18. Juni 2014

Ich verbrachte die Nacht wieder auf dem Sofa. Lili verbrachte die Nacht wieder auf meinem Bauch.
8.00 Uhr
Lilis Appetit: nicht vorhanden
Der Gruß im großen, weißen Katzenklo: leicht flüssiges Würstchen

10.00 Uhr
Durchfall – im Garten
Sie kotzt/würgt – obwohl nichts im Magen ist, sie hat heute noch nichts gefuttert

Das ständige Auf und Ab zermürbt.

11.00 Uhr
Sie liegt nicht auf der Terrasse, sondern unter dem Strauch neben der Katzenleiter. Sie wirkt wieder sehr reduziert.

12.45 Uhr
Jetzt liegt sie wieder auf dem Terrassenstuhl. Hat lediglich ein bisschen Joghurt vom Finger geschlabbert. Kein Interesse am Ziegenfrischkäse, kein Interesse an der Aufbau-Emulsion. Dieses Desinteresse ist neu und macht mich wieder sehr traurig.

Wenigstens hat sie noch Freude an einem neuen Karton, der vorhin mit der Post kam. Ist es ihr letzter Karton? Meine Tränen rollen …
karton

15.00 Uhr
Ein bisschen Joghurt vom Finger, ein winziges Fitzelchen vom Thun-Huhn. Mehr nicht. Auch die Aufbau-Emulsion verschmäht sie. Ich muss sie jetzt in Ruhe lassen. Ab und zu gehe ich zu ihr, streichle ihr weiches Fell, ihr Köpfchen. Ab und zu maunzt sie mich an … ich weiß nicht, was sie mir sagen will. Gestern war gestern und ist vorbei! Mein Herz ist schwer …

16.00 Uhr
Es fällt mir schwer, meinem geliebten Liebling nicht dauernd und versuchsweise irgendeinen ihrer Leckerbissen vors Näschen zu halten. Aber ich lass es. Momentan liegt sie in der Ecke der Terrasse und schläft. Geh ich zu ihr, gurrt sie leise …

18 Kommentare

  1. Doris Luser

    Liebe Renate,
    das ewige Hin und Her zerrt sehr am Nerv, nicht wahr? Das eigene Tier leiden zu sehen ist nochmal schwerer, als es bei anderen schon ist. Ich wünsche Dir viel Kraft in dieser Zeit, die Du und Lili hervorragend meistert.
    Ich wünsche Dir einen schönen Feiertag,
    Doris

  2. Das Mäuschen sieht auch etwas schlapp aus.
    Du tust mir so leid. Schrecklich, wenn man nicht weiß, was die nächste Minute so bringt. Wobei es eigentlich auch wieder gut ist. Im Vorfeld alles zu wissen, ließe einen dann ständig darauf warten. Auch schrecklich.
    Ach Gott, so’n Sch…!

  3. Christiane

    ach es tut mir so leid, aber ich denke mal das es die nächste Zeit wird es wohl immer Tage geben wo sie nicht so fit ist und sich für den nächsten Tag erholt, um dann wieder voll da zu sein. Gönn ihr die kleinen Pausen, auch wenn es Dich traurig macht, aber Lili weiß bestimmt was ihr gut tut und sie sich dann schont.
    Liebe Grüße von Christiane

  4. Ach herrje…dieses Hin und dieses Her! Es tut mir so leid, dass ihr da durch müsst. Das kann so sehr zermürbend sein! Ich glaube aber dennoch nicht, dass es Lilis letzter Karton sein wird. Das Lili-Bild ist sehr hübsch und in dem Karton scheint es ihr gut zu gefallen.
    Es ist schwer sein geliebtes Tier so sehr leiden zu sehen, ohne wirklich etwas dagegen tun zu können. Machtlos kommt man sich da vor. Oder? Mama und Papa fühlen mit Dir. Sie kennen solche Momente auch (leider).
    Wir wünschen Euch einen schönen Feiertag!

