Mitternächtlicher Besuch beim Tierarzt – Bandwurmbefall?

Es nimmt einfach kein Ende! Gestern hatte Moritz zwar Appetit, war aber den ganzen Tag lang apathisch, lethargisch und zitterte mit den Pfoten und wackelte mit dem Kopf.

Ich bin dann früh Schlafen gegangen und Moritz letzte sich zu mir aufs Bett. Dort wollte er seiner Lieblingsbeschäftigung nachgehen: meine Armbeuge ablecken – mit Milchtritt. Er leckte ein einziges Mal und stierte danach minutenlang teilnahmslos vor sich hin. Dann stand er auf, miaute gequält, schob sein Zünglein zwischen die Lippen und ließ es dort stecken (macht er sonst nie!). Dann legte sich dann der Länge nach ans Bettende (vollkommen unübliche Stellung für ihn!), den Kopf halb übers Bett gehängt, ansonsten regungslos. Als ich leise seinen Namen rief, reagierte er überhaupt nicht. Auch als ich ihn streichelte, gab er keine Regung von sich. Ich hatte Angst um ihn! Ich dachte, er stirbt mir jetzt unter der Hand weg. Als ich ihn hoch hob, hing er wie ein nasser Sack in meinem Arm – kleinerlei körperliche Anspannung wie sonst üblich beim Hochheben.

Epileptischer Anfall
Seit über 30 Jahren habe ich Katzen und glaube von mir sagen zu können, dass ich im Umgang mit ihnen zwar sehr aufmerksam aber keines falls hysterisch bin. Ich habe in all den Jahren auch erst ein einziges Mal in der Nacht einen Tierarzt angerufen, das war als Lili kurz nach Mitternacht umfiel, alle Viere von sich streckte, völlig verkrampft da lag, reglos, und ich dachte, ihr letztes Stündlein habe geschlagen. Als ich den Arzt in der Tierklinik an der Strippe hatte und mit ihm vereinbarte, dass ich Lili jetzt sofort in den Korb stecke und mit ihr in die Tierklinik komme, erhob sie sich plötzlich und tippelte munter in die Küche, wo sie sich vor den Futternapf setzte.

Wie sich dann rausstellte, handelte es sich um einen epileptischen Anfall, den sie wenige Wochen schon mal gehabt hatte: unten im Flur hatte sie auch völlig reglos mit ausgestreckten Beinen gelegen, als eine Nachbarin sie fand und mich sofort anrief. Als ich unten ankam, war Lili bereits wieder munter. Epileptische Anfälle dauern meist nur wenige Minuten …

Ich bin seinerzeit natürlich nicht mitten in der Nacht in die Tierklinik gefahren, sondern habe am nächsten Morgen mit dem Tierrzt nochmal telefoniert, und der bestätigte meine Vermutung: es handelte sich mit großer Wahrscheinlichkeit um einen epileptischen Anfall.

Das zweite Mal, dass ich zu später Abendstunde einen Tierarzt angerufen habe, war vor wenigen Wochen – als Moritz dieses Heuschreckenbein im Rachen hatte.

Späte Visite
Gestern um genau Mitternacht nun das dritte Mal. Mein wimmernder Kater mit seinem starren Blick machte mir derart Angst, dass ich dachte, er würde jeden Moment das Atmen aufhören. Also wagte ich (weinend), Michael Rattenhuber aus dem Bett zu klingeln, und der meinte auch sofort, ich solle Moritz vorbeibringen.

Ich habe noch meine Nachbarin rausgeklingelt (selbst Katzenbesitzerin) und die hat mich zum Tierarzt gefahren. Obwohl nicht im Korb, sondern auf meinem Schoß, hat Moritz wieder ein lautes und verzweifeltes Konzert gegeben.

Bei Herrn Rattenhuber angekommen, wurde Moritz erneut gründlich untersucht. Schmerzen an der linken Bauchseite. Er bekam dann ein Kontrastmittel gespritzt und wurde nochmals geröntgt – mit Ziel auf den Magen, weil Herr Rattenhuber, meinte, dort könne sich doch noch ein Fremdkörper aufhalten. Die Untersuchung hat aber keine neuen Erkentnisse gebracht.

