Kategorie: Gesundheitsprobleme

Kater Rosso beim Tierarzt

roter Kater

Drei Tage war Kater Rosso krank.
Jetzt futtert er wieder,
Gott sei Dank!

Wer mich kennt, weiß, dass ich die Flöhe husten höre. Neulich hustete man wieder einer … konkret gesagt, saß Rosso Anfang vergangener Woche auf meinem Schoß und fuhr sich mit der Zunge immer wieder ums Mäulchen. Sonst war sein Verhalten normal.

Am nächsten Tag dasselbe Spiel.

Am Donnerstag dann fiel mir auf, dass sein Appetit kleiner war als normal. Nun ja, passiert.

Am Freitag rannte er nicht morgens beim Aufstehen nach unten auf die Terrasse, um dort sein Frühstück entgegenzunehmen, sondern blieb im Bett hocken. Irgendwann kam er runter, zeigte aber keinen Appetit.

Nachmittags lag er dann nicht auf, sondern unterm Bett. Kann auch passieren. Ist aber für Rosso nicht normal. Ansonsten hat er den ganzen Tag über nur ein paar Körnchen gefuttert.

Am Samstag früh dasselbe Spiel: Er blieb im Bett hocken. Als ich seine Futterdose schüttelte, interessierte ihn das überhaupt nicht. Normalerweise kommt er dann nämlich angedüst wie eine Rakete.

Fazit: Rosso ist krank. Ich rief die Tierärztin an und brachte Rosso eine Stunde später hin. Sie untersuchte ihn. Fand nichts. Er bekam eine Flüssigkeitsinfusion, damit er nicht austrocknet und ein Aufbaumittel.

Nachmittags hockte Rosso auf der Terrassenbrüstung und starrte vor sich hin. Er lief nur noch auf einem Zylinder und wirkte apathisch. Futter interssierte ihn immer noch nicht die Bohne.

Tierklinik

Ich rief wieder die Tierärztin an, und die meinte nun, ich solle Rosso in die Tierklinik bringen, damit man ihm dort Blut abnimmt und untersucht.

Das machte ich.

Eine Stunde später waren Rosso und ich in der Tierklinik in Weilheim, und nach einer Stunde kamen wir dran.

Dann wurde er erneut untersucht, und diese Tierärztin entdeckte etwas: hinten im Hals eine Rötung. Außerdem reagierte die Kehle druckempfindlich – die Tierärztin vermutete eine Kehlkopfentzündung. Seine Mattheit erklärte sie mir wie folgt: Bei einer Kehlkopfentzündung entstehen Erreger wie bei einem Katzenschnupfen (zumindest habe ich die Erklärung so verstanden), und diese Erreger erzeugen Mattigkeit und Müdigkeit.

Aha! Wenigstens eine Erklärung für Rossos Appetitlosigkeit (Schmerzen im Hals), und sein apathisches Verhalten war dem Erreger geschuldet.

Er bekam ein Medikament und ein Antibiotikum gespritzt. Dann fuhren der kleine Kerl und ich wieder heim. Appetit zeigte er immer noch nicht, und Wasser hab ich ihn auch nicht schlabbern sehen. Also nahm ich eine Kanüle, zog Wasser auf und träufelte es in Rossos Mäulchen. Er schluckte auch brav. Flüssigkeit ist wichtig!

Am nächsten Tag zeigte er immerhin wieder ein bisschen Appetit. Auch an meinem Kabeljau zeigte er Interesse. Am nächsten Tag war der Appetit noch größer, und seit gestern frisst er wieder normal. Und er kommt auch wieder angerannt, wenn ich die Futterdose schüttle. Auch Wasser schlabbert er wieder.

Appetit ist wieder da
Heute hat er sein Köpfchen auch wieder in die Futterdose gesteckt. Ist bequemer, als die Futtermaus durch die Gegend zu kugeln …

roter Kater

Rosso ist wieder fit. Wunderbar! Ein krankes Kätzchen zerhagelt mir nämlich total das Gemüt …

Farn … giftig für Katzen!

giftig-fuer-katzen

Vor zwei Jahren merkte ich, dass Rosso nicht so ganz fit wirkte. Er war irgendwie “reduziert”. Reduziert in allem. In seinem Tatendrang, in seinem Spieldrang und Hunger hatte er auch nicht viel.

Ich ging mit ihm zur Tierärztin, und tatsächlich wurden veränderte Blutwerte festgestellt. Aber warum? Rosso war gerade mal ein Jahr alt.

Ein halbes Jahr später stieß ich zufällig auf eine Liste, in der Pflanzen aufgezählt wurden, die für Katzen giftig sind:

A
Ackerwinde, Ackerveilchen, Amaryllis, Anemonen, Anthurie, Arnika, Aronstab,
Asthmakraut, Adonisröschen, Azaleen
B
Bärenfuß, Bittersüß, Buchsbaum, Buntwurz, Blaustern, Blasenstrauch
C
Calla, Christusdorn, Christrose, Chrysanthemen, Clematis
D
Diptam, Dipladenie, Dieffenbachia, Daphne
E
Edelweiß, Efeu, Eibe, Einblatt, Eisenhut, Enzian, Euphorbie, Eichen
F
Farne, Feldstiefmütterchen, Feuerlilie, Ficus, Fingerhut, Frauenschuh, Faulbaum, Feuerdorn
G
Geranie, Giftsumach, Ginster, Glyziniensamen, Goldregen, Gummibaum
H
Hahnenfuß, Herbstzeitlose, Hortensie, Hyazinthe, Hartriegel, Heckenkirsche, Herkuleskraut
J
Jungfernherzstaude, Jonquillen ,Jelängerjelieber (Geissblatt)
K
Kakteen, Kaladien, Kalmie, Kartoffelpflanze, Kastanie, Kermesbeere, Knollenblätterpilz,
Krokus, Kirschsteine, Kletterspindelstrauch, Korallenbeere, Küchenschelle, Kornrade,
Kreuzdorn
L
Lacksumach, Leberblümchen, Lilie, Lorbeer, Löwenzahn, Lupinie, Liguster, Lorbeerkirsche
M
Märzenbecher, Magnolie, Maiglöckchen, Mistel, Mönchshaube
N
Nachtschattengewächse, Nadelbäume, Narzisse, Nelke, Nieswurz
O
Oleander, Orchideen, Osterglocke
P
Philodendron, Primel, Prunkwinde, Pilze
R
Rhododendron, Rittersporn, Rizinus, Rharbarber, Rainfarn, Robinie
S
Sadebaum, Salomonsiegel, Sauerdorn, Scilla, Schirling, Schlüsselblume, Schlafmohn,
Schneeglöckchen, Schneeball, Schneebeere, Schwertlilie, Seidelbast, Sonnenwend,
Wolfsmilch, Spindelbaum, Stechapfel, Stechpalme, Stephanskraut, Steinklee
T
Tabak, Taxus, Tomatenpflanze, Trollblume, Tulpe, Tollkirsche, Tüpfer-Hartheu
U
Usambaraveilchen
V
Vogelkirsche, Vogelknöterich, Vogelmilch
W
Wacholder, Waldmeister, Wandelröschen, Weihnachtsstern, Weinraute, Weissdor, Wicken,
Wildlupinie, Wilder Dost, Wolfsmilchgewächse, Wunderblume
Z
Zypressenwolfsmilch, Zwergmistel, Zaunrübe, Zwiebelgewächse, Zypressen