    Schnurrige Grüße
    Mikesch

  5. Du darfst den Gedanken gar nicht erst aufkommen lassen, ob es Lilis letzter Karton ist.
    Das macht dich nur noch trauriger!!! Freue dich mit ihr, wenn es ihr gut geht und stehe
    ihr bei, wenn sie sich nicht so wohlfühlt.
    Eine wirklich schwere Zeit, die ihr beide durchstehen müsst!!!
    Ich kenne diese traurigen Gefühle auch. Meine Miezi wurde nur 11 Jahre alt und starb am Nierenversagen. Davor ging es ihr auch sehr schlecht und es wurde immer schlimmer, so dass
    wir sie erlösen lassen mussten. Eine ganze Woche habe ich nur geweint und war noch sehr
    lange deprimiert. Es sind schon über 6 Jahre her, aber ich denke immer noch an Miezi! Ihre
    Bilder in der Wohnung erinnern mich an sie!!! Wenn ich jetzt so über Miezi schreibe, laufen mir
    schon wieder Träunen über die Wangen. Es ist so schwer, ein geliebtes Wesen gehen lassen zu müssen!!!

    Liebe Grüße von
    Elke

    • Es ist natürlich auch das Gehenlassen, aber es ist vor allem das Nichtwissen, wie es dem geliebten Wesen geht.
      Als Felix vor drei Jahren innerhalb einer halben Stunde starb, war das auch sehr traurig, und wenn ich mir heute Fotos von ihm anschaue, rollen meine Tränen auch. Aber am schlimmsten ist dieser Prozess des Abschieds und eben des Nichtwissens. Vorhin tippelte Lili zu ihrem Futterplatz, und hat dort ein paar Körnchen gefunden und auch tatsächlich gefuttert. Ein paar …
      Jetzt liegt sie wieder in der Ecke und hält ein Nickerchen.
      Trotzdem bin ich dankbar für die Zeit, die ich mit meinem geliebten Liebling verbringen darf. Jedes Mal, wenn ich sie anschaue, sie streichle – geht mir das Herz auf. Trotz der Traurigkeit dahinter.

      • Gut so!!!
        Magst du nicht vielleicht noch einmal mit der Th oder einem TA sprechen,
        die können dir vielleicht Tips geben, damit dein Leibling nicht leiden muss. ??

    • Liebe Elke, da bin ich genau deiner Meinung. Solche Gedanken sollten tabu sein. Sie machen alles noch viel, viel schwerer. Ich bin auch so, dass ich das genieße, was da ist und besser nicht an Morgen denke – natürlich nur solch einen Fall betreffen. Mir macht dieses Verhalten das Leben/ Leiden leichter.

      • Danke, liebe Susanna, für diesen mal wieder wunderbaren Tipp. Ich hatte aber schon mitgeteilt, dass ich – leider! – keinen Knopf habe, um Gedanken, Ängste und Traurigkeit auszuknipsen.
        Ich gratuliere dir von Herzen zu deiner phänomenalen Fähigkeit, Gedanken einfach Tabu sein zu lassen. Ich habe diese Fähigkeit nicht. Ich ignoriere meine Gefühle und die daraus entstehenden Gedanken nicht. Ich stehe zu dem, was in mir grummelt. Ich fühle hin und tue nicht so, als sei alles wunderbar. Denn ein Abschied ist nie wunderbar – auch wenn wir alle wissen, dass er für jeden von uns irgendwann kommt. Aktiv oder passiv.
        Und wenn ich befürchte, dass dieser Karton Lilis letzter sein könnte, dann akzeptier das bitte. Ich sitze nämlich nicht hier und überlege, was für schwarze Gedanken ich mir machen könnte. Die Gedanken entstehen von allein. Gratuliere, dass es bei dir anders zu sein scheint. Obwohl mir klar ist, dass du das rein intellektuell abhandelst. Aber dann lass bitte deine Tipps. Sie helfen mir überhaupt nicht, im Gegenteil. Du willst mir meine Gedanken und Gefühle ausreden – und deine Gedanken und GEfühle einreden. Aber das funktioniert nicht, und das will ich auch nicht. Ich gehe bewusst mit dieser schwierigen Situtation um. Das sollte eigentlich aus aus meinen Berichten zu erkennen sein. Ich bekenne mich zu der Ambivalenz, die ich ständig empfinde. Lass sie mir bitte!
        Sorry für den herben und aggressiven Ton, aber ich drücke aus, was gerade in mir vorgeht.