Bandwurmbefall?
Gestern Nachmittag hatte ich ja mit meiner THP telefoniert und die hatte auf Bandwurm getippt. Solche Parasiten können Appetitlosigkeit und auch Schmerzen im Bauch verursachen. Dass er Parasiten haben könnte, hatte ja auch die Blutuntersuchung gezeigt, aber meine Aussage, Moritz sei vor ungefähr 2 Monaten entwurmt worden, hat offensichtlich niemand dazu veranlasst, eine neue Wurmkur zu machen. Was mich HEUTE nun wundert, denn normal liegen die Eosinophilen Granulozyten zwischen 0 – 600. Bei Moritz lagen sie bei 2.594! Und der erste Wert liegt zwischen 0 – 6, bei Moritz bei 24! Dass da niemand auf die Idee gekommen ist, ein Wurmmittel zu spritzen, verstehe ich nicht!!! Die von mir durchgeführte Wurmbehandlung lag schließlich zwei Monate zurück! Und da Moritz sehr viele Mäuse frisst, kann er sich jederzeit wieder Würmer einfangen. Außerdem ist bei Moritz die Nickhaut deutlich sichtbar, was auch auf Wurmbefall hindeutet.

moritz-Galerie

Auf alle Fälle hat Herr Rattenhuber gestern Nach um ein Uhr nach ausgiebiger Untersuchung keine andere Erklärung gefunden als Würmer. Und denen ging es mit einer Spritze an den Kragen.

Nun hoffe, ich, dass der kleine Kerl sich langsam erholt, denn von einem Tag auf den anderen wird sich keine Besserung einstellen – nach so einem massiven Parasitenbefall. Die Milben haben möglicherweise das Ihrige auch noch dazu getan, der ganze Bauch war ja übersäht mit Spuren von den “Bohrungen” dieser lästigen Parasiten.

Bauch
Am Bauch unten sieht man noch deutlich die verheilten Entzündungen, hervorgerufen durch die Herbstgrasmilben.

Das waren die neuesten Nachrichten aus dem Sanatorium Blaes am Ammersee!

Wenigstens geht es Lili gut. Sie futtert mit Appetit und wenn ich morgens aufstehe, rennt sie als erstes zu ihrem Futterplatz … momentan liegt sie auf dem Schreibtisch. Und wenn ich mich gleich aufs Sofa pflanze, wird sie sich auf meinen Schoß legen – mein geliebter Liebling! Und der andere Liebling schläft oben unterm Bett …

Lili

Jetzt ist auch der Kater krank

Tierarzt, Tierklinik, Tierarzt … Appetitlosigkeit, Medikamente, Ultraschall, Blut abnehmen, Spritzen, Bauch rasieren, Blase punktieren … ich bin mit meinen Nerven bald am Ende, denn jetzt ist auch Kater Moritz krank.

Nachdem Lili am Montag wieder nicht gefressen hat und apathisch auf dem Terrassentisch lag, dachte ich: nun ist es soweit. Aber am nächsten Tag hat sie bereits wieder mit sehr großem Appetit gefuttert und das macht sie bis heute. Sie klaut sogar Essenreste auf der Anrichte in der Küche und rennt viel draußen rum. Die Lymphknoten am Hals sind mal minimal kleiner und dann wieder größer, aber ihr Verhalten ist “normal”, und ich freue mich jeden Tag, dass sie lebt. Und sie freut sich auch, ist ständig in meiner Nähe, und abends schmusen wir inniglich.

Appetitlos
Aber seit ungefähr zwei Wochen beobachte ich Moritz, der immer weniger Appetit an den Tag legt. Bis er vor drei Tagen so gut wie gar nichts mehr gefressen hat, auch sein Lieblingsfutter, Hühnchen und Thunfisch aus der Dose hat ihn nicht interessiert. Das verheißt nichts Gutes! Außerdem erschien er mir in den ganzen letzten Wochen in seinem Verhalten “reduziert”. Irgendwie ein Gang langsamer als sonst. Ruhiger, zurückhaltender … so, als beobachte er sein Innenleben. Irgendwas stimmte da nicht. Also ich Termin beim Tierarzt (Michael Rattenhuber in Dießen) gemacht, der mit seiner Zeit erfreulicherweise flexibel und sehr kunden- bzw. patientenfreundlich ist. Was ich sehr gut finde, weil ich es hasse, mit einer kranken Katze viele Stunden warten zu müssen.