Beim Lesen der Liste fiel mir ein, dass Rosso liebend gern mit den langen Blättern des Adlerfarns auf meiner Terrasse spielte und sich darunter auch gern versteckte.
giftüf-fuer-katzen

Ich googelte nach dem Begriff “Farn”, und ich wurde fündig. Im Gartenjournal waren die Symptome aufgezählt und einige davon trafen auf Rosso zu. Also weg mit dem Farn! Denn auch wenn er ihn nicht angeknabbert hat – allein mit dieser Pflanze zu spielen, reicht schon, um das Gift aufzunehmen.Und Rosso hat wie verrückt damit gespielt … täglich. Mit Farnblättern gekämpft, sich darunter versteckt, sie abgerissen, sie als Pseudomäuse mit den Pfoten bearbeitet … er hatte also genügend Gelegenheiten, um mit den Sporen die sich an den Unterseiten der Blätter befinden, in engen Kontakt zu kommen und sie einzuatmen. Und das allein reicht schon für schwere Vergiftungen … Auch das ist in einem Artikel des Gartenjournals beschrieben.

Seitdem meine Terrasse farnlos ist, geht es Rosso gut. Er ist ein quicklebendiges und stets gut gelauntes Kerlchen. Ich habe soooo große Freude an ihm und liebe ihn sehr!

Rosso ist wieder fit

Ihr kennt mich ja, und wisst, wie sehr mir das Wohlergehen meiner pelzigen Untermieter am Herz liegt. Das ist der Grund für mein langes Schweigen.

Rosso war nicht fit. Er war lethargisch und appetitlos. Es fiel mir (meinen gluckenhaften Argusaugen) sofort auf, habe es aber trotzdem ein paar Tage beobachtet. Es fing an, nachdem ich ihm eine Entwurmungstablette verabreicht habe (Milbemax). Danach wurde er schlapp und fraß kein Nassfutter mehr. Er lag eigentlich nur noch rum und schlief.

Dann fiel mir auf, dass er extrem oft am Wassernapf war. Er futtert schon seit längerer Zeit mehr Trocken- als Nassfutter, aber plötzlich hing er ständig am Wassernapf rum. Das machte mir Sorgen. Also: Besuch bei der Tierärztin. Die untersuchte ihn und – fand nix. Gut. Gut umso mehr, als ich mich jetzt besser fühlte. Denn ein halbschlappes Tier … ohne Erklärung, das ist nichts für mich. Deshalb kann ich auch nicht verstehen, dass Katzenbesitzer(innen) tage- oder sogar wochenlang mit einer verhaltensveränderten Katze nicht zum Tierarzt gehen, sondern gar nichts machen oder – noch schlimmer – sich in Foren von Idioten “beraten” lassen. Ich hasse solche Foren! Dort geben Menschen Tipps, die von Nichts eine Ahnung haben, aber so tun als ob. Ich frag doch auch nicht meine Nachbarin, was ich tun soll, wenn ich Zahnschmerzen habe, sondern gehe zum Zahnarzt. Ganz abgesehen davon, dass ich niemals Tipps geben würde, obwohl ich seit über 35 Jahren mit Katzen zusammenlebe. Der einzige Tipp, den ich bei einer kränkelnden Katze gebe ist:GEH SOFORT ZUM TIERARZT!

Alles andere ist nicht nur dumm (Tippgeber), sondern dämlich (Tippempfänger).

Rosso zeigte bei der Untersuchung also keine Anzeigen einer Erkrankung, und ich ging beruhigt wieder nach Hause.

Sein Verhalten änderte sich aber nicht! Er war deutlich “reduziert”. Tobte also nicht mehr rum, sondern lag mehr unterm Bett, und sein Appetit wurde auch nicht größer. Ich also wieder die Tierärztin angerufen und sie um eine Blutuntersuchung gebeten.

Ergebnis: erhöhte … was weiß auch immmer … auf alle Fälle war er nicht ganz gesund, sondern hatte vermutlich einen Infekt hinter sich.

Also bekam er was für sein Immunsystem.

Und ich beäugte ihn wie eine Glucke. Trug ihm Futter hinterher, schaute ständig, wo er war – und sein Verhalten wurde immer merkwürdiger. Er lag kaum noch auf seinem Lieblingsplatz, dem Stuhl auf der Terasse, sondern in der hintersten Ecke unterm Bett. Wasser hat er mittlerweile auch kaum noch geschlabbert. Das hat mir besonders Sorgen gemacht.

In Absprache mit der Tierärztin fuhr ich mit Rosso zur THP. Die hat eine ausführliche Anamnese gemacht und ihm ein Mittelchen verordnet.

Rosso blieb apathisch, fraß wenig und hockte unterm Bett.

Ich hab verschiedene Katzenfuttersorten bestellt – geschmeckt hat ihm keine.

Dann bin ich ins Nachbardorf zum Biomarkt gefahren und habe testweise das Futter gekauft, das Lili vor zwei Jahren wider Erwarten geschmeckt hat. Rosso hat es auch geschmeckt, aber nur kurz. Den Rest der Schälchens hat Lieschen gefuttert.

Abends habe ich die Tierärztin angerufen, und die hat – durch die Blume – gemeint, ich sei wohl zu übervorsichtig. Ich solle Rosso einfach mal in Ruhe lassen und ihm nicht ständig mit irgendwelchen Futtergaben hinterher rennen (und ihn damit stressen).

Das hatte ich mir auch schon gedacht und ihn ab dem Zeitpunkt in Ruhe gelassen.

Wenige Stunden später verkroch er sich auch nicht mehr unterm Bett, sondern lag wieder auf dem Stuhl auf der Terrasse.

