass ich noch nie an einem Schaf gerochen habe. Aber ich weiß, wie nasse Schafwolle riecht, denn als Kind trug ich – an kalten Tagen – aus Schafwolle gestrickte Pullover. Und damals rannte ich mit Begeisterung im Regen oder Schneegestöber herum. Ohne Schirm natürlich. Und nach diesen Ausflügen roch mein Pullover genauso wie mein nasser Felix.

Lieschens Fell erinnert an warme Kuhmilch. Dieser Geruch ist mir bestens vertraut – ebenfalls aus meiner Kindheit, wo ich jeden Abend mit einer verbeulten Blechkanne beim Nachbarn Milch holte. Oft war sie noch kuhwarm, von der Bäuerin frisch gemolken und im Stall durch ein Filtersieb in meine kleine Kanne gegossen. Ich hob die Kanne an meinen Mund, ließ mir die köstliche Flüssigkeit durch die Kehle rinnen und die Nachbarkinder schüttelten sich vor Ekel. Die hatten überhaupt einen merkwürdigen Geschmack, denn das von ihrer Mutter gebackene und ausgesprochen leckere Brot mochten sie auch nicht. Sie zogen gekauftes Brot vor. Ich sag ja … merkwürdig.

Lilis Fell riecht nach Erdstaub. Sauberem, trockenem Erdstaub. Den Geruch kenne ich auch aus meiner Kindheit, wo es völlig natürlich war, auf der Erde rumzulümmeln – um Insekten zu beobachten beispielsweise, oder Regenwürmer, oder Ameisen, oder Käfer, oder anderes Kleingetier.

Mit Abstand am besten riecht Moritz, er duftet, besser gesagt, nach frischem Heu. Stecke ich meine Nase in sein Fell, denke ich manchmal, er hat sich parfümiert, ganz dezent, mit einem herb-würzigen Duftwässerchen mit Grasnote für Männer.

So erkenne ich meine Leisetreter auch mit geschlossenen Augen – an ihrem ganz persönlichen Aroma.


Einen Einblick in das liebevolle Katzenbuch gibt dieses kleine Video:

Weihnachtsgeschichten

Advent-TitelKater Fritz berichtet über seine Einstellung zum Weihnachtsfest, Frau Schupfner bekommt vom Pfarrer statt des obligatorischen Stollens eine schnurrende Weihnachtsüberraschung in einem Korb, ein alter Mann vermisst schmerzlich seine verstorbene Ehefrau und seine Enkel schenken ihm etwas ganz Besonderes, der kleine Oliver hat eine nächtliche Begegnung mit dem Nikolaus und Anna erlebt einen Tag vor Heilig Abend ein kleines Wunder …
Sieben kunterbunte Geschichten rund um Advent und Weihnachten. Teilweise besinnlich und teilweise zum Schmunzeln.
Hier gibt es das Ebook zum Runterladen.

Katzenbuch: Auf Samtpfoten direkt in mein Herz

Seit über 30 Jahren lebe ich mit Katzen zusammen und freue mich täglich über meine Mitbewohner. Sie bringen Freude und Glück in mein Leben aber es gibt auch bange und traurige Zeiten. Wenn sie krank sind zum Beispiel.

“Auf Samtpfoten direkt in mein Herz” erzählt mit Geschichten und Bildern, wie das Zusammenleben mit den pelzigen Untermietern so ist. Hier ein kleiner Video-Einblick.

Bestellen kann man das Büchlein im Buchladen.

Hier eine Geschichte aus dem Buch:

Moritz, der fröhliche Schwarzbär
Er lief mir auf dem Golfplatz über den Weg, im wahrsten Sinn des Wortes. Es war ein heißer Sonntag im August, als ich kurz vor dem Grün Sieben plötzlich ein mir zwar bekanntes, für einen Golfplatz aber ungewöhnliches Geräusch hörte: ein Miauen. Eigentlich war es mehr ein Piepsen – wie das eines Vogels. Nach dem Verursacher des Piepsens brauchte ich mich nicht lange umzuschauen – es stammte von einer kleinen schwarzen Katze, die zielstrebig auf mich zu tippelte, so, als hätte sie auf mich gewartet. Weiterlesen