kater-in-korb
Das Foto stammt nicht von gestern, dazu hatte ich keine Nerven …

Michael Rattenhuber untersuchte Moritz gründlich. Aber er fand nichts. Auch die zwei Röntgenaufnahmen, die gemacht wurden, waren nicht erhellend. Nur am Enddarm war etwas zu sehen – Kot vermutlich, aber es deutete nichts auf Verstopfung hin. Fieber hatte Moritz auch keines. Übergeben hatte er sich auch nicht. Aufallend viel getrunken hat er auch nicht, im Gegenteil. Aber irgendwas war/ist da! Ich streichelte über seinen Rücken, er zuckte zusammen. Daraufhin untersuchte der Tierarzt nochmal seinen Bauch und drückte überall rum. Da – plötzlich: Moritz zeigte Reaktion mit unwilligem Miauen – also hatte er Schmerzen im Bauchraum.

Magenschleimhautentzündung?
Der Arzt tippte auf Gastritis. Versorgte Moritz entsprechend mit einigen Spritzen und gab mir auch welche mit: 3 verschiedene. Die sollte ich morgens und abends spritzen. Gott sei Dank kann ich das, geht auch ganz problemlos, wenn man weiß, wie’s geht. Moritz war also seit Mittwoch früh wieder daheim und ich konnte ihn beobachten. Das Katzenklo interessierte ihn nicht! Von Mittwoch früh bis Donnerstag Mittag hatte er weder gekackt noch gepinkelt. Das ist gar nicht gut!!! Ich rief den Tierarzt an und fragte, ob es in Ordnung sei, wenn ich dem Kerlchen ein halbes Mikroklist verabreiche. Ja, das könne ich machen. Aber nur einmal! Also verpasste ich Moritz das kleine Klistier, legte ihn auf meinen Bauch und wartete.

Steinharter Kot
Normalerweise dauert es ungefähr 10 bis 20 Minuten und der Gang zum Klo ist fällig, weil der Darm ruft. Aber der Darm gab keinen Ton von sich! Nach mehr als einer halben Stunde trug ich Moritz versuchsweise zum Katzenklo. Dort scharrte zwar rum, aber es passierte nichts, er hockte einfach nur da. Dann miaute er und scharrte erneut. Aber wieder nichts. Dann scharrte er ein drittes Mal und hockte sich hin und DRÜCKTE! Heraus kam ein ungefähr zehn Zentimeter langes Würstchen, zur Hälfte bockelhart. Aha, der Beginn einer Verstopfung. Gut, dass der Kot draußen war! Nun hoffte ich darauf, dass er Appetit zeigt. Vergeblich gehofft. Nach über einer Stunde Warten auf Appetit rief ich den Tierarzt an und sagte ihm, dass ich jetzt in die Tierklinik fahren wolle. Er fand das auch eine gute Idee und mailte die Röntgenbilder an die Tierklinik. Die Blutergebnisse müssten auch jeden Moment kommen, die wollte er dann auch sofort mailen.

Termin in der Tierklinik
Moritz in den Korb gepackt und unter lautem Katzen-Konzert nach Germering gefahren – zur Tierklinik, die erfreulicherweise auch einen schnellen Untersuchungstermin frei hatte, nämlich um 15.00 Uhr.
Die Internistin dort untersuchte ihn gründlich, stellte auch nichts besonderes fest, begutachtete die Röntgenaufnahmen, und die mittlerweile auch eingetroffenen Blutergebnisse zeigten außer einem Wert nichts besonderes. Aber dieser eine Wert deutete auf eine Entzündung hin. Könnte auch durch Parasiten verursacht sein: vielleicht der starke Milbenbefall vor zwei Wochen?

Nackt rasiertes Bäuchlein
Also Ultraschall. Mit Lili wäre so eine Untersuchung ohne Narkose völlig unmöglich, Moritz lag brav auf dem Untersuchungstisch und gab keinen Mucks von sich, als sein Bäuchlein großflächig kahl rasiert wurde. Dabei konnte man übrigens gut die kleinen Verletzungen sehen, die diese Scheiß-Milben verursacht haben … durch ihr Haut-Anbohren und Saugen. Hier übrigens nochmal ein anschaulicher Bericht über diese widerlichen Viecher.

Blasenpunktion
Dann die Untersuchung. Nichts besonders Auffälliges, nur die Nieren zeigten Entzündungszeichen. Und eine Gastritis kann man nicht unbedingt sehen (wenn ich das richtig verstanden habe – dazu muss eine Magenspiegelung mit Gewebeentnahme gemacht werden). Dann wollte die Ärztin noch Urin untersuchen, dazu musste die Blase punktiert werden – was aber keine schmerzhafte Angelegenheit war. Moritz hat nicht mal gezuckt. Blut wurde auch nochmal abgenommen, auch das ließ er anstandlos über sich ergehen, der brave kleine Kater!