Am nächsten Tag rannte er auch wieder wie ein Wiesel durch die Gegend.

Alles in allem ist Rosso nun wieder der Alte. Trockenfutter frisst er nach wie vor lieber, aber heute hat er mit Appetit ein Nassfutter verspeist … na ja, eine kleine Portion davon vernascht.Und er schlabbert wieder Wasser. Aus seinem Napf auf der Treppe, aus der Gießkanne und aus der Vase, die etra für ihn auf dem Schreibtisch steht. Kleine Blume drin, sondern nur Wasser …

kater

Fazit: Beobachte deine Katze. Wenn sich ihr Verhalten ändert, geh mit ihr unbedingt zum Tierarzt. Aber geh ihr nicht auf die Nerven!
Was die Nerven betrifft, so geht Rosso Lieschen nach wie vor auf die Nerven, aber allmählich gewöhnt sie sich daran …

katzen

Ach, und Rosso war eine Nacht lang weg! Darüber werde ich demnächst berichten. Es war eine furchtbare Nacht für mich …

Die komplette Katzenbande beim Tierarzt

Es fiel mir am Mundgeruch auf. Wenn Lieschen auf der Couch neben mir lag und das Mäulchen öffnete, beim Putzen zum Beispiel, schwebte mir ein unangenehmer Geruch entgegen. Und das aus über einem halben Meter Entfernung! Nach relativ misslungenen Versuchen, ihr ins Mäulchen zu schauen, vereinbarte ich einen Termin bei der Tierheilpraktikerin. Die untersuchte Lieschen, stellte eine Zahnfleischentzündung fest, gab mir Globuli mit, und ich wartete ab. Untersuchung + Globuli: rund 60 Euro.

Als sich nichts besserte, vereinbarte ich einen Termin bei der “normalen” Tierärztin. Die Diagnose war dieselbe: Zahnfleischentzündung. Die scheint bei Katzen oft vorzukommen. Grund: Autoimmunerkrankung. Kosten: rund 30 Euro inklusive Medikamenten. (Kleine Zwischenbemerkung: Alles, was ich diesbezüglich schreibe, ist so wiedergegeben, wie ich es als Laie verstanden habe!) Außerdem sagte die Tieräzrtin, dass einer der hinteren Backenzähne vermutlich schadhaft sei, es sei anzuraten, ihn zu ziehen. Da sie selbst keine Zähne zieht, suchte ich einen Tierarzt auf, der das übernahm. Kostenpunkt: rund 300 Euro. Inklusive Blutuntersuchung, Röntgen, Narkose etc.

Nachuntersuchung bei der Tierärztin drei Wochen später + Medikamente: rund EUR 45,00

Erneuter Besuch bei der THP inklusive Globuli: rund EUR 70,00

Es besserte sich aber wenig bis nichts. Nun hieß es: Cortison. Im September 2015 bekam Lieschen eine Langzeitgabe gespritzt, und ich hatte den Eindruck, dass das Cortison Wirkung zeigte. Wobei ich sagen muss, dass es mir erstens kaum gelang, Lieschens Mäulchen so weit zu öffnen, dass ich das Zahnfleisch tatsächlich begutachten konnte, und zweitens zu wenig Ahnung davon habe, ob und in welchem Entzündungsstadium sich das Zahnfleisch einer Katze befindet. Kostenpunkt: rund 30 Euro inklusive Cortisonspritze.

Und nun wieder abwarten.

Besuch bei der Tierärztin 6 Wochen später. Zahnfleisch nach wie vor entzündet (Tierärztin: “Es gibt durchaus schlimmere Entzündungen.”) Cortison-Tabletten verordnet. Versuch: ein paar Tage lang eine Tablette täglich, dann langsam ausschleichen. Kostenpunkt: rund 60 Euro.

Mitte letzter Woche hatte ich den Eindruck, dass Lieschen wieder Probleme mit dem Zahnfleisch hat und habe ich wieder mit Cortison-Tabletten begonnen. Drei Tage lang eine, dann wieder ausschleichen. Das war der Plan. Lieschen fraß übrigens die ganze Zeit mit gutem Appetit. Nur fiel mir immer wieder auf, dass sie sich nach der Mahlzeit öfter mit der Pfote seitlich das Mäulchen rieb …

Am Wochenende gelang es mir tatsächlich, Lieschens Mäulchen so weit aufzumachen, dass ich das Zahnfleisch im Kieferwinkel anschauen konnte. Es war dunkelrot. Also wirkte das Cortison nicht! Die Tierärztin hatte mich auch darauf aufmerksam gemacht, dass Cortison auf längere Zeit keine Lösung sei. Entfernung der Backenzähne seien vermutlich die bessere Variante. Sie empfahl mir eine Kollegin, die u. a. auf Zahnprobleme spezialisiert sei. Dort rief ich am Montag Vormittag an und bekam für nachmittags einen Termin.

Da ich bei Rosso einen roten Saum am Zahnfleischrand entdeckt hatte, nahm ich den auch mit. Wenn ich schon eine Zahn-Spezialistin aufsuchte, könnte die ja auch gleich einen fachmännischen Blick auf Rossos Gebiss werfen. – Ich borgte mir bei meiner Nachbarin deren Katzenkorb.

Gegen Mittag kam Moritz heim. Futterte und machte sich wieder auf den Weg nach draußen. Aber: er sprang nicht wie sonst leichtfüßig auf die Terrassenbrüstung, sondern blieb unschlüssig unten stehen, schaute nach oben, tippelte ein paar Schritte hin und her, schaute wieder unschlüssig nach oben, und ich dachte mir: Da stimmt was nicht!

Schließlich hüpfte er auf einen Blumenkübel und von dort auf die Brüstung. Dann machte er sich auf den Weg zur Katzenleiter, und ich schaute ihm hinterher. Er humpelte! Außerdem zog er das linke Hinterbein hinter sich her. Oweia!

Ich raste nach unten, um ihm bei der Katzenleiter in Empfang zu nehmen. Hoffentlich würde er nicht vorher runterspringen und davon düsen. Ich kenne meine Pappenheimer!

Er stand noch oben an der Dachrinne, wo die Katzenleiter befestigt war. Unschlüssig schaute er nach unten. Normalerweise wäre er längst weg gewesen, aber sein Beinproblem hielt ihn davon ab, zügig die Leiter runter zu tippeln. Er humpelte von Leiste zu Leiste, und es gelang mir doch tatsächlich, meinen schwarzen Racker von der Katzenleiter zu ziehen. Uff!