  6. Das geschriebene Wort kommt wirklich oft ganz anders an, als es gesprochen eigentlich gemeint ist. Das finde ich oft so schade, weil ich – ähnlich wie Susa jetzt – auch schon schriftlich versucht habe zu helfen und dabei aber völlig missverstanden wurde. 🙁 Natürlich kannst Du keinen Schalter umlegen, liebe Renate, das kann keiner, und das sollst Du auch nicht. Wie ich schon mal gesagt habe, es ist schwierig, in dieser Situation “positiv zu denken”, aber ich denke, Du machst das schon richtig – Du gehst mit den Momenten um, wie sie eben gerade sind. Und jetzt gerade ist es leider nicht so gut, was einfach nur traurig ist. Das tut mir so leid, gestern schien alles so leicht und unbeschwert. Und heute ist es wieder ganz anders. Ich hoffe sehr, dass Lili sich erholt. Im Moment ist es nur von einer Stunde zur nächsten …

    Mitfühlende Grüße,
    Doris

  7. liebe Renate
    Ich denke sehr oft an euch und fühle mit dir.
    ich drück dich mal uns schicke weiterhin Kraft zu dir.
    Grüesslis, Margrit

  8. Ich hatte so gehofft, dass es noch ein paar gute Nachrichten zu lesen gibt. Das ist jetzt sicher eine sehr schwere Zeit. Ich wünsche dir ganz viel Kraft, um da durchzugehen!
    Liebe Grüße
    Esther

  9. Ach nein… das arme Lili-Mäuschen :(. Ich hoffe es geht ihr bald wieder besser! Sie erinnert mich doch immer an meine erste Katze Hanne… das macht mich jetzt ganz traurig, wenn ich sowas lesen muss :(. Und Moritz und sein Zeh – das klingt auch nicht gerade erfreulicher :/.
    Mensch, da schaue ich hier nach längerem mal wieder vorbei, und dann sowas… Mensch, das tut mir so leid für die kleinen Fellnasen!
    Aber ich mag auch etwas positives schreiben, wenn ich schon mal dazu komme überhaupt wieder etwas zu kommentieren (weil unser kleiner Wildfang gerade am schlafen ist)! Und zwar finde ich das neue Blog-Design echt schick :). Schön schlicht, hell und freundlich und auch sehr übersichtlich!
    Gute Besserung den beiden Sorgenkindern!
    Knuddel sie mal von uns :).

  10. auch ich schicke dir viel Kraft, selbst Katzenmutter weiß ich um deine Sorgen und die schwere Zeit die du jetzt hast. Meine Mini schickt deiner Lili viele Katzenbussis
    wir drücken euch ganze fest
    liebe Grüße
    Camin

  11. Liebe Renate. Seit einigen Tagen ist Sally sehr verschmust, weicht nicht mehr von meiner Seite. Muss ich einmal einkaufen, gibt es laute Töne. Ich denke, sie kann meine Gedanken lesen. Bin ich doch gedanklich sehr oft bei meiner kleinen, entfernten Freundin Lili. Mit lieben Grüssen, Charley.

  12. Es ist nicht sehr leicht, das Geschriebene zu lesen. Es macht so unfassbar traurig.
    Und für dich, liebe Renate, muss es noch viel schwerer sein, deine Gedanken und Lilis Zustand in Worte zu fassen…

    Wir sind in Gedanken bei euch,
    eure Betty und Mimi

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.