Bakterien in der Niere
Nach einer dreiviertel Stunde Wartens das Ergebnis. Im Urin sind Bakterien, die da nicht hingehören, und die mit Nierenproblemen zusammenhängen können. Die Ärztin schlug daraufhin vor, Moritz an einen 24-Stunden-Tropf zu hängen, um die Nieren gut durchzuspülen. Damit war ich einverstanden. Vermutlich hatte er in den vergangenen Tagen aufgrund seiner Appetitlosigkeit viel zu wenig Flüssigkeit zu sich genommen. Und weil ich ja die Flöhe husten höre, hatte ich ihm am Vormittag rein vorsorglich schon 6 ml Wasser mit einer Kanüle ins Mäulchen gespritzt, was er auch brav geschluckt hat. Schwester Renate hat nun mal feine Sensoren – oder sie denkt einfach nur nach, was viele Katzenbesitzer leider nicht machen!

Nacht in der Tierklinik
Also hab ich das kleine Kerlchen in der Klinik gelassen und bin schweren Herzens nach Hause gefahren. Die Untersuchung hat keine wirklichen Ergebnisse gezeigt – aber einige Vermutungen. Darunter eben auch die von Nierenproblemen! Und wenn ich was nicht leiden kann, dann sind es Vermutungen!

Gestern Mittag hat mich die Ärztin angerufen, um mit mir einen Abholtermin zu vereinbaren. Moritz habe gekackt, aber nichts gefressen. Weil er nur mit großen Augen in der Ecke seiner Box hockte, meinte die Ärztin, es könne einfach daran liegen, dass er Angst hat. Also hab ich ihn zwei Stunden später abgeholt und bin – begleitet von unterträglichem Geschrei – mit ihm nach Hause gefahren.

Moritz frisst!
Meine Hoffnung, dass er Appetit zeigt, war offengestanden nicht groß, umso mehr habe ich mich gefreut, dass er sich sofort über das angebotene Futter hergemacht hat. Erst Lilis Trockenfutter-Körnchen, in diesem Fall sehr gut, weil sie Spezialfutter für empfindlichen Magen-Darm gekommt. Dann habe ich ihm noch Yarrah-Feuchtfutter angeboten, auch das hat er verspeist. Und das frisch gekochte Putenfleisch hat er mit Begeisterung verdrückt.

Dann hat er sich in eine Ecke verzogen und ich habe ihn erstmal in Ruhe gelassen.

Nebenwirkungen!
Doch zwei Stunden später habe ich mich nach all den anstrengenden Stunden aufs Bett gelegt und er kam dazu. Und er war völlig unruhig. Drehte dauernd den Kopf von links nach rechts und umgekehrt, zuckte mit dem Kopf, zuckte mit den Pfötchen, legte sich hier hin und wenige Sekunden später dort hin, seine Pupillen waren deutlich vergrößert, mit dem Kater stimmte was nicht! Ich rief in der Klinik an und fragte, ob das an irgendeinem Medikament liegen könne. (Ich hatte sowas mal vor Jahren, da dachte ich, Lili würde sterben, weil sie nach einem Arztbesuch mit Medikamentengabe so merkwürdig in der Wohnung rumtorkelte, ich dachte schon, sie stirbt … es lag aber am Medikament!). Die Ärztin in der Tierklinik teilte mir nun mit, dass Moritz ein morphiumhaltiges Schmerzmittel bekommen habe. Aha! Und warum hat mir das nicht gesagt beim Abholen, und vor allem: warum hat sie mich nicht auf die möglichen (üblen) Nebenwirkungen dieses Medikament aufmerksam gemacht?!


Sehr häufige Nebenwirkungen:
Müdigkeit, Schlaf.