Ich trug ihn in die Wohnung und untersuchte seinen Hinterlauf. Verkrustungen im Fell hinterm “Knie”. Also eine Verletzung. Mehr konnte ich nicht entdecken, und ich klingelte bei meiner Nachbarin, denn die hat erfreulicherweise zwei Katzenkörbe.

Nun waren alle drei Katzen in der Wohnung. Rosso fand das prima. Moritz weniger und Lieschen gar nicht. Katzenkonzert hoch drei!

In meiner Not sperrte ich alle drei ins Bad, wo ein großes Kissen liegt. Außerdem legte ich ein dickes Handtuch in die Badewanne. Katzenklo steht auch im Badezimmer (für Rosso, der noch nicht raus darf).

Nach wenigen Minuten herrschte Ruhe im Badezimmer.

Um halbvier dann packte ich meine pelzigen Untermieter in die Körbe und ab gings – zur Tierärztin nach Kaufering.

katzenkorb

Fortsetzung folgt.

Moritz und die Eosinophile

moritzWeil Moritz Appetitlosigkeit zeigt, wurde sein Blut untersucht und festgestellt, dass er deutlich erhöhte Eosinophile hat. Das ist ein Zeichen für allergische Reaktion oder Hinweis auf Parasiten. Da er nun mehrfach entwurmt wurde, deutet das Ergebnis auf eine Allergie hin. Und da der kleine Schwarzbär ständig Flöhe hat, reagiert er wohl allergisch gegen Flohspeichel. Der massive Herbstmilbenbefall vor einigen Wochen hat das Ihrige wohl auch dazu beigetragen.

Nun wurde er vorgestern mit einem Flohmittel behandelt und ich hoffe, dass er bald wieder rundum fit ist. Allmählich gehen mir die Arztbesuche mit Moritz nämlich auf die Nerven – abgesehen von dem Geld, was das alles kostet. Insgesamt habe ich für Moritz dieses Jahr so um die 2.000 Euro hingeblättert …

Der “alte” Moritz ist wieder da

Wochenlang lief Moritz nur auf drei von vier Zylindern. Ich sagte den Ärzten: Moritz ist “reduziert”. Ich wusste keinen besseren Ausdruck als den, weil Moritz alles einen Gang langsamer machte, lustlos und teilweise sogar apathisch wirkte und sehr viel schlief. Und dann noch der nachlassende Appetit …

Dass er entgegen meinen Befürchtungen, nach den 10 Tagen Stubenarrest und all dem Tierarzt/Tierklinik-Stress sich nun erst mal für eine lange Weile nicht blicken zu lassen, gestern ganz in der Nähe war und auch auf mein Pfeifen reagierte, habe ich ja schon berichtet. Aber es passiert öfter, dass er durch den eigenen Garten (er zieht Nachbargärten vor!) streift, über den Hof tippelt und im Vorgarten unterm dem Fliederstrauch sein Nickerchen hält. Dass er nach Hause, also in die Wohnung kommt, geschieht deutlich weniger – vor allem bei sommerlichen Temperaturen kommt es häufig vor, dass er mehrere Tage (und Nächte) keine Pfote in die Wohnung setzt.

Vergangene Nacht war es sommerlich warm, und meine Hoffnung, dass mein Schwarzbär nach Hause kommt, war sehr gering. Wenn er kommt, kommt er nicht still und heimlich, sondern mit Musik! Und diese Musik ertönte heute um halbfünf. Ich runter und sofort die Terrassentür geschlossen – denn ich wollte seinen Appetit prüfen. Also warf ich mitten in der Nacht Trockenfutter durch die Gegend, und Moritz hechtete jedem Körnchen hinterher, fing es teilweise schon in der Luft auf. Der “alte” Moritz war wieder da! Die alte Spannkraft in seinem schlanken Körper. Die alte Triebkraft, wenn es um “Beute” geht. Die mir vertraute Muskelspannung, wenn er da liegt und lauert. Und er lauerte! Lag auf dem Fußboden und lauerte aufgeregt dem Wurf des nächsten Körnchens entgegen. Kaum hob ich die Hand zum Wurf, war Moritz schon bereit zur Jagd. Schließlich holte ich noch den Rest Putenstückchen und warf sie ebenfalls durch die Gegend. Jedem Stück hat er blitzschnell den Garaus gemacht!

Dann tippelte er nach unten mit der Absicht, wieder in die Dunkelheit zu entschwinden – aber die Terrassentür war ja geschlossen. Nun, das kannte er … nach ein paar Minuten lag er auf meinem Bett, putzte sich ausgiebig und ringelte sich dann zum Morgenschlaf ein.

Dieser Morgenschlaf hat in den letzten Wochen sehr sehr lange gedauert – viele
Stunden. Auffällig viele Stunden! Doch heute früh um acht Uhr war mein Racker bereits wieder fit fürs Leben. Sprang munter vom Bett, reckte und streckte sich, putzte sein Fell, und ich ging in die Küche, um Futter zu holen. Nierenschonendes Futter, weil seine Nieren letzte Woche ziemlich strapaziert schienen. Erst Trockenfutter (das liebt er!). Dann Nassfutter. Erst Hühnchen, das hat er nicht ganz aufgefressen. Ich holte noch eine andere Sorte: Thunfisch. Die hat ihm geschmeckt, und auch das Löffelchen Darmgel, das ich für seinen malträtierten Magen-Darm-Trakt besorgt hatte, verputzte er.

Mein Moritz ist nicht mehr wiederzuerkennen beziehungsweise ist er jetzt wieder so, wie er normalerweise ist: ein putzmunterer, agiler Kater, der Freude am Leben hat.

Nach dem Frühstück tippelte er zur Nachbarterrasse und putzte sich nochmal ausgiebig.

Dann machte er sich auf den Weg zur Katzenleiter, war noch kurz auf der Auffahrt zu sehen …

Strawanz

… und nun hält er in einem der Nachbargärten seinen rasierten Bauch der Sonne entgegen. Und für Dr. Ernst Meier ist dieser Sonntagsgruß: Danke, lieber Ernst!

P. S.: Meinem geliebten Liebling schmeckt das Nierenfutter übrigens auch.

Futter

Kater Moritz genießt die Freiheit

Nachdem er unter Medikamenten mit gutem Appetit gefuttert hat, ließ Moritz “Hunger” am Donnerstag wieder nach. Am Futter geschnuppert und abgewendet. Ich schickte der THP, die in Urlaub ist, ein SMS. Sie schrieb dann, welche Globuli ich ihm geben solle. Aber meine Angst ließ dadurch trotzdem nicht nach und ich rief Herrn Rattenhuber an. Der wirkte ratlos und meinte, ich solle einen Tag abwarten.

