15. Juni 2014

Kurz nach Mitternacht
Ich rede es mir nicht ein. Lili befindet sich auf dem Weg des Abschieds. Ich lebe zu lange mit Katzen, um nicht zu erkennen, dass momentan ein Prozess abläuft, der von der Natur bestimmt wird.

Lili futtert … kleine Portionen, über die ich mich sehr freue.

Die Knoten werden größer. Nicht rasant, aber sie fühlen sich anders an als vor drei Wochen.

Lili schläft sehr viel.

Sie sucht nicht mehr die Nähe zu mir wie früher. Obwohl sie jetzt gerade neben mir auf dem Schreibtisch liegt.

Sie kommt kaum noch zu mir ins Bett am frühen Morgen.

Sie legt sich auch viel weniger auf meinen Schoß, wenn ich auf dem Sofa sitze.

Ich spüre, dass der Abschied begonnen hat.

Ich weiß um den Abschied seit dem 21. Mai. Da war die Diagnose, und ihr Verhalten kaum verändert. Im Grunde “weiß” ich es aber schon länger. Denn Verhaltenssymptome gab es schon seit Monaten. Sie waren winzig und ich mir ihrer nicht bewusst. Obwohl ich sie bemerkt habe … rückblickend kann ich sie sogar beschreiben.

Jetzt liegt sie auf dem Schreibtisch neben dem Bildschirm. Auf einem aufgeklappten Buch. Sie liebt aufgeklappte Bücher als Kopfkissen!

Ich streichle sanft über ihr Fell und Tränen rollen über meine Wangen. Ich liebe sie so sehr …

Lili, mein geliebter Liebling.

9 Kommentare

  1. Wasserfrau

    Du bist tapfer liebe Renate. Ich wünsche dir und den Samtpfoten einen schönen Sonntag.

  2. Wenn ich deine Zeilen so lese, kommen mir auch gleich die Tränen.
    Ich glaube dir, dass du merkst, dass der Abschied bald kommen wird.
    Du kennst sie ja bestens und kannst das Geschehen um Lili gut einschätzen.
    Genieße die verbleibene Zeit noch mit der süßen Lili und streichle sie ganz lieb
    von mir.
    Ich wünsche dir und deinen Lieblingen einen guten Sonntag.

    Liebe Grüße von
    Elke

  3. Du spürst am besten, ob und wie sich Lili verändert. Ich wünsche Dir weiter viel Kraft, um sie auf ihrem Weg zu begleiten.
    Liebe Grüße, Doris

  4. Danke für Eure Grüße!

    Lili zieht sich deutlich sichtbar zurück. Mag Nähe nicht mehr …

    Traurig – Renate

  5. Hallo!
    Wenn Du so liebevoll und anrührend über Deine kleine Lili schreibst, dann steigen auch meiner Mama Tränen in die Augen. So kann sie mit Dir fühlen. Sie wünscht Dir auf diesem Wege sehr viel Kraft, diese schwere Zeit zu überstehen.

    P. S.
    Hast Du in Mama’s Buchtipp schon ein klein wenig lesen können? Es steht nach wie vor in Mama’s Regal. Manchmal nimmt sie es hervor und schmökert ein wenig darin herum.

    Schnurrige Grüße
    Mikesch

    • Ja, lieber Mikesch, das Buch habe ich gelesen, aber mir ist es leider zu esoterisch. Sterbende Katzen, die mit ihren Besitzern sprechen … und ihnen Mut zusprechen … das ist nichts für mich. Ich erlebe gerade eine sterbende Katze, die ist sehr mit sich beschäftigt, und das ist auch gut so.
      Trotzdem danke, es gibt auch einige Seiten, mit denen ich was anfangen konnte.

      Liebe Grüße
      Renate

    • Liebe Doris, nein stark bin ich nicht. Ich sitze hier und weine. Aber wenn ich zu Lili gehe, weine ich nicht. Es ist eine sehr emotionale Situation und ich bin Euch dankbar, dass Ihr so liebevoll daran teilnehmt. Eure Worte tun mir gut!

  6. Uns kullern die Tränen und wir können nicht viel sagen. Wenn wir das Sterben einer Katze begleiten, erinnert das uns immer an unseren Murmel, dessen Herz nicht mehr wollte. Er hatte auch Wasser in der Lunge und an dem einen Morgen rief ich von Arbeit aus meinen Mann auf Arbeit an und sagte ihm, dass ich heute abend mit Murmel zum Arzt fahren will und ihn erlösen lassen möchte. Leider ist es dazu nicht mehr gekommen, denn als mein Mann nach Hause kam, lag er tot in der Wohnung. Bis heute kann ich mir nicht verzeihen, dass er alleine sterben musste. Ich hätte ihm den Abschied leichter machen sollen. Ach es ist immer schlimm, wenn ein geliebtes Wesen einen verlässt – verlassen muss.
    traurige Grüße
    Anja

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