Häufige Nebenwirkungen:
Hitzegefühl, Schweißausbrüche, Benommenheit, Schwindel, Kopfschmerzen, Pupillenverengung, niedriger Blutdruck, Atemunterdrückung, Übelkeit und Erbrechen, Schwitzen.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Allgemeine Überempfindlichkeitsreaktionen, Desorientierung, Nervosität, Depression, Psychose, Wahnvorstellungen, Persönlichkeitsstörung, Hochstimmung (Euphorie), Verstimmung, Unruhe, Erschöpfung, Mundtrockenheit, verwaschene Sprache, Koma, Zittern, Krämpfe, fehlende Muskelsteuerung, Doppeltsehen, Sehstörungen, Bindehautentzündung, Ohrensausen, Bluthochdruck, Herzrasen, Herzschlagverlangsamung, Hautblaufärbung, Herzreizleitungsblockierung (AV-Block), Atemnot, Atemstillstand, Verstopfung, Verdauungsstörungen, Appetitlosigkeit, Durchfall, nervliche Missempfindung, Juckreiz, Hautausschlag, Blässe, Nesselsucht, Blasenentleerungsstörungen.


Die rot markierten Symptome zeigte Moritz deutlich. Außerdem wirkte er verwirrt, und pinkelte das erste Mal, seit er bei mir lebt, auf ein Kissen. Das hat er noch nie gemacht!!! Ob er noch andere Nebenwirkungen hatte, weiß ich nicht, weil der Kerl ja leider nichts erzählt …Dass ich von der Ärztin nicht darauf  hingewiesen wurde, finde ich NICHT IN ORDNUNG!

Ich habe daraufhin nochmal meinen Haus-Tierarzt angerufen, und der meinte, Moritz’ merkwürdigen Verhalten sei vermutlich auf das Medikament zurückzuführen und ich solle abwarten bis heute. Nun, heute Vormittag ist Moritz wieder einigermaßen normal, aber immer noch sehr müde und verhalten. Aber wenigstens konnte ich ihm die problemlos die 4 Medikamente verabreichen und er hat sogar ein Stück Putenfleisch von der Anrichte stibietzt.

Gefressen hat er auch, vor allem Putenstückchen und Lilis Körnchen. Damit er genügend Flüssigkeit zu sich nimmt, habe ich ihm noch 6 ml Wasser ins Mäulchen geträufelt, was er wieder brav geschluckt hat.

Stubenarrest
Nun hat mein Schwarzbär erst mal wieder Stubenarrest, denn er muss regelmäßig Medikamente schlucken und ich muss natürlich auch sein Fressverhalten beobachten. Vor allem dann, wenn er keine Medikamente mehr bekommt (Appetitanreger, Tabletten gegen Übelkeit, Magensäurehemmer und Antibiotikum). Ich hoffe so sehr, dass die Therapie anschlägt und sein Magen bald wieder in Ordnung kommt und er auch ohne Medikamente Appetit hat.

In zwei Wochen muss dann nochmal das Blut untersucht werden – wegen der Nierenwerte. Die ja aktuell in Ordnung sind, aber an den Nieren trotzdem was sein kann. Warum das so ist, versteh ich nicht, aber es ist halt so … leider.

Ach, mein Gemüt ist mehr belastet zur Zeit als ich zugeben möchte. Aber ich merke, wie “erschöpft” ich bin …

P. S.: Eben habe ich mit meiner THP telefoniert, die zwar in Urlaub ist, aber ich darf sie in Notfällen “belästigen”. Sie behielt die Ruhe und war sehr erstaunt über das morphinhaltige Schmerzmittel, das sie völlig überflüssig findet bzw. zu überdosiert. Es gibt auch Schmerzmittel mit weniger Nebenwirkungen. Sie meint übrigens, dass Moritz auch einen Bandwurm haben könne, der mit dem üblichen Wurmmittel nicht vernichtet wird. Und Bandwürmer bereiten auch Bauchschmerzen, Abgeschlagenheit und Appetitlosigkeit. Ich werde also nächste Woche eine Bandwurmspritze bei Herrn Rattenhuber abholen.

7 Jahre Moritz

An einem heißen Hochsommertag ist er mir über den Weg getippelt: Moritz, mein kleiner Schwarzbär. Er wurde auf einem Golfplatz ausgesetzt. Und seit jenem Tag freue ich mich über den stets gut gelaunten schwarzen Kater mit den wunderschönen grünen Augen.

Zuletzt habe ich ihn vergangene Nacht gesehen. Da kam er mit einer Maus an. Unterm Sofa hat er sie gefressen und gleich wieder ausgekotzt …

Wunderbare Fundsache für Katzenmenschen

Im Internet findet man ja so allerlei. Vieles davon ist blöd, vieles davon auch gut bis sehr gut. Eben bin ich per Zufall über Jasmins kreativen “Schwatz-Katz-Blog” gestolpert und habe dort eine Anleitung für das Nähen einer ganz wunderbaren Einkaufstasche mit Katzenmotiv gefunden.