Ich wartete aber keinen Tag ab, sondern überlegte. Ich brauchte unbedingt einen erfahrenen Tierarzt, also einen, der bereits viele Jahre praktiziert. Und deshalb rief ich am Nachmittag Dr. Ernst Meier von der Tierklinik in Dießen an und schilderte ihm die Angelegenheit in aller Offenheit. Er war erfreulicherweise überhaupt nicht pikiert darüber, dass Moritz von anderen Ärzten behandelt worden war, sondern gab mir einen Termin am Freitag Vormittag.

Dr. Meier kenne ich schon viele Jahre, er hat viele meiner Katzen behandelt. Er ist ein sehr erfahrenewr und tierlieber Arzt, allerdings habe ich ihn schon lange in der Praxis nicht mehr gesehen und glaubte, er genieße seinen Vorruhestand und sei viel auf Reisen. Das stellte sich gestern als Irrtum meinerseits heraus.

Nun, wie dem auch sei … ich packte Moritz gestern also wieder in den verhassten Korb und fuhr damit in die Tierklinik, dieses Mal nach Dießen. Herrn Rattenhuber hatte ich darüber informiert, er fand, das sei eine gute Idee, zumal er mit Dr. Meier freundschaftlich verbunden ist. In der Tierklinik kamen wir sofort dran, und Dr. Meier ließ sich ausführlich schildern, was in den letzten Wochen so vorgefallen ist. Er hörte aufmerksam zu und hakte an genau der Stelle ein, die in der anderen Tierklinik auf taube Ohren gestoßen war: die Sache mit der leidigen Heuschrecke.

Dr. Meier fragte, was für eine Heuschrecke das denn gewesen sei. Weiß ich nicht, aber es gibt ja Gott sei Dank ein Foto von dem Heuschreckenbein hier auf dem Blog. Ein “Heupferd”, sagte Dr. Meier. Dann untersuchte er Moritz ausgiebig, tastete ihn ab, beobachtete ihn und meinte dann, dass mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit dieses Heupferd der Auslöser für die Probleme gewesen sei. Genau das hatte ich ja auch vermutet! Denn seit der Zeit mit dem Heuschreckenbein veränderte Moritz’ Verhalten sich von Tag zu Tag mehr, er wurde immer apathischer und parallel dazu ließ sein Appetit nach.

Dr. Meier vermutet, dass die Inhaltsstoffe des Heupferdes der Niere, dem Magen und dem Darm von Moritz Probleme bereitet hat. Moritz könnte Moritz auch einfach allergisch auf das Heupferd reagiert haben. Die hohen Nierenwerte können nämlich auch die Folge einer Allergie sein … Dann machte er mit Moritz eine Bioresonanz-Therapie, mit der er ausgesprochen gute Erfahrungen gemacht hat und immer wieder macht. Dann verpasste er Moritz noch eine Spritze, und wir fuhren wieder nach Hause. Wieder begleitet von Moritz’ Konzert, aber längst nicht so hysterisch wie auf der Fahrt von der anderen Tierklinik, als Moritz unter Morphium stand … so hat er überhaupt noch nie geschrien!

Zuhause stellte ich ihm Futter hin, und er fraß es mit Appetit. Dann ließ ich ihn in Ruhe.

Später schaute ich nach ihm – er lag nach 10 Tagen das erste Mal nicht UNTER dem Bett, sondern AUF dem Bett. Gutes Zeichen! Er stierte auch nicht mehr so vor sich hin, sondern machte einen relativ munteren Eindruck. Im Katzenklo befand sich noch die Hinterlassenschaft des Vormittags und die begutachtete ich, denn Dr. Meier wollte wissen, wie die aussieht. Gut, dass ich sie noch nicht entsorgt hatte!

Die Hinterlassenschaft war so aus, wie sie aussehen muss: Farbe, Form, Konsistenz und Menge waren genau richtig. Das gefiel Dr. Meier gut, mir übrigens auch!

Die Nacht verbrachte Moritz dann noch in der Wohnung, ich wollte abwarten, ob er heute früh frisst und sein Geschäftchen macht.

Er fraß und machte sein Geschäftchen – das auch wieder perfekt war! Also war die heiß ersehnte Freiheit angesagt. Ich wollte ihn holen und ihn in den Garten tragen, aber er versteckte sich natürlich sofort wieder unterm Bett. Um ihn nicht zu stressen und ließ ich ihm Zeit, öffnete die Terrassentür und pfiff nach ihm. Der Herr Schwarzbär ließ sich aber Zeit, doch irgendwann tauchte er auf und schaute fassungslos nach unten.

Treppe

Dort hockte er minutenlang und starrte nach wie vor ungläubig mal auf mich und dann wieder auf die offene Terrassentür.

treppe-2

Und dann machte er plötzlich einen Satz und zischte wie ein geölter Blitz die Treppe runter, sprang auf die Terrassenbrüstung und eilte übers Dach in Richtung Katzenleiter. Lili hinterher.

Dach

Unten verabschiedete der Herr Schwarzbär sich freundlich von Lili und machte sich vom Acker.

Lili

Weil schönes, warmes Wetter herrscht, rechnete ich damit, ihn möglicherweise tagelang nicht zu sehen. Trotzdem ging ich ein paar Stunden später runter, lief ums Haus und pfiff nach ihm. Und … tatsächlich er antwortete. Ich entdeckte ihn dann unter einem Strauch im Nachbargarten.
Gebuesch

Flugs ging ich wieder nach oben und holte Futterkörnchen. Die warf ich einzeln über den Zaun und er erbeutete sie. Mit sichtlichem Appetit verdrückte er ein Körnchen nach dem anderen.

Nach einer Stunde ging ich wieder nach unten – er lag nicht mehr im Nachbargarten. Ich pfiff, und mein Schwarzbär kam doch tatsächlich gleich um die Ecke getippelt. Ich holte ein Schüsselchen Feuchtfutter und stellte es auf den Rasen. Er verputzte auch dieses Futter mit bestem Appetit. Dann ging ich wieder nach oben und warf Putenstückchen und Trockenfutterkörnchen vom Balkon. Moritz jagte auf dem Hof hin und her und machte der Beute sofort den Garaus. Nun hoffe ich, dass dieser Zustand so bleibt. Dr. Meier ist diesbezüglich sehr zuversichtlich …

Jetzt ist auch der Kater krank

Tierarzt, Tierklinik, Tierarzt … Appetitlosigkeit, Medikamente, Ultraschall, Blut abnehmen, Spritzen, Bauch rasieren, Blase punktieren … ich bin mit meinen Nerven bald am Ende, denn jetzt ist auch Kater Moritz krank.

Nachdem Lili am Montag wieder nicht gefressen hat und apathisch auf dem Terrassentisch lag, dachte ich: nun ist es soweit. Aber am nächsten Tag hat sie bereits wieder mit sehr großem Appetit gefuttert und das macht sie bis heute. Sie klaut sogar Essenreste auf der Anrichte in der Küche und rennt viel draußen rum. Die Lymphknoten am Hals sind mal minimal kleiner und dann wieder größer, aber ihr Verhalten ist “normal”, und ich freue mich jeden Tag, dass sie lebt. Und sie freut sich auch, ist ständig in meiner Nähe, und abends schmusen wir inniglich.

Appetitlos
Aber seit ungefähr zwei Wochen beobachte ich Moritz, der immer weniger Appetit an den Tag legt. Bis er vor drei Tagen so gut wie gar nichts mehr gefressen hat, auch sein Lieblingsfutter, Hühnchen und Thunfisch aus der Dose hat ihn nicht interessiert. Das verheißt nichts Gutes! Außerdem erschien er mir in den ganzen letzten Wochen in seinem Verhalten “reduziert”. Irgendwie ein Gang langsamer als sonst. Ruhiger, zurückhaltender … so, als beobachte er sein Innenleben. Irgendwas stimmte da nicht. Also ich Termin beim Tierarzt (Michael Rattenhuber in Dießen) gemacht, der mit seiner Zeit erfreulicherweise flexibel und sehr kunden- bzw. patientenfreundlich ist. Was ich sehr gut finde, weil ich es hasse, mit einer kranken Katze viele Stunden warten zu müssen.

kater-in-korb
Das Foto stammt nicht von gestern, dazu hatte ich keine Nerven …

Michael Rattenhuber untersuchte Moritz gründlich. Aber er fand nichts. Auch die zwei Röntgenaufnahmen, die gemacht wurden, waren nicht erhellend. Nur am Enddarm war etwas zu sehen – Kot vermutlich, aber es deutete nichts auf Verstopfung hin. Fieber hatte Moritz auch keines. Übergeben hatte er sich auch nicht. Aufallend viel getrunken hat er auch nicht, im Gegenteil. Aber irgendwas war/ist da! Ich streichelte über seinen Rücken, er zuckte zusammen. Daraufhin untersuchte der Tierarzt nochmal seinen Bauch und drückte überall rum. Da – plötzlich: Moritz zeigte Reaktion mit unwilligem Miauen – also hatte er Schmerzen im Bauchraum.

Magenschleimhautentzündung?
Der Arzt tippte auf Gastritis. Versorgte Moritz entsprechend mit einigen Spritzen und gab mir auch welche mit: 3 verschiedene. Die sollte ich morgens und abends spritzen. Gott sei Dank kann ich das, geht auch ganz problemlos, wenn man weiß, wie’s geht. Moritz war also seit Mittwoch früh wieder daheim und ich konnte ihn beobachten. Das Katzenklo interessierte ihn nicht! Von Mittwoch früh bis Donnerstag Mittag hatte er weder gekackt noch gepinkelt. Das ist gar nicht gut!!! Ich rief den Tierarzt an und fragte, ob es in Ordnung sei, wenn ich dem Kerlchen ein halbes Mikroklist verabreiche. Ja, das könne ich machen. Aber nur einmal! Also verpasste ich Moritz das kleine Klistier, legte ihn auf meinen Bauch und wartete.

Steinharter Kot
Normalerweise dauert es ungefähr 10 bis 20 Minuten und der Gang zum Klo ist fällig, weil der Darm ruft. Aber der Darm gab keinen Ton von sich! Nach mehr als einer halben Stunde trug ich Moritz versuchsweise zum Katzenklo. Dort scharrte zwar rum, aber es passierte nichts, er hockte einfach nur da. Dann miaute er und scharrte erneut. Aber wieder nichts. Dann scharrte er ein drittes Mal und hockte sich hin und DRÜCKTE! Heraus kam ein ungefähr zehn Zentimeter langes Würstchen, zur Hälfte bockelhart. Aha, der Beginn einer Verstopfung. Gut, dass der Kot draußen war! Nun hoffte ich darauf, dass er Appetit zeigt. Vergeblich gehofft. Nach über einer Stunde Warten auf Appetit rief ich den Tierarzt an und sagte ihm, dass ich jetzt in die Tierklinik fahren wolle. Er fand das auch eine gute Idee und mailte die Röntgenbilder an die Tierklinik. Die Blutergebnisse müssten auch jeden Moment kommen, die wollte er dann auch sofort mailen.

Termin in der Tierklinik
Moritz in den Korb gepackt und unter lautem Katzen-Konzert nach Germering gefahren – zur Tierklinik, die erfreulicherweise auch einen schnellen Untersuchungstermin frei hatte, nämlich um 15.00 Uhr.
Die Internistin dort untersuchte ihn gründlich, stellte auch nichts besonderes fest, begutachtete die Röntgenaufnahmen, und die mittlerweile auch eingetroffenen Blutergebnisse zeigten außer einem Wert nichts besonderes. Aber dieser eine Wert deutete auf eine Entzündung hin. Könnte auch durch Parasiten verursacht sein: vielleicht der starke Milbenbefall vor zwei Wochen?

Nackt rasiertes Bäuchlein
Also Ultraschall. Mit Lili wäre so eine Untersuchung ohne Narkose völlig unmöglich, Moritz lag brav auf dem Untersuchungstisch und gab keinen Mucks von sich, als sein Bäuchlein großflächig kahl rasiert wurde. Dabei konnte man übrigens gut die kleinen Verletzungen sehen, die diese Scheiß-Milben verursacht haben … durch ihr Haut-Anbohren und Saugen. Hier übrigens nochmal ein anschaulicher Bericht über diese widerlichen Viecher.

Blasenpunktion
Dann die Untersuchung. Nichts besonders Auffälliges, nur die Nieren zeigten Entzündungszeichen. Und eine Gastritis kann man nicht unbedingt sehen (wenn ich das richtig verstanden habe – dazu muss eine Magenspiegelung mit Gewebeentnahme gemacht werden). Dann wollte die Ärztin noch Urin untersuchen, dazu musste die Blase punktiert werden – was aber keine schmerzhafte Angelegenheit war. Moritz hat nicht mal gezuckt. Blut wurde auch nochmal abgenommen, auch das ließ er anstandlos über sich ergehen, der brave kleine Kater!