Einkaufstasche
Foto: Jasmin Schneider

So eine Tasche werde ich mir auch nähen – hab schließlich eine Nähmaschine. Sie hat die Marke “Singer” und stammt aus dem vorletzten (!) Jahrhundert! Und sie näht auch nur vorwärts. Aber sie näht! Will ich was in die andere Richtung nähen, muss ich das Teil halt umdrehen …

Nächtliche Waschaktion

Das war ne Nacht! Um halbeins kam Moritz heim, ich saß mit Lili auf dem Sofa und schaute Sascha Grammel an (sehr empfehlenswert!). Moritz setzte sich auf meinen Schoß und fing gleich an, sich wie verrückt zu putzen. Zehen, Pfoten, Beine, Schwanz, Bauch. War er fertig mit der ersten Runde, ging es wieder los: Zehen, Pfoten, Beine, Schwanz, Bauch. Er nestelte in seinem Fell herum wie ein Verrückter.

Aha, die Milben war noch nicht vernichtet! Gott sei Dank habe ich gestern Nachmittag beim Aufräumen im Schrank ein Shampoo gefunden, das letztes Jahr schon zum Einsatz kam. Und dann gings los!!!

Moritz ins Bad geschleppt. Feuchtes Wasser überall auf sein Fell gespritzt. Dann vorsichtig Shampo verteilt und einmassiert. Das hat IHM GAR NICHT GEFALLEN!

Erst musste das Shampo ungefähr fünf Minuten einwirken, danach das Shampo sorgfältig ausgespült werden! Die Vorder- und Hinterpfoten habe ich im Waschbecken gewaschen. Aber der restliche Kerl musste in die Badewanne, wo ich ihn mit dem Brausekopf der Dusche das Shampo rausgespült habe. DAS WAR SCHRECKLICH FÜR IHN. Er hat geschrieen wie am Spieß und vermutlich haben die anderen Hausbewohner gedacht, ich ermorde einer meiner Katzen.

Als das Shampo dann einigermaßen rausgespült war, habe ich den pitschnassen Kerl schnell in ein Badehandtuch gewickelt und intensiv abgerubbelt. Da war wieder Ruhe! Als er die Nasszelle (wörtlich zu nehmen!) verlassen durfte, hockte er sich unter den Esstisch und leckte sein Fell trocken.

Die Katzenklappe war verschlossen, weil ich nicht wollte, dass mein Schwarzbär sich erkältet. Nach einer halben Stunde hat er sich freiwillig (!) wieder auf meinem Schoß niedergelassen, wo die Trocknungsaktion weitergeführt wurde. Dazu habe ich ihn unter eine warme Decke gesteckt, und nach zwei Stunden war mein Schwarzbär wieder trocken – und hoffentlich endlich milbenfrei! Die Nacht haben wir dann gemeinsam verbracht: auf dem Sofa. Beide unter der Decke!

Dach

Jetzt strawanzt er wieder und sammelt hoffentlich keine neuen Milben ein.

Milbenattacken

milben

So, unser Tierarzt, der liebe Herr Rattenhuber, hat den Parasiten erstmal den Garaus gemacht. Allerdings sah die leicht entzündete und schorfige Stelle am Bauch heute früh schon deutlich besser aus als gestern Abend. Das liegt vermutlich daran, dass ich das Bäuchlein erst mit Calendula beträufelt, dann mit Wundspray besprüht und zum Schluss mit einem ölgetränkten Papiertuch behandelt habe. Diese Mischung hat den Viechern wohl nicht besonders gut geschmeckt.

Beim Tierarzt wurde der kleine Kerl dann Frontlinespray einmassiert – am ganzen Körper. Denn Herr Rattenhuber entdeckte Milben am Ohr, an den Füßen, an den Brustwarzen. Die Viecher hocken überall. Ich habe mir dann eine unterm Mikroskop angeschaut: Widerlich! Hier gibt es Fotos.

Jetzt strawanzt er wieder, mein Schwarzbär – nachdem vergangene Nacht Ausarrest angesagt war wegen des Tierarzttermines. Er hat die ganze Nacht in und auf meinem rechten Arm geschlafen und heute früh haben wir ausgiebig gekuschelt.