Bakterien in der Niere
Nach einer dreiviertel Stunde Wartens das Ergebnis. Im Urin sind Bakterien, die da nicht hingehören, und die mit Nierenproblemen zusammenhängen können. Die Ärztin schlug daraufhin vor, Moritz an einen 24-Stunden-Tropf zu hängen, um die Nieren gut durchzuspülen. Damit war ich einverstanden. Vermutlich hatte er in den vergangenen Tagen aufgrund seiner Appetitlosigkeit viel zu wenig Flüssigkeit zu sich genommen. Und weil ich ja die Flöhe husten höre, hatte ich ihm am Vormittag rein vorsorglich schon 6 ml Wasser mit einer Kanüle ins Mäulchen gespritzt, was er auch brav geschluckt hat. Schwester Renate hat nun mal feine Sensoren – oder sie denkt einfach nur nach, was viele Katzenbesitzer leider nicht machen!

Nacht in der Tierklinik
Also hab ich das kleine Kerlchen in der Klinik gelassen und bin schweren Herzens nach Hause gefahren. Die Untersuchung hat keine wirklichen Ergebnisse gezeigt – aber einige Vermutungen. Darunter eben auch die von Nierenproblemen! Und wenn ich was nicht leiden kann, dann sind es Vermutungen!

Gestern Mittag hat mich die Ärztin angerufen, um mit mir einen Abholtermin zu vereinbaren. Moritz habe gekackt, aber nichts gefressen. Weil er nur mit großen Augen in der Ecke seiner Box hockte, meinte die Ärztin, es könne einfach daran liegen, dass er Angst hat. Also hab ich ihn zwei Stunden später abgeholt und bin – begleitet von unterträglichem Geschrei – mit ihm nach Hause gefahren.

Moritz frisst!
Meine Hoffnung, dass er Appetit zeigt, war offengestanden nicht groß, umso mehr habe ich mich gefreut, dass er sich sofort über das angebotene Futter hergemacht hat. Erst Lilis Trockenfutter-Körnchen, in diesem Fall sehr gut, weil sie Spezialfutter für empfindlichen Magen-Darm gekommt. Dann habe ich ihm noch Yarrah-Feuchtfutter angeboten, auch das hat er verspeist. Und das frisch gekochte Putenfleisch hat er mit Begeisterung verdrückt.

Dann hat er sich in eine Ecke verzogen und ich habe ihn erstmal in Ruhe gelassen.

Nebenwirkungen!
Doch zwei Stunden später habe ich mich nach all den anstrengenden Stunden aufs Bett gelegt und er kam dazu. Und er war völlig unruhig. Drehte dauernd den Kopf von links nach rechts und umgekehrt, zuckte mit dem Kopf, zuckte mit den Pfötchen, legte sich hier hin und wenige Sekunden später dort hin, seine Pupillen waren deutlich vergrößert, mit dem Kater stimmte was nicht! Ich rief in der Klinik an und fragte, ob das an irgendeinem Medikament liegen könne. (Ich hatte sowas mal vor Jahren, da dachte ich, Lili würde sterben, weil sie nach einem Arztbesuch mit Medikamentengabe so merkwürdig in der Wohnung rumtorkelte, ich dachte schon, sie stirbt … es lag aber am Medikament!). Die Ärztin in der Tierklinik teilte mir nun mit, dass Moritz ein morphiumhaltiges Schmerzmittel bekommen habe. Aha! Und warum hat mir das nicht gesagt beim Abholen, und vor allem: warum hat sie mich nicht auf die möglichen (üblen) Nebenwirkungen dieses Medikament aufmerksam gemacht?!


Sehr häufige Nebenwirkungen:
Müdigkeit, Schlaf.

Häufige Nebenwirkungen:
Hitzegefühl, Schweißausbrüche, Benommenheit, Schwindel, Kopfschmerzen, Pupillenverengung, niedriger Blutdruck, Atemunterdrückung, Übelkeit und Erbrechen, Schwitzen.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Allgemeine Überempfindlichkeitsreaktionen, Desorientierung, Nervosität, Depression, Psychose, Wahnvorstellungen, Persönlichkeitsstörung, Hochstimmung (Euphorie), Verstimmung, Unruhe, Erschöpfung, Mundtrockenheit, verwaschene Sprache, Koma, Zittern, Krämpfe, fehlende Muskelsteuerung, Doppeltsehen, Sehstörungen, Bindehautentzündung, Ohrensausen, Bluthochdruck, Herzrasen, Herzschlagverlangsamung, Hautblaufärbung, Herzreizleitungsblockierung (AV-Block), Atemnot, Atemstillstand, Verstopfung, Verdauungsstörungen, Appetitlosigkeit, Durchfall, nervliche Missempfindung, Juckreiz, Hautausschlag, Blässe, Nesselsucht, Blasenentleerungsstörungen.


Die rot markierten Symptome zeigte Moritz deutlich. Außerdem wirkte er verwirrt, und pinkelte das erste Mal, seit er bei mir lebt, auf ein Kissen. Das hat er noch nie gemacht!!! Ob er noch andere Nebenwirkungen hatte, weiß ich nicht, weil der Kerl ja leider nichts erzählt …Dass ich von der Ärztin nicht darauf  hingewiesen wurde, finde ich NICHT IN ORDNUNG!

Ich habe daraufhin nochmal meinen Haus-Tierarzt angerufen, und der meinte, Moritz’ merkwürdigen Verhalten sei vermutlich auf das Medikament zurückzuführen und ich solle abwarten bis heute. Nun, heute Vormittag ist Moritz wieder einigermaßen normal, aber immer noch sehr müde und verhalten. Aber wenigstens konnte ich ihm die problemlos die 4 Medikamente verabreichen und er hat sogar ein Stück Putenfleisch von der Anrichte stibietzt.

Gefressen hat er auch, vor allem Putenstückchen und Lilis Körnchen. Damit er genügend Flüssigkeit zu sich nimmt, habe ich ihm noch 6 ml Wasser ins Mäulchen geträufelt, was er wieder brav geschluckt hat.

Stubenarrest
Nun hat mein Schwarzbär erst mal wieder Stubenarrest, denn er muss regelmäßig Medikamente schlucken und ich muss natürlich auch sein Fressverhalten beobachten. Vor allem dann, wenn er keine Medikamente mehr bekommt (Appetitanreger, Tabletten gegen Übelkeit, Magensäurehemmer und Antibiotikum). Ich hoffe so sehr, dass die Therapie anschlägt und sein Magen bald wieder in Ordnung kommt und er auch ohne Medikamente Appetit hat.

In zwei Wochen muss dann nochmal das Blut untersucht werden – wegen der Nierenwerte. Die ja aktuell in Ordnung sind, aber an den Nieren trotzdem was sein kann. Warum das so ist, versteh ich nicht, aber es ist halt so … leider.

Ach, mein Gemüt ist mehr belastet zur Zeit als ich zugeben möchte. Aber ich merke, wie “erschöpft” ich bin …

P. S.: Eben habe ich mit meiner THP telefoniert, die zwar in Urlaub ist, aber ich darf sie in Notfällen “belästigen”. Sie behielt die Ruhe und war sehr erstaunt über das morphinhaltige Schmerzmittel, das sie völlig überflüssig findet bzw. zu überdosiert. Es gibt auch Schmerzmittel mit weniger Nebenwirkungen. Sie meint übrigens, dass Moritz auch einen Bandwurm haben könne, der mit dem üblichen Wurmmittel nicht vernichtet wird. Und Bandwürmer bereiten auch Bauchschmerzen, Abgeschlagenheit und Appetitlosigkeit. Ich werde also nächste Woche eine Bandwurmspritze bei Herrn Rattenhuber abholen.

Alles im grünen Bereich

Gestern Abend verpasste ich dem Vorgarten eine Ladung Wasser, als der Herr Schwarzbär durch den Nachbargarten tippelte. Nach einer Weile geruhte er dann auch, sich in meine Nähe zu bewegen und mit einer schnellen Bewegung gelang es mir, ihn zu fangen. Die Verletzung sah wunderbar aus. Fast zugewachsen! Dann tippelte er wieder von dannen, und ich war beruhigt.

Heute früh lag er doch tatsächlich im Wohnzimmer auf dem Sessel.
moritz

Nach ausgiebigem Gähnen gab es Frühstück. Und dann machte er sich wieder auf die Socken. Ein kurzer Halt auf der Terrassenbrüstung …

silhouette

… und dann ging es wieder ab in den Garten.
dach

Mein geliebter Liebling hat nach wie vor guten Appetit und nimmt am Leben teil. Hier entert sie gerade das Regal in meinem Arbeitszimmer.

Regal Momentan liegt sie auf ihrem Sommerstammplatz: dem Stuhl auf der Terrasse – im Schatten des Sonnenschirms.

Moritz und die grüne Hölle

Die Wunde sah heute ausgezeichnet aus: zugewachsen, bis auf eine kleine Stelle. Ich hab den Tierarzt angerufen und gefragt, ob sie wieder aufplatzen könne, wenn Moritz draußen rumrennt. Der Fachmann meinte, die Gefahr sei sehr gering und meinte auch, ich solle ihn rauslassen. Aber … die Katzenmutti macht sich natürlich trotzdem Sorgen, weil der Strawanzer eben ein Strawanzer ist und die Aussicht besteht, dass ich ihn tagelang nicht zu Gesicht bekomme.

Trotzdem habe ich vorhin den Rollladen zum Balkon oben gelassen. Der war nämlich die ganze Zeit unten, weil Lieschen vor einigen Jahren bei einem Stubenarrest von dort aus aufs Dach gesprungen ist. Man glaubt es kaum, aber es war trotzdem so. Sie ist senkrecht nach oben gesprungen! Denn plötzlich war sie verschwunden, und ich habe sie im Garten wiedergefunden. Kaum hatte ich sie nach oben transportiert, tippelte sie flugs zum Balkon, sprang aufs Gelände und wollte gerade zum Sprung ansetzen – den ich dann verhindert habe.

Balkon

Aus diesem Grund war die vergangenen Tage der Rollladen zum Balkon unten. Denn was Lieschen kann, kann Moritz erst recht – er ist ein ganz hervorragender Springer!

So, das zur Sachlage.

Weil die Wunde ja fast zu ist, und ein Ausbüchsen nicht so tragisch wäre, habe ich also vorhin den Rollladen oben gelassen, und war kurz Einkaufen. Moritz war zu dem Zeitpunkt oben in der Galerie. Als ich wieder kam, war er nicht mehr in der Galerie. Er war überhaupt nirgendwo zu sehen. Aha, dachte ich, der Racker hat es doch tatsächlich gemacht wie Lieschen. Rauf aufs Geländer, raufs aufs Dach – und weg. Na ja, den Anblick seines erstaunten Gesichtes bei der aktiven Freilassung hat er mir nicht gegönnt. Das war die eine Sache. Die andere Sache war die, dass ich mir Gedanken machte, was mit der Wunde passiert ist, als er senkrecht nach oben sprang und sich mit den Vorderpfoten am Dach aufgehängt hat. Die Wunde ist ja am Schultergelenk der rechten Vorderpfote! So ein Sprung + Aufhängen belastet die Stelle! Hoffentlich ist sie nicht geplatzt! Gedanken dieser Art beschäftigten mich und ich ging in den Garten – mit der sehr geringen Hoffnung, meinen Schwarzbär vor die Augen zu kriegen. Ich bekam ihn nicht vor die Augen!

Vorhin bin ich mit Gießkanne in die “grüne Hölle” gegangen und habe meine Pflanzen gegossen. Und plötzlich eine Bewegung – Moritz! Er war nicht ausgebüchst, sondern hatte es sich unter der Pflanzentreppe bequem gemacht. Frischluft ist bei diesen Temperaturen wohl besser als die Betthöhle …

Balkon-2

Unter der Treppe liegt er nun immer noch. Wenn ich nach ihm schaue, schaut er misstrauisch zurück.

Balkon-3

Im Großen und Ganzen ist er aber ziemlich gelassen …muede

Lili geht es gut. Sie liegt im Schatten des Sonnenschirms auf der Terrasse und hat nach wie vor guten Appetit. Ich freue mich so sehr, dass wir beide uns noch haben. Jeden Abend kuscheln wir auf dem Sofa … mit laufendem Schnurrmotor!

Lili

Frustriert am Ammersee

Seit über einer Woche hat Moritz Stubenarrest, was er gar nicht witzig findet, obwohl er sich von Tag mehr daran gewöhnt, aber entsprechend frustriert ist. Ungefähr dreimal am Tag hockt er auf der Galerie zwischen den Geländerstäben und peilt die Lage.

Galerie

Die meiste Zeit liegt er unterm Bett, in seiner mit Kissen ausstaffierten Höhle. Nachts liegt er auf dem Bett, teilweise auch auf mir. Zwischendurch kuscheln wir inniglich miteinander. Weiterlesen