Alarm: Herbstgrasmilben

Mein Schwarzbär war drei Tage nicht zu Hause, eben hab ich ihn im Garten gesucht, gepfiffen und er kam tatsächlich. Normalerweise kann ich pfeifen, solange ich will …

Ich habe mir angewöhnt, den kleinen Kerl regelmäßig zu untersuchen und nachzuschauen, ob er wieder irgendwelche Verletzungen hat. Hab überall an ihm rumgefummelt und dann am Bauch eine ungefähr 12 Zentimeter lange Stelle entdeckt, die entzündet aussah und Schorf hatte. Erst dachte ich, er habe sich wieder an einem Draht verletzt. Dann hab ich mir die Stelle näher angeschaut und ich entdeckte an einer Stelle so merkwürdig rote Pünktchen, die mich stark an Herbstgrasmilben erinnerten, die Katzen normalerweise am Ohr und an den Zehen haben. Ich machte eine Makroaufnahme und mailte sie dem Tierarzt.

Milben
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Der bestätigte meine Vermutung: Herbstgrasmilben. Heute Nacht darf der Schwarzbär wieder in der Wohnung verbringen, weil ich morgen mit ihm zum Tierarzt fahre, und die lästigen Parasiten zu entfernen. Denn sie jucken so fürchterlich, dass er sich den ganzen Bauch derart intensiv geleckt hat, und die Stelle sich entzündete. Ich kann beim Tierarzt wirklich ein Abo bestellen …

Hier die Viecher aus der Nähe. Eindeutig Milben …

Milben

Weltkatzentag!?

Weltkatzentag – wozu es so einen Tag gibt, wird mir wohl keiner erklären können. Sehr vielen Katzen geht es sehr schlecht, sie sind krank, die Tierheime sind voll von ihnen, in China werden sie gegessen und davor vegetieren sie in viel zu kleinen Käfigen dahin. In vielen Ländern sind Katzen nur lästig und dienen lediglich als Mäusefänger.

Zum Weltkatzentag kann ich nur an alle Menschen apellieren: Seid Euch bewusst, dass Ihr nicht die Krone der Schöpfung seid, sondern Unheil über die Erde bringt. Ihr seid Zerstörer und Vernichter. Habt keinen Respekt vor Tieren und der Natur. Viele von Euch haben es gar nicht verdient, zu leben. Ich wünsche Euch die Pest an den Hals!

Ich könnte kotzen – angesichts der Ungerechtigkeit der Welt. Und dieser Weltkatzentag dient einzig und allein den Medien, weil sie damit ihre Blätter füllen können. Pfui Teufel!

Und die Zeit sollte sich für ihren dämlichen Artikel schämen …

Auf. Ab. Auf.

Lili

Lili lebt. Sie futtert. Sie schnurrt. Die Knötchen sind minimal kleiner geworden. Sie geht auch in den Garten. Der Gruß im großen weißen Katzenklo ist auch in Ordnung.

Napf

Wir haben uns wohl noch ein paar Tage … oder Wochen? Für jeden Tag mit meinem geliebten Liebling bin ich dankbar.

Abschiedsvorbereitungen

Lili

Die Knötchen werden zusehends dicker, die Zeit der Hoffnung ist vorbei, ich treffe Vorbereitungen. Eben war ich im Nachbargarten und habe unter einem großen Haselnusstrauch ein kleines Grab aushoben. Die Nachbarin und ihre Tochter haben mir dabei geholfen, ich hatte “Glück”, denn morgen wäre sie in Urlaub gewesen. Und so ein kleines Grab auszuheben, ist sehr anstrengend und kräfteraubend. Einmal hat es mir wieder den Kreislauf zusammengehauen, ich wäre beinahe umgefallen, schaffte es aber gerade noch, mich auf abgeschnittenen Haselzweigen niederzulassen.

Zwei dicke Haselzweige habe ich mitgenommen und ein kleines Kreuz daraus gebunden. Als Grabschmuck habe ich Haselnüsse daran befestigt. Während ich das gemacht habe, fiel mir die hohe Symbolik auf: Die Haselnüsse haben genau die Größe wie die Knoten an Lilis Hals …
Kreuz

Vielleicht betrachten manche solche Vorbereitungen als pietätlos meinem geliebten Liebling gegenüber – mir helfen sie, Abschied zu nehmen. Lilis Lieblingsmaus, die Piratenmaus, mit der sie vor wenigen Tagen noch gespielt hat, werde ich ihr mitgeben …